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Flirt-Erfolg durch Ignorieren ist in etwa so wahrscheinlich wie Sattwerden durch Hungern

Ein im Netz kursierendes Flirt-Gebot für Männer lautet: “Wenn du willst, dass sich deine Traumfrau für dich interessiert, musst du sie ignorieren.” Ich habe noch nicht mit einem erfolgreichen Anwender dieser Strategie sprechen können. Also habe ich es selbst versucht, und ich fürchte, den Zahn muss ich Ihnen leider ziehen: Ich ignoriere Scarlett Johansson nun schon seit Jahren, und das massiv – aber sie mich eben auch. Der Trick funktioniert einfach nicht.

Nun deutet auch die Umfrage eines Partner-Portals darauf hin, dass diese Taktik komplett ins Leere läuft. Auf die Frage “Was ist für Sie das schönste Flirtsignal?” wurde die Antwort  ”Ich stehe darauf, wenn mir mein Flirtpartner die kalte Schulter zeigt – das weckt meinen Jagdinstinkt!” von genau null Prozent aller Frauen gewählt. Null Prozent. Und die These vom Verführen durch Ignorieren greift ja nur, wenn es jemanden gibt, der sich auch ignorieren lässt. Wenn die Frau nicht mitspielt, können Sie sich wundignorieren, es wird sie nicht berühren. Sie ignoriert Sie auch – oder, schlimmer noch, sie weiß noch nicht einmal, dass es Sie überhaupt gibt. In diesem Falle ergibt also Minus und Minus nicht Plus. Sie können natürlich erst einmal zu jeder Traumfrau hingehen und es ihr sagen: “He, du siehst vielleicht klasse aus – aber ich ignoriere dich jetzt einfach, ätsch!” Das wird sie ungefähr so beeindrucken wie ein bellender Hund mit Mundgeruch, der schnell wegrennt. So eine Ansage führt außerdem Ihre Ignorier-Taktik ad absurdum, Sie werden sich damit mehr Körbe einhandeln als der Rattan-Fänger von Hameln.

Was die Sache braucht, ist ein Haken. Einen Hook. Wie in jedem Flirtspiel ist auch hier das Entscheidende, dass es einen Kontakt zwischen Ihnen und der Frau gab, und dass davon etwas bei ihr hängen bleibt. Ein tiefer Blick in die Augen, ein Lächeln, eine beeindruckende Geste – etwa dass Sie ihr die Tür aufhalten und ihr einen superknusprigen Tag wünschen – irgendwas. Sobald Sie merken, dass Sie für die Frau kein Unbekannter mehr sind, können Sie mit dem Ignorieren anfangen – aber tun Sie es nicht permanent! Wichtig ist, dass Sie zwischendurch immer mal wieder charmante Anwandlungen zeigen, Momente des Wiedererkennens und der souveränen Freundlichkeit – die sich dann abwechseln mit Situationen kompletter Entrücktheit. Es muss aussehen, als wären Sie die meiste Zeit mit Dingen von interstellarer Bedeutung befasst, und als ob es ihr – und nur ihr – ab und zu gelänge, zu Ihnen durchzudringen, oft eben aber auch nicht. Denn das Entscheidende für den Jagdinstinkt der Frau ist nicht Abweisung oder Ignoranz – sondern ein Rätsel, das diesen geheimnisvollen, gut aussehenden Mann umgibt, und das sie unbedingt knacken will.

