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Frauen sind die besseren Chefs – aber keiner will sie

Wollen Sie eine Frau als Chefin? Und zwar nicht nur, weil Sie glauben, dass Sie die Gute dann verführen und bald selbst den Laden übernehmen können? Sie wollen wirklich eine Frau als Boss? Damit stehen Sie ziemlich allein da. Eine neue Umfrage zeigt, dass lediglich 10 Prozent der Befragten  lieber einen weiblichen Chef hätten (Frauen 12, Männer 9 Prozent). 41 Prozent sagen, sie würden einen Mann als Chef bevorzugen. 49 Prozent ist das Geschlecht ihres Vorgesetzten gleichgültig.

So viel zum Thema Frauen in die Führungsetagen. Aber damit nicht genug. Schön finde ich, was der Studienleiter als Begründung für die mangelnde Sehnsucht nach Chefinnen anführt: Die Leute kennen es gar nicht anders als dass der Chef ein Mann ist. Darum dächten die dann vermutlich, dass sie damit stets gut gefahren seien.

Hmpf.

Zwei Anmerkungen:

- Diese Begründung ist in etwa so schlüssig wie: Menschen deren Familie seit Generationen in Bretterbuden wohnen, wollen es gar nicht anders, denn sie kennen es ja nur so.

- Vor allem aber ist diese Argumentation schlicht unfair. Diese Formulierung suggeriert nämlich die Annahme, dass man eben nicht gut damit fährt, wenn Männer Chef sind. Wieder einmal wird einer Mehrheit von Umfrageteilnehmern Dummheit oder mangelnde Einsicht unterstellt, nur weil sich nicht das erwartete oder politisch korrekte Antwortresultat liefern. Und indirekt wird so behauptet, dass Frauen per se die besseren Chefs sind.

Bevor ich so eine Bemerkung raushaue, mache ich doch lieber gleich noch eine Umfrage, Thema: Wenn Frauen so viel bessere Chefs sind, warum will sie denn dann keiner?

Ich habe im übrigen gar nichts gegen weibliche Chefs – sie sollten aber nicht nur aus dem Grunde Chef sein, weil sie weiblich sind. Oder weil dann doch irgendwann irgendeine Umfrage behauptet, es sei besser so.

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Warum sollen Handwerker die schlechteren Lover sein?

Ich muss hier mal eben eine Lanze für Männer in handwerklichen Berufen brechen.

So richtig überzeugt war ich von Partnerschaftsbörsen noch nie, egal  ob online oder offline. Und jetzt trägt eine dieser Akademiker-Börsen im Netz mit einer Umfrage noch zu meiner Skepsis bei. Aus den Daten geht nämlich hervor:  Bei der Partnersuche passen Handwerker Akademikerinnen nicht in ihr Beuteschema. Sie wollen lieber ebenfalls Studierte zum Angrabbeln.

Soso.

Nicht dass ich kein Verständnis dafür hätte, dass Leute, die ungeduldig auf der Suche nach dem Partner fürs Leben sind, und die für diese Suche auch noch bezahlen, dass diese Leute also von vorneherein Dinge ausschließen wollen, von denen sie meinen: Geht sowieso nicht. Ist doch praktisch, wenn das möglich ist: Handwerker – raus. Bayern-Fans – raus. Schnurrbartträger – erst recht raus. Ein Blick aufs Online-Profil – unpassende Kandidaten blitzschnell aussortiert.

Aber wer sagt, dass sie wirklich unpassend sind? Da entscheidet ein Detail über ganze Lebensläufe!

Ich sage nicht, dass sich über eine solche Börse nicht der Partner fürs Leben finden lässt – viele zufriedene User belegen das Gegenteil. Ich sage aber: Vorsicht! Diese Börsen laden dazu ein, die Wirrnisse und Probleme des wirklichen Lebens zu umgehen – und lotsen einen damit an den schönen Zufällen des Lebens ebenfalls vorbei. Vielleicht wäre der Schreiner Hans ja der perfekte Mann für Frau Dr. Hübner gewesen, wer weiß? Vielleicht ist er auch nur im Moment Schreiner in der Lehre und studiert später noch Architektur? Viele Architekten verfahren so.

Stellen Sie sich diese Verfahrensweise bei einem Treffen im wirklichen Leben vor. Frau geht in eine Bar, schaut sich um, denkt: Wow, was für ein Kerl! Groß, gut aussehend, geschmackvoll gekleidet. Im Gespräch merkt sie: Wow! Charmant, klug und witzig ist er auch, und diese Wahnsinn-Stimme!

