Nomen est Noten

Armer Justin. Armer Kevin.

Kriegen in der Schule nichts gebacken. Sind sie wirklich so doof? Nein, sagt jetzt eine Studie. Es liegt nur an ihren Vornamen. Lehrer bewerten Jungen mit Ghetto-Vornamen anders als Alexanders, Philipps und Maximilians. Was sich in einer Vorgängerstudie im letzten Jahr schon anhand von Vorverurteilungen abzeichnete, wird in der neuen Untersuchung jetzt bestätigt: Sogar bei exakt gleichen Antworten bekommt Kevin unter Umständen eine schlechtere Punktzahl für seine Antwort als Alexander. Ein Lehrer kommentierte das dereinst mit den Worten: „Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.“ Für Mädchennamen wie Chantal oder Mandy ließ sich die These vom Bewertungsnachteil allerdings nicht bestätigen. Egal, es gilt jetzt, unsere Jungs vor dem Schlimmsten zu bewahren.

Was leiten sich aus diesen erschütternden Erkenntnissen für Sie für Folgeentscheidungen ab? Ein paar Tipps und Ideen:

– Benennen Sie Ihre Söhne nicht nach aktuellen Film- oder Popstars, insbesondere Kinderstars. Größtes Gefahrenpotenzial haben zur Zeit Vornamen wie Jimi Blue, Wilson Gonzalez oder einfach: Ochsenknecht.

– Wählen Sie auch keine Politikernamen wie Sigmar oder Frank-Walter – das könnte zu Benachteiligungen bei der Klassensprecher-Wahl oder bei der Zusammenstellung der Mannschaften auf dem Fußballplatz führen.

– Verzichten Sie möglichst auch auf Fußballernamen, womöglich ist die Mitfahrt zur Klassenreise nach Südafrika in Gefahr!

– Achten Sie bei der Auswahl des Namens darauf, sich nicht von Phänomenen leiten zu lassen, die in 10 Jahren längst nicht mehr so hip sind wie heute. Iphone Müller ist genau so blöd wie Ipad Meier. Dann schon lieber Zeitloses wie Red Bull Rieder oder Audi Aumann.

– Finger weg von der Fremdsprachenkiste! Mahatma Dusel klingt blöd und wird bloß missverstanden („Mahatma Dusel, mal hat man ihn nicht.“). Und besser als Mehmet Scholl geht einfach nicht. Auch die scheinbar zukunftsträchtige Wahl eines chinesischen Namens funktioniert nur bedingt. Sie meinen, der Kleine findet dann eher Arbeit, wenn wir mal zum Reich der neuen Mitte gehören? Mag sein. Aber wissen Sie, was man in China so verdient? Im übrigen kann so etwas auch nach hinten losgehen. „Zhen“ etwa klingt so nett nach Zen und Entspannung, bedeutet aber eher Schock oder Erschütterung. Schock Müller?

– Vorsichtig im  Umgang mit vermeintlichen Unikaten! Häufig entpuppen sich gerade diese spätestens im Kindergarten als peinliche Trendnamen – siehe Paul und Lili. Idealer Test: Fragen Sie bei einem Lätzchenbesticker oder einem Baby-Hemdchen-Bebügler, welche Kindernamen im letzten Monat so am meisten weggegangen sind. Davon dann weiten Abstand halten!



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