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Gender hoch, oder sie schießen: Die Bundeswehr ist frauenfeindlich und bewaffnet

Das Verteidigungsministerium hat gerade eine umstrittene Werbekampagne für Frauen in der Bundeswehr gestoppt. Umstritten heißt in dem Falle vor allem, dass eine Journalistin von Spiegel Online sich im transportierten Frauenbild nicht wiedergefunden hat und deshalb einen kritischen Artikel veröffentlichte. Die Kollegin fand, dass die auf den Motiven zu sehenden Frauen nur übelste frauenfeindliche Rollenklischees transportierten. Die Frauen sind da beim Anprobieren von Schuhen zu sehen, beim Auswählen von Anziehsachen an ihrem Kleiderschrank – oder nach dem Sport. Das sind natürlich Dinge, die Frauen nur in absoluten Ausnahmesituationen und bloß unter Androhung von Gewalt tun. Darum wünscht sich die Autorin auch eher eine Darstellung in der gezeigt wird, “dass Frauen auch Panzer fahren oder Kampfjets fliegen”, wofür sie ja mit der Kampagne auch geworben werden sollen. Okay.

Nun wissen im Jahr 2014 natürlich fast alle Menschen, dass Frauen mehr können als Joggen und Schuhe Shoppen – nämlich alles, was Männer auch können. Aber nicht alle wissen offenbar, wie Werbung funktioniert – allen voran die Autorin. Denn sonst hätte sie gesehen, dass die Motive mit einer Vermischung von “normaler” Lebenswelt und Bundeswehr-Realität spielen. In alle Bilder sind Versatzstücke aus dem militärischen Umfeld eingeflochten: Im Bild vom Schuhgeschäft ein Paar Kampfstiefel, im Kleiderschrank und auf den Sportmotiven jeweils ein Kampfanzug. Man kann darüber streiten, ob dieses Prinzip verfängt – und auch darüber, ob Werbung immer das wirkliche Leben transportiert. Aber eines ist klar: Diese Verknüpfung von Alltag und Armee wäre spätestens beim Kampfjet einigermaßen schwierig geworden. Damit geht die Kritik am Kern der Kampagne komplett vorbei. Wir wollen doch auch keine Werbemotive, auf denen eine Frau mit dem Sturmgewehr ins Kino geht, oder mit der Bazooka ins Hallenbad. Eine Rekrutin beim Einfahren ihres Kampfpanzers in die Tiefgarage wäre vielleicht ganz lustig – aber in diese Richtung zielte die Kritik ja gar nicht. Die wollte nichts verbessern, sondern nur ablehnen. Die sollte nur sagen: Alles was Frauen nicht beim Lösen hochkomplizierter mathematischer Gleichungen oder beim Umgang mit hochtechnisiertem Gerät zeigt, muss per se frauenfeindlich sein. Bin gespannt, wann die ersten Kundinnen von Schuhgeschäften und Fitness-Studios auf die Straße gesetzt werden, weil ihr Verhalten der feministischen Sache schadet.

Tja, nun wurden die Werbemaßnahmen erstmal unter Vorschub fadenscheiniger Begründungen ausgebremst. Fakt ist: Eine sicherlich nicht billige Kampagne muss nun erneut konzipiert, produziert und (mit Steuergeldern) bezahlt werden. Und das nur, damit auch Frauen sich von einer Bundeswehr-Reklame angesprochen fühlen, die keine Schuhe kaufen, keinen Sport treiben und keinen Kleiderschrank haben. Wie viele werden das wohl sein?

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Online-Dating führt nicht zu mehr glücklichen Beziehungen, sondern nur zu mehr Beziehungen

Die Online-Suche nach der Traumfrau oder dem Traummann gilt als Revolution der Partnerwahl. Sie besticht durch den scheinbar direkten Zugriff, aber ohne den 60er-Jahre-Muff von Heiratsvermittlungen und Kontaktanzeigen, dafür mit mehr Auswahl – und angeblich genauer Passung dank ausgefeilter Algorithmen. Warum eine Frau im Café ansprechen und eine Abfuhr riskieren, wenn man bei neu-eliteparship.de gleich alle ihre Interessen und Neigungen durchsuchen kann? Die Schnüffelei geht ja sogar so weit, dass sich Leute, die sich “analog” im Café kennen gelernt haben, erstmal gegenseitig googeln. Und die Kellnerin aus dem Café gleich mit.