“Und was machst du so beruflich?” “Ich bin Schreiner.” Klick, weg. Aus. Frau verlässt frustriert die Bar. Keine Chance dem Handwerker. Würde das passieren? Nein, wahrscheinlich nicht.

Bei Partnerschaftsbörsen allerdings passieren solche Ausschlüsse immer wieder, oft bereits im Vorfeld, beim Ausfüllen irgendwelcher Suchprofile. Die Leute glauben, sie wissen was sie wollen, und darum schließen sie alles aus, was sie meinen nicht zu wollen. Damit schließen sie einen Großteil dessen aus, was möglich wäre. Einen Großteil dessen, was wir Leben nennen. Oder glauben Sie ernsthaft, Veronica Ferres hätte je davon geträumt, mal mit dem “Gründer von Deutschlands prominentester Drückerkolonne” (SPIEGEL) glücklich zu werden? Okay, der hat sich wenigstens den Schnurrbart abrasiert… ;-)

Also, liebe Schreiner, Klempner und andere Nicht-Akademiker: Nicht unterkriegen lassen! Wer im wirklichen Leben seinen Mann steht, muss sich vom virtuellen keinen Dämpfer verpassen lassen!

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Stehen Frauen unter besonderem Schutz? Und Männer nicht?

Liebe Leute, heute möchte ich mich mal mit einem kernigen Satz ein Stück weit aus dem Fenster lehnen, und zwar mit diesem:

“Für mich sind Frauen keine schützenswerten Wesen.”

Zack.

Damit ist einiges gesagt, aber nocht nicht alles. Denn wie kaum anders zu erwarten, stammt dieser Satz nicht von mir, sondern von einer Frau. Und zwar nicht von irgendeiner Frau, sondern von Liz Mohn, einer der erfolgreichsten Unternehmerinnen in Deutschland. Sie sagte diese Worte bezogen auf die Diskussion um die Frauenquote – und ich bin ziemlich sicher, dass sie dafür sehr bald einen dieser berühmten geharnischten offenen Briefe von Alice Schwarzer über den Schädel gezogen bekommt.

Ist das nun das plötzliche Ende des World Wildwife Fund? Ladies first, Frauen und Kinder zuerst – alles aus und vorbei?

Nein. Natürlich gibt es Frauen die Schutz brauchen, und sei es, dass man ihnen mal die Tür aufhält. Natürlich lässt sich die Situation einer alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern nicht mit der einer aufstrebenden Jungmanagerin vergleichen. Letztere benötigt tatsächlich keinen speziellen Schutz, für erstere kann es einen ganzen Tag retten, wenn ihr jemand die Tür aufhält, weil sie es mit zwei Kindern und drei Einkaufstaschen kaum schafft, die Klinke zu erreichen.

Aber viel entscheidender ist für mich der Punkt, dass auch erstere den Schutz nicht per se benötigt, weil sie eine Frau ist – sondern weil sie als sogenannte Familienarbeiterin in unserer Gesellschaft einen minderwertigen Status genießt. Ihre Tätigkeit erbringt keinen sofort messbaren Profit, also fällt sie durchs Raster. Diese Rolle ist mehrheitlich Frauen vorbehalten, was sich aber hoffentlich in Zukunft ändert. Väter an die Wickelfront! Was sich umso dringender ändern muss, ist die Wahrnehmung für die Schutzbedürftigen unter uns.

(Dramatische Pause. Rührungsschniefen. Taschentuch raus. Weiter.)

Ich weiß wovon ich rede. (Schnäuzen.) Ich bin jetzt über ein halbes Jahr Vater in Elternzeit. Mir hält auch keiner der Tür auf, wenn ich mit meinem Kinder-Einkaufstaschen-Planwagen ankomme. (Schniefen.) Wenn es doch mal jemand tut, dann ist es meist ein Mann. (Räuspern.) Dafür bin ich dankbar. Und ich schleudere Frau Mohn meine freie Interpretation ihres Satzes entgegen:

Nicht nur Frauen sind schützenswerte Wesen. Auch Männer brauchen mal Hilfe.”

(Enthemmtes Schluchzen. Vorhang.)

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Warum Männer immer nur das eine wollen – Shoppen!

Da hat Men’s Health sie wieder alle überrascht.

