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“Liebling, jetzt nicht, ich habe Migräne!” “Na, dann erst recht!”

Es ist tatsächlich ein Klassiker, schon quasi das ultimative Klischee der Anti-Sex-Ausrede: “Schatz, heute nicht, ich habe Kopfschmerzen!” Und jetzt haben Forscher der Uni Münster in einer Studie festgestellt, dass ausgerechnet Sex gegen Migräne helfen kann -  eine der tückischsten und schwerwiegendsten Formen von Kopfschmerz, unter der Frauen fast doppelt so häufig leiden wie Männer.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass die meisten der von ihnen befragten Migräne-Patientinnen während ihrer Kopfschmerzattacken keinen Sex haben. Wenn sie sich jedoch darauf einließen, ging es ihnen meist besser: 60 Prozent der Befragten verspürten nach dem Sex eine Linderung der Migräne-Beschwerden.

Das nur zur Info. Ist ja im Grunde nicht überraschend. Schon früher haben Studien gezeigt, dass bei Migräne moderater Sport und einige Entspannungstechniken helfen können. Und um etwas anderes geht es doch hier auch nicht, oder? Wichtig also: Kein Kampf-Kamasutra, sondern sanft und langsam.

Und stellen Sie sich jetzt bloß nicht neben der nächsten Apotheke auf und bieten allen hübschen, gut gebauten Käuferinnen von Migräne-Tabletten eine “bessere Lösung” ihrer Probleme an!

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Sexistische Männer erkennen Sie an den großen Brüsten (die sie gern anstarren)

Soll ich Ihnen mal meinen Favoriten für das Forschungsergebnis des Jahres mitteilen? Mit Goldkranz und Sternchen? Okay, aber: Gut festhalten. Am besten anschnallen. Das wird Sie umhauen. Ich sage nur: Krone der Wissenschaft. Forscher-Olymp. Hier ist es:

Die University of Westminster hat in einer aufwändigen Studie herausgefunden, dass sexistische Männer bei Frauen auf große Brüste stehen.

Ist das nicht der Hammer? Da kurven milliardenteure Roboter über den Mars, da laufen unendlich kostspielige Genom-Entschlüsselungsprojekte und Mammut-Wiederbelebungsversuche – dabei lassen sich Forschungsgelder so sinnvoll einsetzen!

Sexistische Männer stehen auf große Brüste.

Das hat ungefähr die Qualität von “Fans des FC Barcelona mögen Ballsport.” Oder “Vegetarier essen kein Fleisch.” Oder: “Katzen würden Whiskas kaufen.” Nur dass man für solche Sprüche eigentlich keine 361 heterosexuellen Männer befragen muss. Darf ich fragen, unter welchem Namen die Arbeit an dieser Studie lief? War es das “Brüderle-Brojekt”? Tja, zumindest in diese Richtung lässt sich aus der Studie etwas Sinnträchtiges ableiten: Hätte der FDP-Mann dereinst mal besser in ein nicht so gut ausgefülltes Dekolletée geschaut. Normalgroße Brüste zu mögen spricht nämlich laut der Studie eher für ein normales Verhältnis zu Frauen. Dann wäre vielleicht keine Sexismus-Debatte entstanden. Oder vielleicht doch? Jedenfalls dürfte die Uni Westminster gespannt sein, was die Abteilung Attacke der Freizüglichen Demokratischen Partei ihrer Forschung noch so hinzufügen hat. Vielleicht schwappt da demnächst eine richtige Westminsterwelle übers Land.

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Frauen sagen öfter “Ich liebe dich”, Männer lieben Frauen lieber ohne was zu sagen

Wie oft denken Sie: “Wow, ich liebe diese Frau!” – und wie oft sagen sie es ihr dann auch? Und, ganz wichtig: Wie oft ist das eine Frau, mit der Sie in einer Beziehung stecken?

 Frauen sagen einer US-Studie zufolge in einer Beziehung häufiger “Ich liebe dich” als Männer. Männer zeigen ihre Zuneigung zur Angebeteten anders, nicht durch Worte sondern Taten, etwa indem sie im Haushalt helfen – oder häufiger die Initiative zum Sex ergreifen. Tja. Für viele Männer ist “Liebe” und “Liebe machen” eben sehr nah beieinander. Da schwingt in “Ich liebe dich” immer eine gewünschte aktive Komponente mit.