Nun zeigt eine Studie, dass eben diese Such-Optimierung die Liebe killt. Weil sie oft halbgare Beziehungen produziert. Eine Untersuchung der Michigan State University hat offengelegt, dass Beziehungen, die aus Online-Dating hervorgegangen sind, signifikant häufiger in Trennung enden als Nicht-Online-Partnerschaften – und das sogar, wenn es zur Hochzeit kam. Die Forscher vermuten dahinter 3 Gründe: Durch Online-Dating ist es so viel einfacher, neue Partner zu finden, dass die Menschen sich nie zu 100 Prozent auf einen Partner einlassen – es gibt ja immer noch ein Back-up. Alle schnüffeln immer weiter. Ein weiterer Grund ist die schiere Masse an möglichen Partnern, die den Online-Datern suggeriert wird. Die macht es schwerer, sich auf eine(n) festzulegen. Außerdem investieren Analog-Paare mehr Zeit in den Aufbau von Nähe und Vertrautheit. Es macht eben doch einen Unterschied, ob eine Frau in ihrem Profil schreibt, dass ihre Hobbys Reiten, Schwimmen, Lesen sind – oder ob sie mit Begeisterung von ihrer geheimen Leidenschaft erzählt.

Ich war schon immer etwas skeptisch, was die Digitalisierung des Liebeslebens angeht. Ich würde mir ja auch von einem Roboter nichts kochen lassen. Er mag die perfekten Geschmackssensoren haben, alle Informationen für ein perfektes Essen können in seinen Speicherzellen stecken – aber diese brutzelnde Blechbüchse kann doch niemals meinen Geschmack kennen! Natürlich können Sie im Netz nach Ihrer Prinzessin zu suchen. Aber ich empfehle ein Vorgehen in zwei Phasen: Erst treffen Sie sich mit 10 Kandidatinnen, die in Frage kommen, jeweils einmal. Dann 10 Mal mit der einen von diesen 10, mit der Sie sich am besten verstanden haben. Bei keinem dieser 10 Dates darf irgendetwas laufen außer vielleicht einem Kuss – und während dieser Zeit dürfen Sie kein einziges Mal in Ihrem Konto nach anderen Kandidatinnen schauen. Keine Ahnung, ob Sie so die wahre Liebe finden – aber Sie kommen dem wahren Leben wieder auf die Spur.

 

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Frauen suchen nach ewiger Jugend, weil Männer ewig nach Jugend suchen, aber so ist das gar nicht

Wie alt mögen Frauen ihre Männe rund umgekehrt? Nun, der Traummann einer Frau Mitte 20 ist Mitte 20, der Traummann einer Frau Mitte 30 ist Mitte 30. Die Traumfrau eines Mannes Mitte 20 ist 20. Die Traumfrau eines Mannes Mitte  30 ist 20. Die Traumfrau eines Mannes Mitte 40 ist 20. Die Traumfrau eines Mannes Mitte 50… – ach, Sie ahnen es. Das sind Ergebnisse einer Auswertung von Daten auf Dating-Profilen im Netz. Na, das ist ja mal ein junges, dickes Ding! Gleich heißt es wieder: #Aufschrei. Männer suchen immer nur nach so jungen Mädels! Von wegen.

Zunächst scheint ein Problem offensichtlich: Während Frauen in der Lage sind, sich ihrer Umgebung anzupassen, sucht der Mann stur nach dem Optimum seiner Wunschvorstellungen und Träume. Warum dieses für so viele Männer bei 20 liegen soll – keine Ahnung. Hat vielleicht nicht nur mit Äußerlichkeiten zu tun, mit straffen Rundungen und glatter Haut, sondern auch mit der Sehnsucht, selbst wieder jung zu sein, oder sich jünger zu fühlen. Vielleicht mit der Furcht vor dem unausweichlichen weiblichen Reproduktionsbedürfnis, dessen Überkochen die meisten so gegen Ende 20 ansiedeln. Jedenfalls ergibt sich daraus ein Dilemma: Keine Frau bleibt für immer 20, ein Mann müsste sich also jedes Jahr von neuem umschauen. Sieht aber so das Optimum aus? Nein, denn auch der Mann sucht nach Vertrautheit und Kontinuität. Also passiert was? Die Frau versucht doch verzweifelt und mit den Jahren immer verzweifelter, 20 zu bleiben. Das endet meist in traurigen Szenen vor dem Spiegel und in gescheiterten Schönheits-OPs. Nicht schön. Und vor allem: Nicht ganz die Wahrheit.

