powered by

Tag: arbeiten

Wenn er mehr verdient als sie, ist sie öfter untreu, und wenn sie mehr verdient, geht er noch öfter fremd

Alle fordern immer gleiche Bezahlung für Männer und Frauen – und jetzt zeigt sich, dass dabei nicht nur die Gerechtigkeit in Gefahr ist. Denn: Eine neue Studie der University of Connecticut legt nun nahe, dass in einer Beziehung meist die Partnerin oder der Partner mit geringerem Verdienst fremdgeht. Ist der Mann der Hauptverdiener, geht seine Frau mit einer 5 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit mit einem anderen ins Bett. Verdient die Frau das meiste Geld, liegt die Gefahr, dass ihr Mann untreu ist, sogar um 15 Prozent höher. Wenn also beide genau gleich viel verdienen, wäre das Risiko für die Beziehung am geringsten.

Was lernen wir noch daraus? Hm, vielleicht… Die Menschen sollten mehr arbeiten, dann hätten sie nicht nur mehr Geld, sondern auch weniger Zeit zum Fremdgehen? Oder: Alle Leute sollten dauernd fremdgehen, dann bringt ihr Partner oder ihre Partnerin mehr Geld nach Hause? Nein. Die Autorin denkt da anders. Sie sagt: Ihre Studie zeige vor allem, dass Männer heutzutage offenbar immer noch ein großes Problem damit haben, wenn ihre Frauen beruflich erfolgreicher sind als sie. Die Kerle suchten dann angeblich nach einem Ventil, nach einer Möglichkeit, sich zu beweisen, dass sie immer noch die größten, besten und stärksten sind.

Einspruch! Ist es wirklich wahrscheinlich, dass alle diese Männer sich denken: “Ey, die Frau bringt mir einfach zu viel Kohle nach Hause, der werd’ ich’s zeigen”? Da liegt doch ein anderer Schluss näher: Wenn die Frau mehr verdient, arbeitet sie wahrscheinlich auch viel. Dann ist sie meist zu müde und gestresst, um mit dem Mann ins Bett zu gehen – kein unbekanntes Phänomen. Aus seinem Frust könnte dann bei Gelegenheit ein Seitensprung entstehen. Ähnlich ist doch das Problem auch gelagert, wenn er mehr verdient, und sie fremdgeht. Ist die eine Hälfte des Paars dauernd im Büro und im Stress, hat das Zusammensein mit der anderen Hälfte oft das Nachsehen. Untreue entsteht doch nicht aus Geldbeträgen, die jemand nach Hause bringt – sondern daraus, wie ihn oder sie die Tätigkeit verändert, die fürs Geldverdienen nötig ist. Insofern bleibt nur eine Lehre: Wir sollten alle weniger arbeiten, dann ist mehr Zeit für die Liebe, und niemand kommt auf dumme Gedanken.

Wenn Männer mehr von Frauen und Frauen mehr von Männern lernen, heißt es: Win-Win in Job und Liebe

Heute dürfen Sie sich aussuchen, mit wem Sie sich künftig im Job den Raum teilen: mit dem größten Laberkopf der Firma oder der netten neuen Kollegin. Na? Sie wählen die Frau? Oh, Mist. Dann stimmt die schöne Studie gar nicht, die ich für Sie gefunden habe: Laut dem Massachusetts Institute of Technology fühlen sich Männer nämlich wohler im Büro, wenn sie es nur mit anderen Männern teilen. Und Frauen sind mit Frauen glücklicher.

Das hat wohl mit den offeneren, äh, Kommunikationsmöglichkeiten zu tun. Es ist ja klar, dass Männer unter Männern anders reden, fluchen oder auch Verdauungsgase entweichen lassen als in Gegenwart von Frauen. Über Frauen weiß ich das nicht absolut sicher zu sagen, vermute aber zumindest teilweise ähnliche Vorlieben. In der Studie heißt es, dass Männer froh sind, nicht mit Frauen zusammen zu arbeiten, weil sie sonst fürchten, sich im Verhalten arg einbremsen zu müssen, während Frauen sich freuten, nicht in einer “testosterongeschwängerten” Atmosphäre sitzen zu müssen. Allerdings zeigte die Studie auch, dass Firmen mit gemischten Büros mehr Gewinne abwerfen können, und zwar über 40 Prozent mehr. Das, so die Forscher, liege zum einen daran, dass Männer sich in Gegenwart von Frauen weniger hängen oder gehen lassen und sich mehr anstrengen. Zum anderen treten Frauen in gemischten Teams bestimmter auf und geben sich mehr Mühe, sich Gehör zu verschaffen und Ideen durchzusetzen.

