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Flirten per SMS ist billig, per WhatsApp kostenlos – und per Facebook eine Katastrophe

Endlich mal eine gute Nachricht aus einer dieser Partnerschaftsstudien: Männer und Frauen nutzen zum Fernflirten immer noch am liebsten Telefon oder Handy, nämlich zu 49 Prozent. E-Mail, WhatsApp und Facebook rangieren mit 23 und je 17 Prozent unter ferner liefen. Die SMS ist mit 44 Prozent noch ziemlich weit vorne dabei. Aber gegen ein paar nette elektronische Kurzbotschaften habe ich ja auch nichts. Was mich nervt, ist diese öffentliche Facebook-Flirterei, diese unerwünschte digitale Zurschaustellung von intimen Sehnsüchten.

Es mag ja noch angehen, dass Paare sich in ihrem sozialen Netzwerk gegenseitig als “verheiratet mit” oder “in einer Beziehung mit” markieren – wobei hier schon eine versehentliche, unbemerkte Änderung des Beziehungsstatus eine mittlere Katastrophe auslösen kann. Da wird aus “es war ein Versehen” schnell “es ist kompliziert” oder gar ein “es ist aus”. Aber was gar nicht geht: Wenn Paare, so frisch verliebt sie auch sein mögen, sich in den Kommentaren irgendwelcher Facebook-Seiten gegenseitig Honig ums Maul schmieren und wie rollige Möpse umeinander herumscharwenzeln. Beispiel: Tom postet in seiner Chronik ein Foto von sich und seinem Kumpel Sören. Darauf kommentiert Sörens Freundin Maja: “Wow, klasse Typ da neben dir, Tom!”  Das beantwortet Sören mit allerlei Herzchen und Seufzerchen und Ach-Geschmachte. Was Maja zum Anlass nimmt, sich öffentlich und Smiley-sabbernd auf einen “tollen Abend zu zweit” mit Sören zu freuen – und am Ende auch noch bedeutungsschwangere drei Pünktchen setzt… Ach was, bedeutungsschwanger: bedeutungsniederkünftige Punkte! Die knallen dann wie Einschusslöcher ins Bewusstsein von Toms 350 Facebook-Freunden, die diesem erbärmlichen Schauspiel beiwohnen mussten.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, woher dieser Hang zum Flirt-Exhibitionismus kommt. Ist das tatsächlich der gezielte Wunsch, sich in aller Öffentlichkeit als turtelndes Paar zu präsentieren, also quasi die Vorstufe zum perfekt ausgeleuchteten Zungenkuss in Dolby-Schmatz-Surround auf der Showbühne? Oder ist es vielmehr – woran ich eher glaube – die nach wie vor weit verbreitete Unfähigkeit, sich vorzustellen, dass das wirklich von Hunderten oder gar Tausenden von Menschen gelesen wird? Das ist nämlich das Problem bei diesen Netzwerken: Nicht nur die NSA bekommt alles mit. Vielleicht sind die Menschen aber auch schon so abgestumpft, dass es ihnen egal ist, wer was von ihnen mitbekommt. Vielleicht machen sich meine Nachbarn Sören und Maja darum auch immer so gar keine Gedanken darum, dass alle sie hören, wenn sie nebenan im Bett zugange sind. Bis jetzt, hehehe.

Zum Glück teilen die meisten Menschen meine Ansicht: Facebook nutzen über zwei Drittel (68 Prozent) nie, um mit ihren Liebsten in Kontakt zu bleiben. An alle anderen hier meine Ansage: Nicht auf meiner Seite! Wobei: Scarlett Johansson dürfte mir jederzeit und auf jedem Kanal alles zuflüstern – Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen.