Denn es lassen sehr wohl Millionen Männer die Frauen an ihrer Seite altern und lieben sie dennoch oder gerade deswegen. Die erwähnten Zahlen stammen schließlich aus Profilen von Single-Männern, die auf der Suche sind. Da gelten andere Regeln als in der Beziehung. Natürlich geben sie da zunächst einen Optimalwert an. Denn sie wissen, dass alles im Leben irgendwie Verhandlungssache ist – und dass man immer hoch pokern muss. Niemand sagt sofort, was er denkt, und keiner nimmt nur, was auf den ersten Blick das Beste ist. Jedenfalls glaube ich nicht, dass alle diese Männer sich tatsächlich auf niemand anderes einlassen als auf eine 20-Jährige. Es besteht ja auch nicht jede Frau auf einem schönen Prinzen mit weißem Pferd (oder Porsche), mit Harvard-Abschluss und einem Geschäftsführerposten.

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Das Problem bei Frauen ist nicht, dass sie so viel schlechte Laune haben, sondern so oft

Was würden Sie sagen: Wie oft hat Ihre Liebste schlechte Laune? Oder Frauen überhaupt? Eine britische Studie hat nun gezeigt, es sind so ziemlich genau 10 Tage im Jahr. ”Niemals!”, protestieren da die Männer, “das müssen mehr sein! Mindestens 400 Tage!” Aber so ist das nun einmal, wenn man Leute fragt, ob sie schlecht gelaunt sind: Sie geben es nicht gern zu. Schlechte Laune ist ja kein Status Symbol, sie gilt in unserer Happy-go-lucky-Welt eher als eine Art Handicap. Da wird abgestritten, die Schuld auf andere geschoben. Ich frage mich, ob die Studienmacher auf ihre Li-La-Launefrage auch so typische Antworten bekommen haben wie: “Ich bin nicht schlecht gelaunt, mir geht nur deine ständige Fragerei auf die Nerven!”

Vielleicht kommt das mit den 10 Tagen aber auch hin. Denn gemeinhin beklagen Männer bei Frauen ja auch eher selten längere Phasen der Übellaunigkeit. Es geht eher um plötzliche Launenwechsel, um launische Wetterumschwünge, um den rasanten Absturz von superhappy zu “alles Kacke, deine Elli”. Man müsste das mal ausrechnen: Wenn eine Frau im Durchschnitt 5 Minuten in jeder ihr möglichen Stimmung verbringt (das dürften so rund 2500 sein) und dann in eine andere wechselt – wie viele Minuten, Stunden, Tage schlechte Laune im Jahr kommen dann dabei heraus? Womöglich sind 10 Tage ein relativ genauer Annäherungswert.

Immerhin zeigen beide Geschlechter Weisheit und Pragmatismus im Umgang mit den weiblichen Launentiefs: Zwei Drittel der Frauen gaben in der Studie zu, dass Frauen wohl launischer sind als Männer. Zwei Drittel der Männer hingegen sagten, dass Sie sich am liebsten dünne machen, wenn ihre Partnerin mal wieder mies drauf ist. Das ist wohl auch besser, denn typische männliche Troststrategien (“Stell’ dich nicht so an!” oder “Lass’n Kopp nich’ hängen, Olle!”) ziehen bei den Damen nicht so gut. Aber Sie wollen sich nicht drücken – und sie lieber trösten? Dann schenken Sie ihr Blumen und sagen: “Nun lach mal wieder! Gibt schönere Falten als schmollen.”

