Depression ist Frauensache, Männer haben (immer noch) kein Recht darauf

Na, wie ist die Laune? Hoffentlich gut, denn miese Laune bringt uns Männern eh nichts, wie sich gerade wieder gezeigt hat.

Frauen mit schlechter Laune wird von anderen Menschen eher eine Depression attestiert als Männern, die von den exakt gleichen Symptomen berichten. Das belegt eine Studie an der University of Iowa. Als Grund vermuten die Forscher, dass Frauen grundsätzlich eher zugetraut wird, ihre Gefühle kompetent einzuschätzen. Bei Männern wird zudem eher erwartet, dass alles nicht so schlimm ist, und sie ihre Probleme selbst in den Griff bekommen.

Das ist nicht nur deswegen erschreckend, weil die Frauen gehätschelt werden und die Männer wieder mal sich selbst überlassen. Es ist vor allem deshalb alarmierend, weil es zeigt, dass nicht nur der Mann selbst für seine Harter-Kerl-Allüren verantwortlich ist, sondern auch und gerade seine Umgebung. Wie sollen denn die Männer je anfangen, von sich aus zum Arzt oder Therapeuten zu gehen, wenn ihnen das gesamte Umfeld schon einredet, was allgemein als größtes Problem für die männliche Gesundheit gilt: „Ach komm, wird schon alles wieder!“ Schlimm, diese ignorante Weigerung, auf die Alarmsignale des eigenen Körpers zu hören.

Also, wenn mir ein Kumpel die Ohren volljammert, wie schlecht alles läuft, wie alles den Bach runtergeht, wie schwarz er die Zukunft sieht, wie wenig die Veränderungen im Team gebracht haben und wie schlecht die linke Abwehrseite immer noch aussieht, auch wenn sich im Sturm natürlich schon einiges getan hat – dann höre ich die Alarmsignale und dann weiß ich, wohin ich den Mann zu schicken habe. An den Tresen, zwei Neue holen. 😉



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