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Liebesleben auf der Resterampe: Warum Traumfrauen so oft mit Mistkerlen zusammen sind

Eine alte, immer wieder doofe Geschichte: Sie lernen die absolute Ober-Über-Traumfrau kennen – und sie ist schon vergeben. Ihr Lover ist zu allem Überfluss der totale Mistkerl, der ihr fremdgeht, sie schlecht behandelt und sie in zärtlichen Momenten “Pussy” nennt. Aber sie hängt an ihm wie die Prada-Tasche an ihrem Arm. Warum ist das so? Weil Frauen gern schlecht behandelt werden? Nein, ziehen Sie bloß nicht die falschen Schlüsse, werden Sie bloß nicht selbst zum Dreckstyp! Der Grund ist so einfach wie unglaublich: Sie hat Angst davor, allein zu sein. Forscher an der University of Toronto haben nun in einer Studie gezeigt, dass diese Furcht bei vielen Menschen dazu führt, dass sie mit Partnern zusammenkommen und -bleiben, die sie schlecht behandeln. Übrigens: auch Männer. Dabei spielt es oft keine Rolle, wie attraktiv die Betroffenen selbst sind. Die Angst vor dem leeren Bett siegt da oft über die Vernunft.

Die Befürchtung, leer auszugehen, kennen wir alle. Die treibt uns ja oft und immer wieder ins Unglück. Menschen trinken lieber gepanschten Alkohol, der sie blind macht, als gar nicht zu feiern. Menschen essen gesundheitsschädigende Burger, Pizza, Currywurst und Fritten, weil sie Angst haben, bis zum Frühstück zu verhungern. Immer noch besser als draufzugehen, nicht wahr. Die Not ist oft in Wochenendnächten am größten, wenn betrunkene, durchgehungerte Horden bei den einschlägigen Futter-Buden und Bulettenbrätern einfallen und in akuter Todesangst kiloweise Fett-Fraß bestellen. Dieselben Leute sind es interessanterweise, die dann später in den Clubs und Kneipen die Reste am Tresen abräumen, sowohl in getränketechnischer als auch paarungsbezogener Hinsicht. Treibende Kraft: Die Angst vor Durst und Vereinsamung. Aus diesem Liebesleben auf der Resterampe entstehen dann womöglich genau so halbgare Paarbeziehungen, aus denen manche(r) später nicht auszubrechen wagt.

Das ist natürlich alles übertrieben. Ich will nur sagen: Niemand verhungert gleich, wenn er mal nicht zu McDonald’s geht. Man kann auch ohne Alkohol Spaß haben. Und niemand stirbt gleich einsam, nur weil er eine nervige Beziehung beendet. Ich war selbst oft genug auf der Resterampe erfolgreich (oder bin selbst von dort abgeräumt worden), um zu wissen: Manche Liebelei sollte niemand zu sehr in die Länge ziehen, das ist nur Zeitverschwendung. Nichts lässt uns mehr wachsen, als eine verkorkste Beziehung aus freien Stücken hinter uns zu lassen. Es muss Sie nicht weiter beschäftigen, dass so viele Traumfrauen das so spät oder gar nicht verstehen. Denn solche Frauen sind für Sie nicht interessant. Eine Frau, die einem Mistkerl nachweint, müssen Sie nicht retten oder beschützen. Die müssen Sie allenfalls bedauern. Das Paradoxe an der Sache: Wenn sich das bei allen Männern herumspricht, fürchtet die Traumfrau tatsächlich mit gutem Grund, nach der Trennung vom Mistkerl allein da zu stehen.

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Warum Männer besser nicht zuhören, wenn Forscher sagen, dass Frauen schlecht einparken

Häufig bin ich mit dem Vorwurf konfrontiert, bei mir gehe es doch immer nur um Klischees. Ich antworte dann: Ja, bei mir ist es nunmal wie im richtigen Leben. Klischees sind überall, sie sind schwer auszurotten – und werden immer wieder von der Forschung bestätigt. Gerade haben Wissenschaftler der University of Pennsylvania eine Studie veröffentlicht, die den Titel tragen könnte: Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken. Die Untersuchung trägt einen ganz anderen Titel, beinhaltet aber letztlich das Gleiche.

Die Forscher fanden heraus, dass die Gehirne von Männern und Frauen jeweils andere Formen der Vernetzung aufweisen. Während bei Frauen eher sehr viele Brücken zwischen den beiden Hirnhälften existieren, sind bei den Männern mehr Verknüpfungen innerhalb der einzelnen Gehirnhälften feststellbar. Folge unter anderem: Frauen können sich besser Gesichter und Wörter merken, sind im zwischenmenschlichen Sinne aufmerksamer und zeigen eine bessere soziale Verständigkeit als Männer. Die Kerle wiederum können räumliche Informationen besser verarbeiten und schneiden in der Koordination von Bewegungen besser ab. Also kurz: Frauen = Zuhören und Männer = Einparken.