Jaja, die berühmten drei Worte. Frauen sagen sie öfter, Männer sagen sie früher, nämlich schon ganz am Anfang einer Beziehung. Natürlich nie ganz ohne Wunsch-Hintergedanken. Einige sagen sie sogar schon vor der Beziehung, nämlich wenn sie kurz nach dem Kennenlernen und den ersten 4 Drinks  in einem Club forsch die Initiative zum Sex ergreifen. Gut, nee, klar. Ist ja verständlich: Da können sie ihr ja auch schlecht im Haushalt helfen. Obwohl es vielleicht bei der einen oder anderen Frau besser ankäme, wenn Sie  ihr ins Ohr flüsterten: “Ich würde dir gerne mal beim Abwasch helfen” anstatt zu raunen: “Ich liebe dich, sollen wir ins Bett gehen, damit ich’s dir zeigen kann?”

Ob die einen den Satz zu oft sagen, oder die anderen zu früh – beides tut dem Satz nicht gut. Er ist empfindlich und hat einen starken Verschleißfaktor. Seine Bedeutung verwässert bei zu frühem Gebrauch, sein Wert nutzt sich bei übertriebener Nutzung ab. Darum wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht. Und halten Sie im Zweifel die männlichste aller Reden: Sagen Sie nichts. Helfen Sie ihr lieber lächelnd in den Mantel. Das ist fast so gut wie Abwasch.

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Frauen schauen bei Männern aufs Geld, Männer schauen bei Frauen lieber woanders hin

Frauen wollen nur ihr Geld. Sage nicht ich, sagt eine Umfrage, die im Auftrag einer Bank erstellt wurde. Hier, lesen Sie selbst: 71 Prozent der befragten Männer sagten, dass Geld für sie bei der Partnersuche nicht wichtig ist, das gleiche sagten von sich aber nur 58 Prozent der Frauen. Allerdings wissen wir: Auch Banken wollen nur Ihr Geld. Also bitte mit Vorsicht genießen! Denn wahrscheinlich macht die Bank die Umfrage, damit Sie denken: Nee, bevor ich das Geld (m)einer Frau gebe, bringe ich es lieber auf die Bank – am besten gleich zu der Bank mit der Umfrage. Behalten Sie lieber Ihr Geld, lesen Sie erst einmal.

Denn trotz allem zeigt die Umfrage interessante Details.  Beispiele: Männer und Frauen halten sich jeweils für sparsamer als das andere Geschlecht. Allerdings sind die Frauen mit 41 Prozent weit mehr von sich als Sparstrumpf überzeugt als die Männer mit 27 Prozent. Klar, weil: Männer rennen ja viel öfter zum Shoppen in die City und bestellen viel mehr bei Zalando. Auch nett: Männer haben doch angeblich einen unromantischen Blick aufs Eheglück, ihnen wird nachgesagt  ”nur wegen der Steuer” zu heiraten. Von wegen: Beide Geschlechter schauen laut Umfrage beim Heiraten in gleichem Maße auf die Steuervergünstigungen (Männer zu 18, Frauen zu 15 Prozent). Einig sind sich die Geschlechter wenigstens darin, dass Männer in Finanzdingen risikobereiter sind als Frauen. Das sagten Männer wie Frauen zu je etwa 60 Prozent. Wer sich die Umfrageergebnisse genau anschaut, kann allerdings zu dem Schluss kommen, dass eines dieser Risiken für den Mann die Ehe ist. Denn: Nur 6 Prozent der Männer wünschen sich, dass ihre Frau mehr verdient als sie, das gleiche wünschen sich aber 18 Prozent der Frauen von ihren Männern. Der Mann soll also nach wie vor für fast ein Fünftel der Frauen der Hauptverdiener sein. Immer nur die Kohle im Kopf, ts, ts, ts.

Nun denn. Wie auch immer wir die Sache mit den Paaren und den Finanzen drehen, am Ende gilt wohl in Abwandlung ein altes Sprichwort: Beim Geld hört die Liebe auf – und die Ehe fängt an.