Interessanterweise werden Männer wie Frauen also genau durch die Dinge besser, die sie im Umgang mit dem anderen Geschlecht am meisten fürchten. Die Männer müssen sich etwas zusammenreißen – und die Frauen müssen ein bisschen mehr Testosteron-Power zeigen. Insofern wäre Ihr Instinkt, die süße Kollegin zu wählen, komplett korrekt – und voll im Sinne der Firma. Da entsteht eine klassische Win-Win-Situation, wenn Männer von Frauen und Frauen von Männern lernen. Nehmen wir nur das Thema Haushalt: Ihrer Angebeteten gefällt es sicher, wenn Sie öfter mal aufräumen und sich um die Wäsche kümmern. Umgekehrt fänden Sie es doch ebenfalls klasse, wenn die Frau mal nach Hause kommt, sich die Klamotten vom Leib reißt und diese auf den Boden schmeißt, um sich dann nur in Unterhose auf der Couch zu räkeln und zu fragen: “Und was machen wir zwei Hübschen jetzt Schnuckliges?”

Jede zweite Frau will lieber Karriere machen als sich verlieben, und jeder erste Mann, der sowas sagt, kriegt Kloppe

Sie sind auf der Suche nach der Frau fürs Leben? Mein Tipp: Sprechen Sie keine unter 30 an. Hat eh keinen Sinn, die haben alle keine Zeit. Die wollen alle nur das eine: Arbeiten. Hier, lesen Sie:

Besonders die unter 30-Jährigen Singlefrauen genießen erst mal ihre Unabhängigkeit (67%). Zudem geht in diesem Alter die Karriere vor: Mehr als jede zweite Singlefrau in ihren Zwanzigern ist solo, weil ihr der Job wichtiger ist als eine Beziehung. 
31 Prozent der Frauen sind solo, weil ihnen die Karriere zurzeit wichtiger ist als eine Partnerschaft. 

Das stammt aus der großen Single-Umfrage eines Partner-Portals. Na, wer hätte das gedacht? Der Spruch: “Ich bin mit meinem Job verheiratet” war doch sonst fest in Männerhand. The times they are a-changin’. Ich finde das ja gut, wenn Frauen Karriere machen, sich da voll reinhängen und einen Dreck auf Liebe und Familie geben. Das zeigt Entschlossenheit und Zielorientierung. Was mich nur stört, ist, dass diese Einstellung bei Männern als total egoistisch und rückwärtsgewandt gilt, in Bezug auf Frauen aber so extrem positiv verkauft wird. Siehe hier: “Frauen haben eine hohe Singlekompetenz, sie verfügen meist über ein enges soziales Netz, in dem sie Nähe und Austausch finden.” Aha, tralla-lalla-la. Single-Kompetenz – stellen Sie sich das mal in Bezug auf einen 28-jährigen Bankmanager vor! Da wäre doch sofort die Rede von sozialer Vereinzelung, Familienfeindlichkeit und rücksichtsloser Macho-Attitüde.

Egal, sollen sie ruhig machen. Aber ich nehme zurück, was ich am Anfang gesagt habe: Quatschen Sie ruhig so viele 25-jährige Jung-Dynamikerinnen an, wie Sie können. Sollen die mal zeigen, ob sie wirklich so tough sind und Ihrem Charme widerstehen können. Sollen sie ruhig an Ihnen das harte Verhandeln, das Ablehnen, Rausschmeißen und Nein-Sagen üben, das sie fürs Business brauchen. Und wenn Sie die supersüße, super-toughe Karrierefrau gefunden haben, weiß ich auch schon 3 klasse Sätze zum Ansprechen:
3. “Ich hätte hier den wahrscheinlich besten Mojito der Stadt – aber du musst ja wahrscheinlich eh arbeiten, oder?”
2. ”Ich biete dir mein Leben zum Preis eines Lächelns – Deal oder kein Deal?”
1. ”Schade, dass du keine Freizeit hast – ich bin nämlich der wandelnde Vergnügungspark.”