Ich finde derartige Erkenntnisse sehr gefährlich. Sie könnten uns zu dem Irrglauben führen, dass nicht nur diese Klischees letztlich Wahrheiten sind – sondern dass auch ganz andere Stereotype stimmen. Sie könnten uns weismachen, dass Frauen tatsächlich mehr Zeit und Geld in ihre Garderobe investieren als Männer. Oder uns zu der falschen Annahme verleiten, dass Frauen sich in sehr großer Mehrheit eher für Kultur- und Sprachwissenschaften begeistern als für Naturwissenschaften und Ingenieursstudiengänge. Sie könnten uns womöglich glauben lassen, dass Frauen bei Männern sehr wohl aufs Äußere achten, und auf eine gut gefüllte Brieftasche, und auf einen hohen sozialen Status. Und all diese Geschichten gehören doch längst ins Reich der Gender-Legenden und Pärchen-Märchen. Oder nicht?

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Gleichberechnung von Mann und Frau: Alle Paare tanzen jetzt bald nach einem neuen Algorithmus

Die Liebe wird immer berechenbarer. Jedenfalls wenn man einem Team von Wissenschaftlern aus China und den USA glauben will. Die haben gerade einen angeblich deutlich verbesserten, neuen Algorithmus zur Partnersuche entwickelt. Eine neuartige Filtertechnik soll die Qualität der Partnervorschläge in Online-Kontakt-Börsen drastisch erhöhen.

Es ist also bald soweit. Sie geben bei so einer Suche einfach nur noch ein, worauf Sie gerade Bock haben. Also etwa: “Scarlett Johansson mit den Qualitäten von Sasha Grey”. Oder: “Sasha Grey, die auch kochen kann”. Oder: ”Meine Ex, nur netter”. Oder: “Meine Frau, nur mit den Brüsten von meiner Ex”. Oder: “Meine Ex, nur mit den Brüsten von meiner Frau. Und ihren eigenen Brüsten.” Was Männer eben so wollen. Dann sucht der Algorithmus Ihnen die passenden Bräute raus. Wenn er vollständig entwickelt ist, setzt der Algorithmus sich auch gleich in sein Auto, holt die Mädels ab und bringt sie bei Ihnen vorbei. Amazon denkt schon darüber nach, die Frauen per Hubschrauber liefern zu lassen (“Girl-i-copter”) – oder wahlweise als Care-Paket abzuwerfen.

Wenn das neue Suchsystem in ferner Zukunft den höchsten geplanten Reifegrad erklimmt, fallen sogar die Lieferfahrzeuge weg, und mit ihnen der lästige CO2-Fußabdruck. Denn dann kommen überall auf der Welt High-End-3D-Drucker zum Einsatz, die es ermöglichen, die Frau der Träume gleich zuhause auszudrucken. Und das in verschiedenen Farben und in jeder erdenklichen Größe. Einziger Nachteil: Zufälle, Gefühle und Romantik bleiben auf der Strecke. Die lassen sich leider weder liefern noch ausdrucken. Die totale Gleichberechnung von Mann und Frau wäre damit erreicht.

Sie merken schon: Ich bin von der Idee einer komplett elektronisch gesteuerten Liebe nicht ganz überzeugt. Darum hier meine Aufgabe an Sie: Wenn Sie das nächste Mal Ihrer schönen unbekannten Traumfrau begegnen, gehen Sie ganz analog mit einem freundlichen Lächeln zu ihr hin und sagen: “Hallo, ich möchte dich kennenlernen. Sollen wir warten, bis uns ein Algorithmus zusammenwürfelt, oder erledigen wir das gleich hier?” Erzählen Sie mir, was Sie gesagt hat!