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Männer müssen nicht witzig sein, um Frauen ins Bett zu kriegen, gutes Aussehen ist witzig genug

Wenn es nach den Frauen geht, sollen Männer ja immer ganz viel Humor haben. Über sich selbst lachen können und so. Nur leider kommen sie kaum dazu, über sich selbst zu lachen, weil sie ihren Humor für so viele andere Dinge brauchen, die gerne mal von Frauen ausgelöst werden – die Delle im Kotflügel, die überzogene Rechnung des Innenarchitekten, den Shopping-Wahnsinn in der City, die öffentlichen Lästereien über ihre Qualitäten als Hausmann. Dafür braucht Mann einen Großteil seines Humors.

Ganz abgesehen von diesem passiven Humor sollen Männer aber auch möglichst ganz aktiv selbst witzig sein, um die Herzen der Frauen zu erobern und zu halten. Zu diesem aktiven Humor fehlt manchem angesichts von Dellen und Rechnungen nur leider der Ehrgeiz. Fresse gezogen, Pech gehabt. Frau weg. Hahaha. Nicht witzig? Okay.

Wie immer naht an dieser Stelle Rettung. Sie müssen gar nicht so lustig sein, um eine Frau zu beeindrucken – es reicht schon, wenn Sie wahnsinnig gut aussehen! Eine Studie der University of Stirling hat jetzt gezeigt, dass Männer automatisch als witziger und humorvoller gesehen wurden, wenn sie äußerlich attraktiv waren. Na, das ist doch super für Sie als angehende Cover-Models.

Wie bitte? Sie dachten immer, es sei umgekehrt? Dass unattraktive Männer ihren Mangel an gutem Aussehen durch Humor wettmachen könnten? Ja, da können Sie mal sehen, wie geschickt die Mädels das eingefädelt haben: Sie haben allen unattraktiven Männern eingetrichtert, möglichst witzig zu sein, damit sie solange gute Unterhaltung haben, bis der nächste Brad Pitt den Raum betritt. Dann umschwirren sie den, lachen über jede noch so dämliche seiner Bemerkungen – und die hässlichen Männer rotten sich unzufrieden zusammen und gründen eine Partei oder einen Konzern, um es den Frauen heimzuzahlen. So läuft’s Business. Dann doch lieber Brad Pitt sein.

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Aggressive Machos in der Werbung machen Männer zu aggressiven Machos, aber aggressive Mädel-Models erst recht!

Hyper-maskuline Werbung macht Männer aggressiv. Bebilderte Anzeigen in Zeitungen oder Zeitschriften, in denen Männer als extrem hart, gewalttätig, gefährlich und gefühllos gezeigt werden, verstärken einer kanadischen Studie zufolge bei jungen Männern ein rückwärtsgewandtes Weltbild. Sprich: Männer, die in der Werbung aggressive Macho-Typen sehen, werden selbst zu aggressiven Macho-Typen.

Jaja, mag sein. Aber mal ganz davon abgesehen, dass wohl niemand erwartet, dass Werbung die Erde zu einem besseren Planeten macht: Welche Werbung macht uns denn nicht aggressiv? Wer bekommt denn – Männlein oder Weiblein – nach 5 Minuten durchschnittlicher Reklame keine Lust, alles kurz und klein zu schlagen? Jeder weiß doch, was Werbung in uns allen auslöst – und jetzt sollen wieder allein die Männer daran schuld sein?

Nein, so geht das nicht. Es wird nicht gelingen, die Macho-Macker in der Werbung für irgendein Übel in der Welt verantwortlich zu machen. Das Problem liegt woanders. Ich will Ihnen sagen, wo es liegt. Bei den Frauen. Genauer gesagt: Bei den Frauen in der Werbung. Die sind schuld, wenn Männer sich in Werwölfe verwandeln. Schauen Sie sich doch bitte mal die durchschnittliche Frau in der Reklame an. Glaubt tatsächlich irgendjemand, dass diese Frauen, die klischeemäßig als total keksweich, shoppinggeil und desorientiert erscheinen, die Männer total kuschelig und friedlich stimmen? Oh, nein. Diese Primäropfer des täglichen Werbemassakers sind es nämlich, die uns Männer tatsächlich auf die Palme bringen. Da schwillt mir doch noch viel mehr der Kamm, wenn ich diese lebensfernen, kaputtfrisierten, bildbearbeitungsprogrammgeschädigten Mädelmodels durch ihre heile Welt schweben sehe! Da könnte ich wirklich zum Tier werden. Mit einem Kampfschrei könnte ich mich auf sie stürzen. Wie der lautet? Ich sage nur ZALANDOOOO!!!

