Haben Sie eine Frau? Und ist sie eine Karrierefrau? Ich dachte, ich frage mal, weil:
Einer neuen Studie zufolge haben verheiratete Männer besonderen Anteil daran, dass Frauen, die eine eigene Karriere anstreben, nach wie vor nicht voll akzeptiert sind. Genauer gesagt: Solche Männer, die in ihrer Ehe ein traditionelles Rollenmodell leben, wo der Mann Vollzeit und die Frau halbtags oder gar nicht arbeitet. Angeblich sehen diese Männer eine vollwertige Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt als nicht wünschenswert an. Durch die immer noch große Anzahl solcher Paarmodelle werden diese Einstellungen dann auch gesamtgesellschaftlich wirksam.
Das mag ja sein.
Aber ich glaube nicht, dass dem die gesamtgesellschaftlichen Denkmuster zugrunde liegen, die jetzt unterstellt werden. Diese Männer wollen nicht die Frauen als solche von der Arbeit fernhalten – sondern nur IHRE eigenen Frauen von IHRER eigenen Arbeit. Ich glaube, den Männern gingen bei der Befragung eher solche Dinge durch den Kopf:
- “Wenn meine Frau hier wäre, könnte die ja sehen, dass unsere neue Office-Assistentin gar keine kleine, alte, dickliche Brillenmaus im Filzkleid ist – sondern die jüngere, hübschere Schwester von Scarlett Johansson im Zara-Kostümchen.”
- “Wenn meine Frau hier wäre, würde die ja sehen, dass ich 90 Minuten Mittagspause mache.”
- “Wenn meine Frau hier wäre, könnte die ja auch sehen, dass ich immer wieder mit Kollegen vor dem Rechner hänge und die neuesten YouTube-Kracher abchecke.”
- “Wenn meine Frau hier wäre, könnte die sehen, dass mein Chef nicht der herrschsüchtige, sozial-brutale Despot ist, als den ich ihn immer beschreibe – sondern einfach ein netter und kompetenter Kerl, der sich nur leider weigert, mich zu befördern, seitdem er mich beim You-Tube-Glotzen mit den Kollegen sah.”
- “Wenn meine Frau hier wäre, könnte die vor allem sehen, dass ich meine Überstunden gar nicht mit meinem hässlichen, miesgelaunten älteren Kollegen schiebe – sondern mit der jüngeren, hübscheren Schwester von Scarlett Johansson.”
Diese Männer hatten schlicht Angst. Und dann lehnt man am besten alles ab, was einen irgendwie weiter in Gefahr bringen könnte. Insofern, liebe Karrierefrauen, lasst euch von solchen komischen Studien nicht verunsichern. Kommt nur bitte zahlreich in unsere Firmen und Büros! Und nicht die Zara-Kostümchen vergessen…

Auf diesen Seiten bloggt Jens Clasen, Chefautor von Men's Health, über Männer-