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In der ewigen Diskussion ums Äußere treiben es viele Frauen jetzt bis zum Äußersten

Nicht dass es nun wieder heißt, bei Jens Health geht’s immer nur um das Äußere. Ich kann nichts dafür. So wie es aussieht, ist das Thema Aussehen einfach gerade hoch im Kurs. Vor kurzem haben Sie an dieser Stelle gelesen, dass Frauen sehr wohl bei Männern aufs Äußere achten, dass sie aber steif und fest behaupten, es habe keinen Einfluss auf ihr persönliches Glücksempfinden, wie der Partner aussieht. Damit nicht genug, entdecke ich jetzt in den Ergebnissen einer weiteren Single-Umfrage das hier:

Ganz so streng nehmen es die weiblichen Singles mit dem guten Aussehen eines neuen Partners nicht. Für sie hat die Bildung eines Mannes mit 21 Prozent deutlich mehr Gewicht. Kein Wunder: Frauen betrachten Äußerlichkeiten als verhandelbar und gehen entsprechend flexibel auf Partnersuche: Sollte Amor – rein optisch gesehen – einmal leicht daneben gezielt haben, passt die Hälfte (51 Prozent) ihren Traummann einfach ein bisschen dem eigenen Schönheitsideal an. 

Aha. Verstehe ich das richtig? Wer sich anmaßt, das Äußere seines Partners zu verändern, geht also mit dem Thema Aussehen “flexibel” und “praktisch” um? Diese Person nimmt es bei dem Thema “nicht so streng”? Und ich darf davon ausgehen, dass das in Zeiten der Gleichstellung für Männer genau so gilt wie Frauen? Gleiches Recht für alle? Na, denn. Ihr habt es gelesen, Jungs. Ihr dürft die Mädels jetzt anziehen und aufhübschen. wie es euch gefällt. Stürmt die Geschäfte! Rupft in den Damenabteilungen aus den Regalen, was ihr brauchen könnt. Kauft blonde Perücken, durchsichtige Oberteile, Netzstrumpfanzüge, Lederhalsbänder, enge Jeans, kurze Röcke, Hasenohren, hohe Stiefel und Schuhe mit  Stiletto-Absätzen. Denn Frauen lieben es, wenn ihre Partner sich als “flexibel” und “praktisch” erweisen und ihre Partnerinnen “rein optisch gesehen” nur “ein bisschen dem eigenen Schönheitsideal anpassen”. Oh, Leser Chris K. fragt gerade nicht ganz zu Unrecht: Sind bei dieser Renovierung auch Schokoladen-Entzug und chirurgische Eingriffe erlaubt?

Spaß beiseite. Mir stellt sich bei derlei Nachrichten eine Frage: Wer ist am Thema Aussehen nun mehr interessiert – ein Mann, der sich seine Frau möglichst nach seinem Geschmack aussucht, oder eine Frau, die ihren Mann einfach mal ungefragt nach ihrem Geschmack umgestaltet? Hm, Frau Doktor Frankenstein? Da tun sich ja Abgründe auf! Besonders unverschämt finde ich diese Äußerungen, weil wir gerade erst erfahren haben, dass fast die Hälfte aller Frauen es kategorisch ablehnt, sich für einen neuen Partner auch nur einen Millimeter zu verändern. Umgekehrt waren Männer da durchaus empfänglicher. Damit muss Schluss sein! Verweigern Sie sich dem Schönheitsdiktat der Frauen! Sie müssen… Wie bitte? Sie finden das gar nicht so schlimm, wenn Ihre Frau Ihnen etwas zum Anziehen kauft? Ihnen ist das Thema nicht so wichtig, und da sind Sie froh, wenn Ihre Liebste sich der Sache annimmt? Weil Frauen ja ohnehin meist den besseren Geschmack haben? Oje. Ich merke, wir stehen bei der Emanzipation des Mannes noch ganz am Anfang. Ich komme wieder – spätestens, wenn Ihre Angebetete verlangt, dass Sie Stilettos und Hasenohren tragen, werden Sie auf mich hören.

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Frauen bereuen unüberlegte, wilde Bettgeschichten. Männer bereuen, dass sie genau die verpasst haben

Männer und Frauen empfinden Bedauern, wenn sie auf ihre vergangenen Bettgeschichten zurückblicken. Das war es auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Denn die Gründe für die Reue sind komplett verschieden. Einer US-Studie mit rund 25.000 Befragten zufolge tut es Frauen am meisten Leid, dass sie sich zu früh den falschen Partnern hingegeben haben – oder dass sie fremdgegangen sind. Männer hingegen bedauern, dass sie in ihren jüngeren Jahren gegenüber Frauen nicht forscher aufgetreten und nicht abenteuerlustiger gewesen sind – und dass sie nicht mit allen Frauen im Bett waren, die sie vielleicht hätten haben können. Kurz: Frauen bedauern, dass sie zu oft Sex mit den Falschen hatten, Männer bereuen, dass sie nicht öfter Sex hatten.