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Frauen mit viel Testosteron haben kein Vertrauen zu Ihnen, aber wer hat das schon?

Hatten Sie schon einmal Schwierigkeiten, bei einer Frau zu landen? Hat sie gesagt, es läge daran, dass sie Ihnen nicht vertrauen könnte? Machen Sie sich deswegen keine Vorwürfe. Das kann an Ihrer verspiegelten Sonnenbrille und den Zuhälter-Westernstiefeln gelegen haben, muss aber nicht. Je nachdem, wie die Frau hormonell eingestellt ist, wird jeder Mann Probleme bekommen, ihr Vertrauen zu gewinnen. Eine Studie der Université Paris Descartes zeigte nämlich jetzt, dass Frauen mit höheren Testosteronwerten eher misstrauisch sind.

Um Missverständnissen vorzubeugen: Es ging hierbei um Frauen, die in ihrer Zeit im Mutterleib höheren Testosterondosen ausgesetzt waren. Also bitte keine Witze über Hormondoping, chinesische Kugelstoßerinnen oder Damenvollbärte, ja? Die Ausstattung mit mehr Testosteron ist oft mit bloßem Auge nur schwer oder gar nicht zu erkennen. Die Forscher vermaßen daher die Finger. Denn das Verhältnis Zeigefinger zu Ringfinger erlaubt da klare Rückschlüsse: Je länger der Ringfinger in Relation zum Zeigefinger ist, desto mehr Testosteron hat der Träger oder die Trägerin abbekommen.

Rücken Sie aber nun nicht bei jedem Erstkontakt oder Flirt mit dem Lineal an, das sieht komisch aus. Stellen Sie sich das doch mal umgekehrt vor! Es wäre außerdem schon seltsam, wenn Sie nach dem Vermessen der Finger zu ihr sagten: “Es tut mir Leid, aber ich sehe da keine Basis für ein vertrauensvolles Verhältnis!” Lassen Sie den Quatsch, sorgen Sie einfach selbst für eine vertrauensbildende Maßnahme. Nein, Komplimente über ihre breiten Schultern oder den Flaum auf ihrer Oberlippe sind jetzt der ganz falsche Ansatz! Sagen Sie lieber: “Hey, ich weiß, du kennst mich nicht und weißt nicht, ob du mir vertrauen kannst. Dafür müssen wir uns erst besser kennenlernen. Ich mache mal den Anfang und verrate dir ein Geheimnis über mich: Mein absoluter Lieblings-Drink ist ein ____________. Und deiner?”

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Vorsicht! Die Kosmetik-Mafia schießt mit dem Endokrinen Disruptor auf Ihren Otterschwanz!

Sie sind wahrscheinlich stolz, wenn jemand über Sie sagt: “Der hat’n Penis wie’n Otter!” Ein ausgewachsener Otter ist ja immerhin etwa einen Meter lang und bis zu 45 Kilo schwer. Da fühlt Mann sich schon mal geschmeichelt und wiegelt ab: “Es ist zwar ein Oschi, aber ganz so groß dann doch nicht…”

Aber so ist die Studie wohl gar nicht gemeint, die da vom Otter-Projekt der Cardiff-University veröffentlicht wurde. Die Forscher warnen nämlich, dass es Ihrem besten Stück womöglich genau so ergehen könnte wie dem eines Otters – und der durchschnittliche Otter-Penis ist in den letzten Jahren überdurchschnittlich geschrumpft. Grund dafür ist die Verbreitung von so genannten Endokrinen Disruptoren, also Kunststoff-Verbindungen, wie sie in Plastikflaschen oder auch Kosmetik verwendet werden. “Endokriner Disruptor” klingt ja erst einmal wie etwas, womit Lieutenant Worf auf eine Horde Romulaner ballert. Also zunächst mal nicht schlecht. Nur doof, wenn der Schuss nach hinten losgeht: Von diesen Stoffen wird nämlich vermutet, dass sie den Hormonhaushalt stören, auch beim Menschen. Darum also: Sparsam mit Körpercrèmes und immer schön aus der Glas-Pulle trinken!

Es gibt nämlich noch weitere Probleme, die bei den Ottern entdeckt wurden, und die womöglich auch die menschlichen Männchen betreffen: Hodenhochstand, Rückgang der Spermienzahlen, Fruchtbarkeitseinschränkungen, eine Gewichtsabnahme des Penisknochens um etwa ein halbes Gramm…

Äh, wie bitte, was war das Letzte? Penisknochen?