Wie unsere Umfrage zeigt, gehen Männer mindestens genau so gern shoppen wie Frauen.
Und dann auch noch am liebsten (tätää) Klamotten. Ausgerechnet Anziehsachen!  Zwei Drittel aller Männer kaufen am liebsten Kleidung, und nur 17 (!) Prozent irgendwelchen Technikkram.

Männer, Hand aus der Hose und aufs Herz: Sind wir überrascht?
Nein. Wäre doch unvertretbar, wenn wir in der gleichen Frequenz Fernseher und Mobiltelefone kauften wie Frauen Schuhe, Jeans und Tops!

Im übrigen besagen die Antworten ja nicht, dass wir genau so oft und genau so viel einkaufen wie Frauen, sondern höchstens gefühlt genauso gern, und wenn, dann eben auch öfter mal Klamotten. Fiele der Konsum von getreidebasierten Kaltgetränken unter die Rubrik “Shopping” lägen wir da wahrscheinlich ziemlich weit vorne.

“Genau so gern” kann nämlich je nach Thema und Geschlecht verschiedene Bedeutungen haben. Das zeigen diese Beispiele:

- Frauen haben genau so gern Sex wie Männer. Nur eben bloß einmal die Woche oder im Monat, aber nicht einmal am Tag oder in der Stunde.

- Männer dekorieren genau so gern ihre Wohnung wie Frauen. Aber eben nur einmal, wenn sie einziehen – und nicht jedes Mal, wenn jahreszeitbedingt das Licht im Wohnzimmer wechselt.

- Frauen fahren genau so gern Auto wie Männer, nur eben nicht so häufig und nicht so lange am Stück. Und nicht im Stadtverkehr und nicht auf der Autobahn und nicht im Berufsverkehr und nicht am Wochenende, wenn all diese Anfänger unterwegs sind.

- Männer spielen genau so gerne, lange und intensiv mit ihren Kindern wie Frauen. Wenn den Kleinen die Fußballschuhe endlich passen.

- Frauen treiben genau so gern Sport wie Männer. Aber es kommt ihnen dabei nicht so sehr aufs Siegen an, oder auf sichtbare Erfolge, oder darum, die innere Schweinehündin zu überwinden oder darum, sich immer wieder selbst zu besiegen, oder darum, auch bei Schnee oder Hagel oder Regen die Laufschuhe zu schnüren, oder darum sich immer weiter zu pushen. Spaß soll es machen. Und schlank.

Alles Klischees? Genau.

Genau wie: “Männer gehen nicht gern shoppen, und wenn – dann nur Technikkram.”

;-)

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Weltfrauentag abschaffen!

Upps, da habe ich doch gestern glatt vergessen, zum Weltfrauentag zu bloggen. Na, ich bin sicher, Sie haben trotzdem daran gedacht und  das übliche Um-sich-rum-Diskriminieren für 24 Stunden eingestellt. Seit Mitternacht wird aber wieder munter weiter unterdrückt, nicht wahr? Brav so. (An dieser Stelle denken sich bitte alle, die es nicht kapiert haben,  das blinkende Schild: ACHTUNG, SATIRE!)

Nein, ernsthaft: Ich finde, es ist nicht Aufgabe eines Männermagazins, an solche Pseudo-Feiertage zu erinnern. Zumal es genug andere gibt, die das tun. Unter anderem alle 80 Millionen Tageszeitungen, die in diesem Land erscheinen – und natürlich die Bundeskanzlerin. Die rief anlässlich des 100. Weltfrauentages die Männer zu mehr Nachdenken auf. Ja nun. Machen wir. Und dann?

Hat es aber auch schwer, die Gute. Anlässlich eines Tages, der an die Unterdrückung der Frau erinnern soll, ist es für Deutschlands erste amtierende Regierungschefin eine verzwickte Aufgabe, sich zu äußern. Sie ist ja quasi das lebende Denkmal für das bereits Erreichte. Was soll sie also sagen, wie noch zur Solidarität aufrufen? “Sogar ich fühle mich morgens manchmal ein bisschen unterdrückt. Die Last des Amtes, die Bürde der Verantwortung, nie hilft einem einer, der Pofalla bringt ja nicht mal den Müll runter…”