Die Forscher begründen diese Gefühle mit uralten zugrunde liegenden Mechanismen. Für einen Mann bedeutet jede verpasste Gelegenheit zum Sex eine verpasste Chance, für mehr Nachkommen zu sorgen. Und für eine Frau ist jede übereilte oder unbedachte Liaison ein Risiko, falls nämlich der Mann sie mit dem Kind sitzen ließe. Wie es den triebgesteuerten Männern ergeht, ist vielleicht theoretisch nachvollziehbar. Aber warum sich ein Fehltritt aus den genannten Gründen für die Frauen noch Jahre später schlecht anfühlt, auch wenn gar keine entsprechende Schwangerschaft eingetreten ist, erklären die Forscher nicht. Vielleicht gibt es ja sowas wie eine nachträgliche Phantom-Schwangerschaft. Oder einen “Was-wäre-wenn”-Schock. Ist ja auch egal. Mich interessiert etwas ganz anderes.

Ein weiteres Ergebnis dieser Studie lautet nämlich: Frauen bedauern es viel mehr als Männer, wenn sie mit einem sehr unattraktiven Partner sexuell aktiv gewesen sind. Keine Ahnung, ob das nun heißt, dass Männer sich besonders gern an die Techtelmechtel mit haarigen Hobbitfrauen erinnern. Oder ob sie schlicht keine haben. Aber es zeigt eines: Die laute Klage der Frauen, Männer würden bei Frauen immer nur aufs Äußere achten, ist der blanke Hohn. Es ist glatt gelogen, dass Frauen das Äußere nicht so wichtig ist. Denn eine Frau, die im Nachhinein bitter bereut, mit einem hässlichen Kneipen-Troll im Bett gewesen zu sein, nur weil dieser hässlich ist, wünscht sich doch nichts anderes: Dass sie bei dem Typen mehr aufs Äußere geachtet hätte.

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Männer wollen lieber attraktive Frauen, attraktive Frauen wollen das lieber gar nicht hören

Männer mit attraktiven Frauen sind glücklicher. So das Ergebnis einer US-Studie. Und schon steckt der Mann wieder in der Klischee-Falle: Immer achtet er nur aufs Aussehen. Nie geht es ihm mal um die inneren Werte. Männer sind halt körperfixierte sexistische Schweine.

Frauen sind da zum Glück ganz anders. Die meisten Frauen wünschen sich einen fetten, hässlichen Mann fürs Leben. Am besten einen, der auch noch schlecht riecht. Das Äußere spielt für Frauen überhaupt keine Rolle. Der Hype um Brad Pitt und George Clooney ist ein von der Filmindustrie gesteuerter Medienzirkus. Alles gelogen. Umgekehrt finden Frauen  es auch total fürchterlich, wenn ein Mann sie attraktiv findet. Wehe, er macht ihr Komplimente! Wehe, er lobt ihre neue Frisur oder gar ihr gut sitzendes Kleid! Wehe er sagt zu ihr so etwas wie: “Du bist die schönste Frau der Welt!” Dann rennen sie weg oder schlagen sofort zu. Am liebsten haben es Frauen, wenn ihr hässlicher Mann sagt, dass es ihm egal ist, wie seine Frau aussieht oder was sie wiegt, Hauptsache, sie ist gesund und zufrieden. Das wollen Frauen am liebsten immer wieder hören: “Liebling, es ist mir egal, wie du wieder aussiehst und dass du so viel wiegst.” Dass Frauen überhaupt so viel Geld für Schminke und Schuhe ausgeben liegt natürlich nur daran, dass sie für die Männer immer gut aussehen müssen. Von sich aus täten sie das nie. Denn umgekehrt können ja Männer auf nichts weniger verzichten als auf Schuhe shoppende und in Schminke gebadete Frauen. Das lieben Männer! Klingt alles irgendwie falsch? Hmm. Warum wohl?