Das klingt doch zunächst mal ganz interessant. Halbes Gramm hin oder her. Da drängt sich doch die Frage auf: Wie viele Flaschen Plastik müsste Mann nun trinken, um auch so einen Knochen zu bekommen?

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Unentschlossen im Parteien-Shop: Frauen gehen nicht wählen

Darf ich mal was Politisches sagen? Viele Frauen gehen nicht zur Bundestagswahl. Und noch mehr Frauen gehören zu den so genannten “Unentschlossenen”, die noch nicht wissen, ob und für wen sie am Wahltag ihre Stimme abgeben. Schon die Nichtwähler sind leicht überproportional weiblich. Bei den Unentschlossenen jedoch – also denjenigen, die sich tendenziell bei der nächsten Wahl enthalten – sind die Frauen einer neuen Forsa-Studie zufolge deutlich in der Mehrheit, nämlich bei 61 Prozent (unentschlossene Männer: 39 Prozent).

Verdammte Axt. Da geht mir echt der Hut hoch. Wie wollen die Frauen denn je ihre edlen und wichtigen Ziele erreichen, wenn sie noch nicht einmal zur Wahl gehen? Wie sollen deren gesellschaftliche Forderungen ernst genommen werden, wenn sie noch nicht einmal ihr basalstes politisches Potenzial mobilisieren können, nämlich die Wahlberechtigten? Alle reden, nein: KREISCHEN was von dem Mangel an Gleichstellung der Frau hier, Diskriminierung da, mehr Rechte dort drüben – und dann nehmen sie das älteste aller politischen Mitbestimmungsrechte nicht wahr! Oder sie vertagen die dazugehörige Entscheidung, bis die Wahl zu so etwas wird wie ein spontaner Lustkauf im Schuhgeschäft.

Ja, es ist jedes Menschen Recht, sich nicht an der politischen Willensbildung zu beteiligen – und: Ja, auch Männern, die nicht wählen gehen, kann man zu dieser Entscheidung nicht gratulieren. Aber gut: Es geht bei Rechten immer mehr um die Möglichkeit, etwas tun zu dürfen als um die Verpflichtung, es dann auch wirklich zu tun. Niemand kann zur Wahl gezwungen werden. (Wobei die Australier oder die Brasilianer damit ganz gut fahren.) Aber gerade im Bereich der gesellschaftlich relevanten Entscheidungen, an denen Frauen so dringend beteiligt sein wollen, wäre doch ein bisschen mehr Einsatz gefragt. Es einfach nur fair und auch ein bisschen schick finden, irgendwie mitmachen zu dürfen – das ist doch Eiertänzeln. Da wird die Partei zur Party.

Was war das für ein Kampf um das Wahlrecht der Frau! Was waren das für coole, tapfere Frauen, die wirklich wussten, worum es ging! Da wurde berechtigterweise mit großer Empörung geschrien und argumentiert – ironischerweise in etwa so wie heute für die Frauenquote. Nur dass es Frauen heutzutage gar nicht verboten ist, in den Aufsichtsrat eines Unternehmens einzuziehen. Es kommt nur kaum eine hinein. Natürlich weil die Männer sie nicht lassen. Oh-Oh! Männer-Schuld-Alarm! Lassen die Männer die Frauen vielleicht auch nicht zur Wahl gehen? Ja, klar, weil: Es sind ja Männer, die das Tagesprogramm von Kabel 1 und RTL 2 gestalten, was sicherlich viele unentschlossene Wählerinnen davon abhält, wählen zu gehen. “Och, nee, doofe Wahl, isch guck lieber Frauentausch und ess Erdbeerkäse!” Ja, Mahlzeit!

Und überhaupt: Was heißt denn diese Umfrage für die demnächst wohl anstehende Frauenquote in den Aufsichtsräten? Kommen die Damen dann auch einfach nicht mehr in die Aufsichtsratssitzung, wenn sie keine Lust mehr haben? Weil es ja einfach nur fair und auch ein bisschen schick ist, irgendwie mitmachen zu dürfen – aber doch auch ziemlich dröge und anstrengend? So, all die Zahlen und die dickmachenden Sandwich-Häppchen? Auweia! Da sehe ich schwere Zeiten auf uns zukommen. Ich weiß, dass das schwer möglich ist – aber ich wäre jedenfalls dafür, die quotierten Aufsichtsrätinnen nur aus den 39 Prozent Frauen zu rekrutieren, die zur Bundestagswahl gehen.