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Männer sind glücklich mit Frauen, wenn Frauen glücklich mit Männern sind, auch wenn die Männer eigentlich nicht glücklich sind

Was ist wichtig dafür, dass die Liebe glücklich ist und bleibt? Dass beide Partner miteinander reden, sagen die einen. Dass immer genug Bier im Kühlschrank ist, sagen andere. Auch wichtig: dass es im Bett funktioniert, beide treu sind und gemeinsame Interessen haben. Eine neue US-Studie fasst nun all das zusammen. Sie sagt: Eine Ehe ist dann glücklich, wenn – die Frau glücklich ist. Äh, was? Ja, so steht es hier: “A wife’s happiness is more crucial than her husband’s.”  Hammer.

Reflexartig bläht da der Aufschrei den Hals, der Protest bricht aus uns heraus: Mal wieder typisch! Nie geht es darum, was der Mann fühlt, will, braucht, sucht. Immer nur die Frauen. Die Kerle sind die Verlierer der Liebe! Aber Stopp! Ganz so ist es nicht. Die Forscher sagen nämlich: Je glücklicher die Frau ist, desto zufriedener ist auch der Mann – und zwar  völlig ungeachtet dessen, was er selbst von der Ehe hält. Also auch wenn ihn einiges stört. Wie selbstlos von uns. Oder doch nicht? Schauen wir mal genau hin: Was tun denn Frauen, wenn sie etwas in der Beziehung stört? Sie sprechen es an, äußern Unmut. Mancher sagt: Mäkeln herum. Aber immerhin: Sie reden. Was tun Männer, wenn sie mit etwas in der Beziehung unzufrieden sind? Sie gehen zum Kühlschrank, holen Bier. Sagen nichts, brummeln höchstens etwas in sich hinein. Und genau das sagt doch die Studie: Auch wenn er etwas auszusetzen hat, sagt der Mann nichts. Er ist zufrieden, so lange nur die Frau zufrieden ist. Man könnte auch sagen: So lange sie mal nicht meckert. Solange schluckt er seinen Ärger runter. Spült mit Bier nach.

Daran muss sich etwas ändern. Nein, nicht in der Studie. Im Leben. Sie als Mann müssen auch mehr meckern, und zwar nicht nur als Gegenwehr zum Gekrittel der Frau. Sondern aktiv. Ab jetzt wird kein Frust mehr runtergeschluckt. Ab heute wird zurückgemoppert. Wenn die Haarspray-Wolke der Frau das Bad verseucht: Nicht grollend stillschweigend einatmen – nein, protestieren. Wenn die Frau Stunden braucht, um sich für eine Verabredung fertig zu machen: Nicht schmollend Handy-Games spielen, sondern Einspruch erheben. Wenn die Frau ständig darauf besteht, ihre TV-Serien zu schauen: Nicht grummelnd hinnehmen, sondern dagegen andiskutieren. Oh, Sie zögern? Weil so womöglich gute Ausreden wegfallen? Dafür das Bad nicht zu betreten? Dafür Handy-Games zu spielen und einen zweiten Fernseher anzuschaffen? Tsts, Sie Schlingel. Da soll einer sagen, wir Männer seien nicht komplex. Na, Hauptsache, Sie sind glücklich.