Das Studienergebnis lässt sich auch ganz anders lesen. Da steht nämlich vor allem, dass für Männer, die sich in der Befragung als glücklich bezeichnet hatten, die Attraktivität ihrer Partnerin eine größere Rolle spielt als umgekehrt für ihre Frauen. Es ging den Männern also nicht in erster Linie und nur ums Aussehen – es ging ihnen nur mehr darum als den Frauen. Es könnte auch sein, dass ihre Frauen sie so glücklich machen, dass sie ihre Frauen aus purem Glück attraktiver fanden. Das heißt auch nicht, dass die Frauen objektiven Schönheitsidealen entsprechen – sondern nur den Idealen ihrer eigenen Männer. Wie auch immer dieses Urteil zustande kam: Ich bin mir ziemlich sicher, dass von diesem Frauen keine einzige dieses Kompliment als sexistisch zurückgewiesen hätte. Warum also sollten Männer es nicht auch aussprechen?

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Die Größe der Nase eines Mannes hat nichts mit irgendwelchen Vornamen zu tun!

Da kann ich mich wohl auf den Kopf stellen: Kaum werde ich hier das Wort “Nase” schreiben, glaubt jede(r) zu wissen, was nun kommt. Selbst wenn ich den “Johannes” weglasse. Also gebe ich mir gar keine Mühe. Ich schreibe, Sie lesen – und Sie verstehen, was Sie wollen. Wenn Sie “Nase” unbedingt mit etwas anderem gleichsetzen wollen, bitte. Johannes der Wahrheitsfindung dient.

Also: Eine Studie hat nun herausgefunden, warum Männer größere Nasen haben als Frauen. Das liegt daran, dass Männer mehr und größere Muskeln haben als Frauen. Um diese Muskeln hinlänglich mit Sauerstoff versorgen zu können, sei eine größere Nase nötig, so die Forscher, da nur diese die entsprechende Luftmenge einatmen kann. Da ein Großteil der Muskulatur bei jugendlichen Heranwachsenden ausgebildet wird, wächst in dieser Zeit auch die Nase stärker als bei gleichalten Mädchen.

So. Während die Johannes-Fraktion nun ihre Scherze macht über “Rüsselatmung” und “mal Fischluft schnorcheln gehen”, widme ich mich anderen Fragen: Müsste bei regelmäßigem Training und entsprechendem Muskelwachstum nicht auch die Nase des Mannes konsequent wachsen? Wo liegt dann der Tipping Point, also der Moment, in dem die Muskulatur die extrem angewachsene Nase nicht mehr in der Waagerechten halten kann? Anders gefragt: Hat zu viel Training nicht notwendigerweise zur Folge, dass der Mann nach vorne umkippt? Ist Pinocchio kein notorischer Lügner sondern ein exzessiver Übertrainierer?

Wie auch immer. Sie wissen jetzt: Wenn eine Frau sich intensiv mit der Größe Ihres Riechkolbens befasst, ist sie nicht nur an Ihrem Johannes interessiert. Sie will vielleicht gar nicht wissen, was Sie in der Hose haben – sondern welche Muskelmenge sich unter Ihrem T-Shirt verbirgt. Keine Ahnung, ob das jetzt eine gute oder schlechte Nachricht ist.

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Anfassen ist wie Aspirin, ein paar Zärtlichkeiten sind wie Paracetamol

Wissen Sie, was ein Killer-Argument ist? Das ist nicht das gleiche wie ein Totschlag-Argument, das eine Diskussion beendet, indem es, von einer anderen Ebene kommend, alles bisher Gesagte plattmacht oder vom Tisch fegt. So etwas wie: “Aber der Chef will es so.” Ein Killer-Argument hingegen greift ein Argument der Gegenseite auf, hängt sich quasi darin ein, wirbelt es hoch – und schmettert es in einem Judo-Schulterwurf zu Boden. Wenn also jemand sagt, er könne keinen Sport machen, weil er diabeteskrank ist, lautet das Killer-Argument, dass Ausdauersport die Symptome von Diabetes sogar lindert. Verstanden?

Okay. Dann liefere ich Ihnen jetzt das Killer-Argument der Woche, des Monats, vielleicht des Jahres. Achtung, festhalten:
Sex hilft gegen Kopfschmerzen.
Kapiert? Noch einmal: Sex. Hilft. Gegen. Kopfschmerzen. Und das sage nicht ich, das sagt die Wissenschaft.