Ich bin dafür, den Weltfrauentag hierzulande abzuschaffen. Dann hieße er eben “Welt-außer-Deutschland-Frauentag”. Das 100-jährige Jubiläum wäre ein toller Zeitpunkt dafür. Es wird in unserem Land so viel und so oft und so offen über die Situation der Frau geredet, diskutiert und informiert (das soll auch gerne so bleiben) – da weiß manche(r) am dafür eingerichteten Festtag gar nicht mehr, was er oder sie dazu sagen soll. Und dann kommen solche Stützstrumpfweisheiten aufs Tapet wie die von der Kanzlerin. Damit kann doch der Sache nicht gedient sein. Von mir aus kann zeitgleich auch der extrem Prostata-lastige Weltmännertag (3. 11.) wieder abgeschafft werden. Welthundetag (10. 10.), Weltkatzentag (8. 8.), Weltfernsehtag (21. 11.) gleich mit. Alles raus aus dem Kalender, rein in die Tonne, das schafft Platz für wichtige Termine.

Im übrigen gibt es neben der Sprachlosigkeit der Kanzlerin noch ein weiteres deutliches Indiz dafür, dass der Weltfrauentag seinen Zweck erfüllt hat und verschwinden kann: Sogar an dieser Stelle wird jetzt darüber geschrieben. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute noch einen schönen “nationalen Tag der Computer-Sicherheit”!

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Quotenalarm: Viel mehr Männer als Frauen wollen beruflich aufsteigen

Ha, erwischt!

Wen bei was, fragen Sie? Lesen Sie selbst:

Laut einer Studie sind deutsche Frauen deutlich zufriedener mit ihrer beruflichen Situation und wollen auch weniger dringend ihre Karriere vorantreiben als Männer. 80 Prozent der Frauen sind zufrieden mit ihrer Position auf der Karriereleiter, aber nur  65 Prozent der Männer.

Wenn das stimmt, ist doch die Frage wohl erlaubt, woher die vielen Frauen kommen sollen, die angeblich bereitstehen, um in den Führungsetagen deutscher Unternehmen eine allgemeine Frauenquote von 40 Prozent zu erfüllen.

Ich bleibe dabei: Eine allgemeingültige Staatsquote bringt nichts. Oder sollen das zur Not auch Frauen machen, die keinen Bock auf Aufstieg und Karriere haben? Könnte man per Quote auch eine Frau in einen Aufsichtsrat zwingen?

Natürlich heißt es jetzt wieder, Frauen müssten in diese Aufgaben erst hineinwachsen, die Möglichkeiten müssten ihnen erst bewusst werden. Meinetwegen. Aber auch und genau dann ist eine allgemeine, nicht differenzierte Quote das falsche Instrument, denn sie schafft nicht nur Möglichkeiten, sie baut auch Druck auf – nicht nur auf die Unternehmen, sondern auch und gerade auf die Frauen, die dann eben gerade nicht die Chance haben, sich einzugewöhnen und in die neue Aufgabe hineinzuwachsen. Die werden da nicht glücklich. Vor allem dann nicht, wenn sie eigentlich mit ihrer bisherigen Position zufrieden waren…

P. S.: Nicht nur die allgemeine Qutoe birgt Risiken. Ich kenne die Umstände nicht, aber es ist doch bemerkenswert, dass die erste “Quotenfrau” , die bei der Telekom nach Verkündung der unternehmensweiten Quote ins Top-Management aufgestiegen ist, mittlerweile still und leise wieder verabschiedet wurde. Waren auch da vielleicht der Grad der Beobachtung und der Druck zu groß?

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Enthüllt: Was Männer laut Frauen alles draufhaben (sollten)

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag eines Männerseife-Herstellers hat ergeben: Für 67 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen in Deutschland gibt es angeblich heute keine typisch männlichen Eigenschaften mehr.

Doof gelaufen für den Seifenfabrikanten, denn dann können Männer ja auch Frauenseife verwenden, nicht wahr? Hihi.

Spaß beiseite. Die Zahlen lassen aufmerken: Männer nehmen für sich angeblich vor allem Eigenschaften wie “Entschlossenheit”, “Bodenständigkeit” und “Stärke” in Anspruch, während Frauen Charakteristika wie “Ehrlichkeit”, “Gefühl”, “Humor” oder “Logik” und “technisches Geschick” als männlich erachten. Ach ja: “Männliches Aussehen” fanden Frauen auch ziemlich typisch männlich.