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Sagen Sie einer Frau nicht täglich “Ich liebe dich”, am besten sagen Sie “Ich liebe dich” nicht

Akademiker sagen seltener “Ich liebe Dich”, wie uns nun ein Dating-Portal wissen lässt. Aha. Heißt das: Nur ungebildete Menschen gestehen einander häufig ihre Zuneigung, Studierte hingegen wissen um die Macht des Geheimnisses? Gilt hier die einfache Regel: Je bildungsferner, desto menschennäher? Oder soll das heißen, die Doofen wissen einfach nicht, was sie sonst sagen sollen? Man könnte auch schlussfolgern: Man muss ganz schön blöd sein, sich jeden Tag ein “Ich liebe dich!” entgegen zu trompeten. Aber das täuscht. Menschen mit Hochschulstudium sind nämlich gar nicht so zurückhaltend, wie es zunächst scheint. Auch wenn sie im Ranking hinten landen, sagen sogar 38 Prozent der Akademiker einander jeden Tag mindestens einmal die drei Worte. Die Nicht-Studierten sagen sie zu 45 Prozent – kein Riesenunterschied.

Also beweist diese Studie vor allem eines: Es gehört nicht unbedingt Klugheit dazu, ein Studium abzuschließen. Ich halte dieses Extreme-Ich-liebe-diching nämlich für falsch. Inflation bedeutet Wertverfall. Der zu häufige Gebrauch einer solchen Zeile nimmt ihr den Zauber, macht daraus so eine Art Grußformel. Denken Sie mal nach: Wann haben Sie zuletzt darüber nachgesonnen und in sich hineingefühlt, dass Ihnen jemand einen “Guten Morgen” wünscht? Sich aufrichtig über diese liebenswürdige Geste gefreut, sich gar dafür bedankt? Sehen Sie. Schnell wird aus solchen Wort-Bausteinen durch Abnutzung ein abgehacktes “‘n Morgen!”, und “Ich liebe dich!” wird durch Überfrequentierung zum unsäglichen “Lieb’ dich!” In den USA sagen sich die Menschen so etwas ja tatsächlich schon als Ersatz für “Good-bye”, wenn sich die Kinder zur Schule verabschieden oder ein Ehepartner zum Einkaufen geht. Sind Amerikaner also dümmer als wir? Oder einfach schneller?

Egal. Ich bitte Sie jedenfalls, sich von dieser Zunahme, nein: diesem Tsunami intimer Geständnisse nicht mitreißen zulassen. Halten Sie öfter mal die Klappe. Sagen Sie der Frau Ihrer Träume NICHT jeden Tag, dass Sie sie lieben. Viel besser ist es, wenn Sie es ihr jeden Tag zeigen – durch ein perfekt passendes Kompliment, durch ein raffiniert gekochtes Essen, indem Sie sich für sie Zeit nehmen, obwohl Sie keine haben. Denn es gilt weiterhin: Reden ist Silber, Handeln ist Gold.

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Frauen reden gar nicht mehr als Männer, sie haben ja nun WhatsApp

Hören Sie das? Genau: Es redet niemand. Besser gesagt: Es redet keine Frau! Was ist da los? Warum sind sie verstummt? Wir sind doch sicherlich alle in dem Bewusstsein aufgewachsen, dass Frauen mehr reden als Männer. Nicht nur, dass Mama ständig geredet hat, während Papa sich eher stumm hinter seiner Zeitung verkroch. Nein, auch Klassenkameradinnen haben dauernd geplappert, während Jungs sich lieber kloppten oder Fußball spielten. Oder erst Fußball spielten und sich dann kloppten. Nur geredet haben die Burschen selten oder nie. Es gab sogar Studien die das bestätigten, die dann die Wörter gezählt haben, die Männer und Frauen am Tag so redeten. Da hieß es dann, Frauen reden jeden Tag 13.000 Wörter und Männer 2. Oder so.

Später glichen sich die Zahlen immer mehr an, die Studien wurden modifiziert, so dass die Männer scheinbar gesprächiger wurden. Letzter Stand: Männer und Frauen reden gleich viel, nämlich 16.000 Wörter am Tag. Dass dies kaum der gefühlten Wahrheit entspricht, kann wohl jeder bestätigen. Jedenfalls scheint es so, als wollten die Frauen dieses Etikett “reden mehr” loswerden. Fragt sich, warum sie nicht einfach weniger reden, und vielleicht mehr Fußball spielen.