Finnische Forscher von der Aalto Universität haben in einer Studie festgestellt, dass zärtliche Berührungen unter vertrauten Paaren das Opioid-Level veränderten, also die Menge an ausgestoßenen körpereigenen Schmerzmitteln. Bei Berührungen sinken die Menge der Opioide erkennbar. Das interpretieren die Wissenschaftler so, dass durch diesen intimen Kontakt Schmerzen und Missempfindungen des Berührten gelindert und darum weniger Opioide gebraucht werden. Anfassen ist also wie Aspirin, ein paar Zärtlichkeiten sind wie Paracetamol. Vielleicht könnte sich dieses Argument für Sie ja irgendwann mal als nützlich erweisen. Ach so, ich sollte erwähnen, dass in dem Versuch Männer von Frauen angefasst wurden, und zwar angeblich auf eine “nicht erregende Weise”. Aber welcher Mann ist nicht angeregt, wenn eine Frau ihn anfasst? Und auch Männer können schließlich mal Kopfschmerzen haben…

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Männer wollen immer nur das eine, Frauen verzichten auf das eine gern – für vieles andere

Frauen haben lieber Zeit für sich als für Sex. In einer britischen Umfrage sagten 76 Prozent der befragten Frauen, dass sie eine Auszeit dem Sex vorzögen. So etwas hören und lesen wir dauernd, oder? Frauen wollen lieber auf Sex als auf ihr Smartphone verzichten, Frauen ziehen ein gutes Essen dem Sex vor, Frauen haben mehr Lust auf Schokolade als auf Sex. Frauen verzichten lieber auf Sex als aufs Fernsehen. Das mag ja alles sein. Aber hören Sie auch diesen Unterton? In all diesen Umfragen und Studien schwingt immer so ein “im Gegensatz zu Männern” mit. Auch wenn es nicht explizit erwähnt wird, spielen alle diese Resultat-Klaubereien mit der Annahme, dass Männer immer Sex wollen, Frauen aber lieber stricken, fernsehen oder Tee trinken. Männer verzichten lieber auf alles andere, nur nicht auf Sex.

Ich sage Ihnen was: Wenn ich mit Kumpels in einer Bar beim Bier sitze, eine Minute vor Anpfiff eines wichtigen Champions-League-Spiels, und da kommt so eine bebrillte Umfragen-Fluse mit Klemmbrett und Angora-Pulli rein, um mich zu fragen, ob ich lieber Bier trinke oder Sex habe, sage ich auch eher Antwort b) wie Bier oder f) wie Fußball. Anders sieht es natürlich aus, wenn es Scarlett Johansson ist, die mich fragt: “Fußball oder Sex?” Aber Scarlett und ich – das ist ein anderes Thema. Worauf ich hinaus will, ist diese Verlogenheit: Mit der Methode “Frauen wollen lieber Sex als…” reiten die Institute auf dem Klischee von der männlichen Dauerlust herum, geben den Frauen die Gelegenheit, sich als sexuell desinteressiert und cool zu geben – und verkaufen doch genau über die Sex-Schiene ihre Umfrage-Ergebnisse und damit ihre Produkte.

Darum sollten Sie ab sofort sehr wachsam sein und alle Produkte, die mit diesem Männerlust-Mythos für sich Werbung machen, konsequent meiden. Ganz vorne dabei: Handy-Anbieter, Schokoladen-Produzenten und Tee-Fabrikanten. Ach, und: Um den Mythos vom weiblichen Desinteresse zu brechen, wehren Sie doch mal für ein paar Wochen jeden Versuch Ihrer Angebeteten, mit Ihnen sexuell aktiv zu werden, mit den Worten ab: “Willst du dir nicht lieber eine Auszeit gönnen?” Wahlweise geht auch: “Willst du nicht lieber eine Tasse Tee trinken?” Mir persönlich gefällt am meisten: “Och, ich würde lieber nur reden.” Je grotesker, desto besser. Ich bitte um Rückmeldungen, welche Frauen Ihrem Vorschlag immer gefolgt sind. Ich wette, ich bekomme keine einzige.

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