Zusammengefasst lässt sich also sagen: Die Kerle sehen sich selbst immer noch in erster Linie als starke Männer, während die Frauen diverse andere Dinge verlangen. Ein Mann muss technisch versiert sein, gut aussehen, Gefühle zeigen, ehrlich sein, Humor haben… Äh, wie wär’s noch mit: Eier legen? Wolle und Milch produzieren? Fliegende Pferde reiten?

Ich möchte mal behaupten, dass da eine repräsentative Umfrage ganz repräsentativ in die Hose gegangen ist, weil alle – oder zumindest die Frauen – davon gesprochen haben, welche Eigenschaften ein Mann idealerweise haben sollte, und nicht welche Eigenschaften typisch sind.

Darin zeigt sich aber wunderbar, was ein Mann alles sein und können muss, um bei einer Frau zu landen. Immer und in allem 100 Prozent. Sorry, Mädels. Wenn ihr eure Ansprüche nicht ein bisschen nach unten schraubt, wird das nichts mit dem Traumprinzen. Supermann gibt es nämlich nur einmal, und der hat ja auch noch diese lästige – hatschi! – Kryptonit-Allergie…

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Wahnsinn! Sie können nicht mehr gegen Ihr Geschlecht versichert werden

Die Geschlechterdiskriminierung ist abgeschafft.

Howgh… Äh, nein: EuGH, wir haben gesprochen.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat nämlich gestern entschieden, dass Versicherer ihre Tarife nicht nach Geschlecht des Versicherten variieren dürfen. Bislang zahlten wir Männer mehr für unsere Autoversicherung, weil wir statistisch gesehen mehr Unfälle bauen. Und wir zahlten mehr für die Lebensversicherung ein, weil wir tendenziell früher ableben.

Geiles Wort: Ableben. “Komm, lass uns mal wieder richtig ableben.” Na, egal.

Frauen zahlten bisher mehr in die Renten- und die private Krankenversicherung ein – weil sie statisch eben länger leben und darum auch länger versorgt sein müssen. Damit ist nun Schluss. Nein, nicht mit dem länger Leben und auch nicht mit der Versorgung. Sondern mit den unterschiedlichen Tarifen. Diskriminierend, so der EuGH.

Freuen Sie sich aber nicht zu früh. Denn nicht nur vermuten viele Experten, dass jetzt viele Versicherungen einfach teurer werden. Nein, es fallen auch viele Ausreden weg.

- Bei der Familienplanung konnten Sie bisher sagen: “Nee, bleib du mal bei den Kindern, ich gehe arbeiten. Deine Rentenversicherung frisst zu viel auf.”

- Sie konnten bisher sagen, bevor Sie sich ans Steuer Ihres neuen Audi RS 5 Coupé setzte: “Nee, lass mal. Ich zahle dafür soviel an Versicherung, da will ich auch selbst fahren.”

- Wenn es nur um irgendeine Familienkutsche ging, konnten Sie vor dem Termin bei der Kfz-Stelle bisher sagen: “Nee, kümmer du dich mal drum und mach auch den Papierkram. Du zahlst dann viel weniger Autoversicherung.”

- Vor der Party konnten Sie bisher sagen: “Schatz, fährst du? Dein Wagen ist viel günstiger versichert, hehehe.”

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Männer leben in einer anderen Welt, Frauen auch

Da haben doch tatsächlich zuletzt Wissenschaftler festgestellt, dass Männer und Frauen in verschiedenen Welten leben. Eine Untersuchung des Kommunikationsverhaltens beider Geschlechter zeigte große Unterschiede: Frauen reden über Freunde und Familie, Männer über Fußball. Frauen reden über Gesundheitsthemen und Kinder, Männer über Autos.

Mal ehrlich: Sind wir baff?

Sind das nicht weltsensationelle Top-Neuigkeiten?

Nun ja, hehe, also ein paar Anzeichen dafür waren durchaus schon vorher auszumachen. Getrennte Toiletten, getrennte Umkleiden, getrennter Sport- und neuerdings Mathe-Unterricht, verschiedene Geschmäcker, was Kleidung, Musik, Filme und Abendgestaltung sowie Sex angeht, grundverschiedene Unterwäsche, die Frauenbewegung, jahrzehntelanger Geschlechterkrieg, Alice Schwarzer immer noch im Amt… Da hätte man auch ohne Versuchsreihe drauf kommen können, dass es ein paar relativ unübertünchbare Unterschiede gibt.