Die Frauen reden aber immer weiter, nur dass sie jetzt auch noch darüber reden, dass es ja gar nicht sein kann, dass sie mehr reden als die Männer, da gibt es doch auch diese Studie, und dann, zu ihren Männern: “Überhaupt, jetzt sag’ du doch auch mal was dazu.” Dann aber  wurden die Frauen  seltsam still. Die Männer dachten: Wow, ist das ruhig hier, muss man beim Fußballgucken gar nicht mehr die Lautstärke so hochdrehen, was ist denn da los? Kaum waren die Männer vorsichtig optimistisch, dass das ganze Palaver nun endlich ein Ende hat, kam diese Studie daher: Frauen nutzen digitale Messenger-Dienste wie WhatsApp fast doppelt so viel wie Männer.  Mordsmäßige 145 Minuten pro Tag texten junge Frauen (14 bis 29 Jahre) pro Tag ihre Umgebung voll – Männer gleichen Alters hingegen nur 80 Minuten am Tag. (Was immer noch ziemlich viel ist, wenn man bedenkt, dass sie ja nur zwei Worte loswerden müssen: “Yo” und “Digger”.) Es ist also gar nicht ruhiger geworden. Das ist ein groß angelegtes Täuschungsmanöver, das Palaver 2.0: Der Wortstrom wurde bloß wie so vieles digitalisiert. Bleibt die Erkenntnis: Wer den stoppen will, muss selbst handeln, aber  ganz ohne Klebeband. Ich jedenfalls habe gerade WhatsApp deinstalliert.

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Sind putzende Männer putzig, nur weil viele Frauen sich lieber in ein gemachtes Bett legen wollen?

Vor nicht allzu langer Zeit machte eine Studie die Runde, der zufolge Paare mit einer traditionellen Rollenverteilung – sie Haushalt, er Job – am meisten Spaß im Bett hätten. Das konnte natürlich nicht sein, und so folgt nun eine Studie, die das Gegenteil besagt. Demnach haben Paare mit einer gleichberechtigten Rollenverteilung den besten Sex. Der Grund für diesen Stimmungswechsel: Nach Angaben der Forscher stammten die Daten der ersten Studie noch aus einer Zeit, in der das traditionelle Rollenverständnis mehr in den Köpfen festsaß, sprich: aus den 80ern und frühen 90ern. Heute allerdings sollen putzende Kerle der Inbegriff der Attraktivität sein.

Es ist eindeutig: Solche Studien sollen Hausarbeit nachhaltig als Attraktivitätsmerkmal für Männer etablieren. Männer sollen denken: Wenn ich mehr putze, findet sie mich heiß, dann läuft es besser im Bett. Da haben wir den Klischee-Horror der nackt putzenden Hausfrau gerade überwunden, da soll das nächste Stereotyp installiert werden. Als trüge das männliche Top-Sex-Symbol statt zwei Autoreifen Staubwedel und Schürze! Natürlich ist es wichtig, dass die Kerle im Haushalt mindestens die Hälfte erledigen. Aber wir müssen uns doch gegen die Behauptung wehren, dass Hausarbeit irgendwen auf irgendeine Weise sexy macht. Staub saugen, Boden wischen, Fenster putzen – all das ist so erotisch wie Gummihandschuhe! Männer bewirken durch ihre Beteiligung an der Hausarbeit doch vor allem eines: Die Frauen haben mehr Zeit und sind entspannter – das ändert vielleicht auch etwas im Bett. Aber was diese Studien uns vor allem zeigen ist, dass Putzen die erotische Kommunikation nachhaltig stört, bei Männern und Frauen gleichermaßen.