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Warum die ewige Jugend nicht nach faulen Eiern riechen sollte

Der Mensch wird immer älter, und Studien sagen da geht noch einiges mehr. Etwa mit Schwefelwasserstoff, dem stinkenden Gas aus faulen Eiern. Das soll angeblich den Alterungsprozess ausbremsen. Na, lecker.

Da überrasche ich doch mal mit Studienergebnissen aus meiner eigenen Forschung. Gemeinhin nehmen wir ja an, dass der Alterungsprozess graduell verläuft. Das heißt, in einem Jahr altern wir um ein Jahr, an einem Tag um einen Tag und in einer Stunde um eine Stunde. Das ist, mit Verlaub, völliger Quatsch. Meine Untersuchungen zeigen, dass unser tatsächliches Alter nur das Ergebnis eines komplizierten Rechenverfahrens ist. Es gibt Tage, die altersmäßig auf die erwähnte graduelle Weise verlaufen – aber diese Tage sind sehr selten. Denn es gibt Ereignisse, welche die Alterung extrem beschleunigen. Dazu gehören bekanntermaßen stressige Arbeitstage, aber auch der klassische Vollrausch.

Meine Forschungen haben mir gezeigt, dass eine Nacht in der selben Wohnung mit einem grippekranken Kind einen erwachsenen Mann um etwa 8 Jahre altern lässt. Sind es zwei grippekranke Kinder, potenzieren sich Schlafentzug und Stressaufkommen auf eine Alterung von ungefähr 20 Jahren. Habe ich am Abend vorher – noch in Erwartung einer ruhigen Nacht – drei Bier getrunken, bin ich am nächsten Morgen um 30 Jahre älter. Sagt mir am folgenden Tag mein Chef, dass das Redaktionssystem abgestürzt und meine sämtliche Arbeit vom Vortag vernichtet ist, verdoppelt sich die bisherige Alterung noch einmal um das 6-fache… äh… Manchmal sehe ich auch beim Fußball schon nach einer einzigen missglückten Grätsche ziemlich alt aus. Oder neulich, als ich alleine drei 30-Kilo-IKEA-Pakete in einen 20-Kilo-PKW wuchten musste. Innerhalb weniger Minuten war ich um Monate gealtert.

Es muss natürlich auch verjüngende Faktoren geben, sonst wäre ich nach den diversen Kinderkrankheiten, Bier-Exzessen und Computerabstürzen der letzten 5 Jahre längst ein Greis. Tatsächlich sehe ich aber nur 10 Jahre älter aus als vor 2 Jahren. Es fällt schwer die Verjüngungselixiere zu benennen. Ich weiß nur, dass nach einer durchwachten Kinderbettnacht zwei Stunden Schlaf die Alterung um 600 Jahre auf 30 Jahre verringern, und dass durch einen Moment der Ruhe und eine Tasse Kaffee nach einem arbeitsreichen Vormittag im Büro aus 50 Jahren Altern 5 werden. Eine Minute Durchatmen macht einen 1-stündigen 20-Jahre-Streit beinahe komplett wieder wett.

Es muss noch mehr dieser Faktoren geben, als wir alle vermuten. Sie lauern irgendwo, versteckt in den Nischen unseres Alltags. Es wäre schön, wenn sie sich offener zeigen könnten. Nicht weil ich sie aufsaugen und in mich hineinfressen wollte – schließlich will ich mich auch nicht zurück ins Kleinkindalter zeitbomben. Dann hätte ich ja die Kinderkrankheiten, oder lande durch eine Tasse Kaffee altersmäßig womöglich im Minusbereich. Nein, ich wünschte, ich könnte die verjüngenden Momente besser erkennen, sie tiefer wahrnehmen, um sie mehr zu genießen. Ich wüsste auch sofort, was ich tun könnte, wenn ich wieder einmal bei IKEA schwitzend vor meinem Auto stehe und versuche, Kartons umzugrätschen. Und ich könnte mir und Ihnen das Experimentieren mit Stinke-Eier-Gas ersparen.

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