Aber alle Zeitungen stürzen sich brav darauf. Was mich an dem Wirbelsturm im Proseccoglas stört: Erst wird das allgemeine Menschenempfinden, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind, als unerträglich klischeehaft abgetan – und wenn sich die Klischees dann sogar in einer Studie bestätigen, tun alle ganz überrascht und suchen hektisch nach Gründen, warum denn diese Klischees immer noch in den Köpfen stecken. Anstatt einfach mal lockerzulassen. Das treibt zuweilen kolossale Blüten.

So sagte die Leiterin der Studie sinngemäß, dass Männer sich für viele (Frauen-) Themen nicht interessierten, weil sie ja verstärkt das Internet nutzten und da von vorneherein nur das suchten, was sie interessiert. Frauen konsumierten ja von klein auf viele Printprodukte wie Bücher und Zeitschriften, wo sie auch mit anderen Themen konfrontiert würden. Dazu ein paar Fragen:

- Welche Frau sucht im Internet nach Dingen, die sie nicht akut interessieren? Anders gefragt: Welche Frau recherchiert nicht online, wo sie diese geilen Jeans für zehn Euro weniger bekommt?

- Inwieweit bieten die Printprodukte, die Frauen ja so bevorzugt lesen (Gala, Glamour & Co.) ihnen Einblicke in andere Welten – insbesondere in Männerwelten? (Von den letzten Schnappschüssen von Leo DiCaprios Yacht mal abgesehen…) Wenn hier schon schon von mangelnder Bereitschaft die Rede ist, jenseits des Geschlechtervorhangs zu schnuppern, dann doch bitte auf beiden Seiten.

- Inwiefern würde die Welt besser, wenn Männer online nach Frauenjeans recherchierten, die sie in der neuen Gala gesehen haben – mal abgesehen davon, dass die Jungs die Dinger wahrscheinlich sogar für 50 Euro weniger auftreiben würden…?

Dieses Thema macht mich so müde, so müde. Na, sei’s drum. Ich sage: Anstatt die Unterschiede permanent zu leugnen, und dann und wann die Hände überm Kopf zusammenzuschlagen, wenn wir feststellen müssen, dass es sie doch gibt, sollten wir sie zu schätzen lernen und das Beste daraus machen. Zum Beispiel eine richtig geile Männerzeitschrift…

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Frauen verzeihen mehr als Männer? Alles klar, hier ist unsere Sorry-Liste!

Spanische Wissenschaftler haben angeblich in einer Studie ermittelt, dass Frauen eher dazu bereit sind, zu verzeihen als Männer.

Aha.

Zunächst mal finde ich, dass ein qualitativer Unterschied besteht zwischen: “Liebling, ich habe einen  Kratzer in deinen neuen BMW gefahren. Geht aber nur über eine Tür und einen Kotflügel. Ich weiß, dass du mir das verzeihst, nicht wahr, Schnucki?” und “Oh, du hast mir von der Dienstreise kein Geschenk mitgebracht? Ist schon gut, ich verzeihe dir!” Es geht eben auch immer darum, wer wem in welcher Situation was verzeiht.

Aber ganz davon abgesehen hätte ich ein paar Wünsche, was das Verzeihen angeht. Liebe Mädels, bitte verzeiht uns endlich…

-…dass wir uns die letzten 10.000 Jahre nicht so um eure Belange kümmern konnten. Wir mussten Städte bauen, Maschinen erfinden und den Weltfrieden erringen. Jetzt, wo wir das fast geschafft haben, könnt ihr euren Teil des Ladens gern übernehmen. Zur Not bekommt ihr auch eine Frauenquote, damit das klappt.

-…dass wir die Städte nicht so gebaut haben, dass ihr die Maschinen einfach parken könnt, wo und wie ihr wollt.

-…dass es Fußball gibt.

-…dass wir gern Bier trinken, falsch und laut singen und Bilder von nackten Frauen ansehen.

-…dass wir lieber Smartphones, Lederjacken und Autos shoppen als Schuhe, Handtaschen und Unterwäsche.

-…dass unsere Unterwäsche deshalb auch manchmal entsprechend aussieht.

-…dass wir zwar eine Frau zur Kanzlerin gewählt haben, aber eben “nur” die Mutti Merkel.

-…dass knappe Röcke, enge Tops und nackte Waden auch dann Wirkung auf uns haben, wenn sie nicht zu unseren Herzallerliebsten gehören.

-…dass wir auch nach 10.000 Jahren noch Witze übers Einparken, über Bier und Fußball und über eure Liebe zu Schuhen machen!

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