Fast jeder fünfte Mann beendet einer Umfrage zufolge seine Liebesbeziehung per SMS. Da mag jetzt mancher sagen: Wie geschmacklos! Ich sage: Immer noch besser, als es auf der Facebook-Pinnwand der Ab-dann-Ex zu posten.
Nein, ernsthaft: Seit letztem Jahr erlaubt sogar der Knigge das Schlussmachen per Kurznachricht – aber ich frage mich immer noch, was man da schreiben soll.
“Sorry, aber ich kann nicht mehr” ist zu diffus, kann ebenso als Lebensmüdigkeit verstanden werden wie auch als Problem beim Treppensteigen. “Es ist aus” ist missverständlich – das könnte sich auch auf das Handy beziehen, als Hinweis, dass man jetzt erst einmal nicht erreichbar ist. “Zwischen uns ist es aus” ist zwar deutlicher, aber auch etwas begründungsarm. “Ich liebe dich nicht mehr” ist sehr ehrlich, aber in jeder Hinsicht gefühllos. “Du stinkst” kann von ihr leicht mit einem “du auch, aber ich mag das
” gekontert werden. “Ich habe mich in eine andere verliebt” ist so kaltschnäuzig, dass Sie gleich schreiben können: “Ich habe Ersatz für dich gefunden”. Oder auch: “Es tut mir leid, deine Performance stimmt nicht, ich muss dich leider gehen lassen.”
Nein, ich bleibe dabei: Es kann vom Knigge noch so sehr erlaubt sein, SMSchlussmachen bleibt stillos. Ich rate davon ab. Insofern lautet mein Motto: BMSen statt SMSen – sprich: “besser miteinander sprechen”. Zumindest telefonisch, aber am besten persönlich, von Angesicht zu Angesicht. Dann überlegen Sie es sich vielleicht sogar noch einmal anders. Auch aus diesem Grund ist eine SMS doof: Was ist, wenn alles nur eine Laune war, wenn Sie es gar nicht so gemeint haben? Da gilt die alte Mafia-Anwaltsregel: Bloß-nichts-Schriftliches!
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Auf diesen Seiten bloggt Jens Clasen, Textchef von Men's Health, über Männer-