Überhaupt: Wie oft ist die Rede davon, der Mensch wünsche sich wilde, animalische Lust? Knüppeln wie die Tiere! Rüsseln wie die Wildschweine! Aber haben Sie je einen Keiler gesehen, wie er Wäsche aufhängt? Oder eine Wildsau beim Bügeln? Tiger beim Kochen? Nein! Denn Tiere leben im Dreck, sie wälzen sich im Schlamm, und viele essen rohes Fleisch. Nur darum finden sie einander attraktiv, nur deshalb knallt es bei der Paarung. So einfach ist das. Fallen Sie nicht auf diese von der Putzmittel-Industrie lancierten Berichte herein! Lassen Sie sich nicht in die Tentakelarme der Sauberkeitsmafia treiben! Leben Sie mit Ihrer Liebsten in einem Drecksloch und treiben Sie es da ungehemmt schmutzig wie ein Höhlenmensch!!! Äh, wie, was? Ach so, Sie mögen Ihre Wohnung ganz gern? Und Sie räumen gern auf? Putzen sogar ab und zu? Öh, tja, dann… Kann ich Sie vielleicht wenigstens dazu überreden, nicht jeden Morgen das Bett zu machen?

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Die Männer ziehen für den Job um, die Frauen ziehen sich was Nettes an und dann beim Mann ein

Männer ziehen eher für einen Job um, Frauen für die Liebe. Sagt zumindest eine neue Umfrage. Klingt nach dem klassischen Rollenmuster. Der Mann zieht los, auf die Jagd – nur dass er heute nicht mehr Mammuts jagt, sondern Geld. Davon kauft er dann Mammutsteak, tiefgefroren. Auf seiner Jagd ist dem Mann kein Hindernis zu schwer, kein Aufwand zu groß, kein Weg zu weit. Wenn es sein muss, zieht er für die Jagd in eine andere Höhle um. Die Frau geht erst einmal nicht auf die Jagd. Sie studiert Germanistik und Kulturwissenschaften und schaut den Männern lächelnd beim Jagen zu. Wenn ihr einer gefällt, legt sie Kriegsbemalung an und erlegt ihn. Dann zieht sie zu ihm in die Höhle und fragt: “Ach, du bist gar nicht von hier?”

Aber vielleicht steckt gar nicht dieses steinzeitliche Modell dahinter. Man weiß ja, dass auch Frauen wegen ihrer Jobs kreuz und quer durch Deutschland ziehen. Vielleicht geht es gar nicht um die Prioritätensetzung zwischen Geld oder Liebe. Womöglich liegt es daran, dass allgemein beim Zusammenziehen von Paaren eher die Frau zum Mann zieht, das ist ja auch “wegen der Liebe umziehen”. Nicht nur weil Männer in der Beziehung meist die älteren sind, vielleicht früher Geld verdienen, darum auch eher eine eigene Wohnung haben. Nein, bei der Frage “Ziehen wir zu mir oder zu dir?” geht es noch um etwas ganz anderes. Ein Mann hat grundsätzlich viel mehr Probleme damit, in die zimmerbepflanzte, vorhangverseuchte, kissenbezogene, durchdekorierte Wohnung einer Frau einzuziehen und dort sein Lager aufzuschlagen, als umgekehrt. Da lädt er lieber die Frau stolz in seine Höhle ein. Die Frau hingegen nimmt gern die Einladung des Mannes an, sie kennt da keine Angst und keine Skrupel. Zimmerpflanzen, Vorhänge und Kissen kann sie ja einfach mitnehmen. Mit noch einem Sideboard hier und einem Kaffeetischchen da wird schwuppdiwupp! aus der Höhle des Mannes die Wohnung der Frau. Statt Mammutsteak gibt’s nun Tofu-Burger. Das taucht in der Statistik natürlich so nicht auf.

Ist aber auch alles kein Problem. Einen Punkt müssen Sie natürlich vor ihrem Einzug unbedingt klären: Sie müssen die Frau unbedingt fragen, ob sie nun wegen der Liebe zu Ihnen zieht – oder wegen Ihres gut bezahlten Jobs.

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