Das Gender-Paradoxon: Männer sollen bei der Arbeit Frauen besonders loben, aber wehe sie loben Frauen, weil sie Frauen sind

Loben Sie mal Ihre Kolleginnen. Jetzt sofort und/oder später, ist egal. Am besten ist sowieso: Dauernd loben. Wofür ist nicht egal: Immer für ihre Arbeit – und nie, nie, nie für ihren Rock oder ihre enge Jeans oder ihre tief ausgeschnittene Bluse. Und wenn Sie mal im Urlaub sind oder auf Geschäftsreise, dann nehmen Sie einfach ein paar Lobe (oder heißt das jetzt Lobs?) auf Band auf oder legen Sie als MP3-Datei auf ihrem PC ab, damit sie sich Ihres Lobs auch in Ihrer Abwesenheit sicher sein kann.

Warum das ganze Frauenlob im Männerjob? Nun, eine Studie der University of Massachusetts hat gezeigt, dass Frauen, die zusammen mit Männern in einem von Männern dominierten Tätigkeitsbereich arbeiten, per se dazu neigen, ihre eigenen Leistungen als negativ oder weniger wichtig darzustellen. Die Frauen gehen offenbar davon aus, dass sie in dieser Konkurrenzsituation eh nicht gegen die Männer ankommen und stellen ihr Licht darum in Selbstbeurteilungen von vornherein unter den Scheffel. Frei nach dem Motto: “Ich habe ja schon selbst gesagt, dass ich nix kann, also hackt nicht auch noch auf mir ‘rum!” Nur wenn diese Frauen im Nachhinein explizit, exklusiv und persönlich für ihre Arbeit gelobt wurden, stieg das Level ihrer Selbstwertschätzung an. Also, wenn Sie etwas für das Vorankommen Ihrer wertgeschätzten Kollegin tun wollen: Loben Sie!

Wobei… Stopp!

Das ist jetzt wieder so eine Gender-Falle. Nehmen wir an, Sie loben Ihre Kollegin. Nehmen wir an, Sie loben sie wirklich bei jeder Gelegenheit – also immer, wenn sie etwas gut gemacht hat. Das muss schon etwas Qualifiziertes sein, nicht bloß den Kopierer bedienen oder das Fenster auf Kipp stellen, das dürfen Sie auf keinen Fall loben, das wäre diskriminierend und noch schlimmer als Kurze-Röcke-Loben! Nein, wir nehmen an, Sie loben sie für ein paar Dinge, die sie richtig gut hingekriegt hat, auch für kleine Teilerfolge. Ganz ehrlich, ganz freundlich. Ohne Hintergedanken. Dann fragt sie, durchaus freundlich, aber auch misstrauisch: “Sag mal, warum lobst du mich eigentlich die ganze Zeit?” Und Sie erzählen ihr von diesem Artikel und von der Studie, und sie fasst das in der Frage zusammen: “Du lobst mich also die ganze Zeit, weil ich eine FRAU bin?” Sie können nicht umhin, das irgendwie zu bejahen. Und sie schreit: “Das ist ja wohl die übelste, perfideste Form der Diskriminierung, die ich je erlebt habe!” Und dann geht es ab zum Chef oder noch schöner zur Chefin, und dann zur Frauenbeauftragten des Betriebsrates und – heidewitzka!

Hach, ja. Herrlich, dieses Gender-Paradoxon. Wie Sie aus der Nummer wieder rauskommen? Keine Ahnung. Ich bin hier nur der Depp, der die Studien vorliest. Aber hübsche Bluse haben Sie da an.

Quote adé? Frauen wollen angeblich nur 36 Minuten am Tag arbeiten

Die wohl raffinierteste, perfideste, in ihrer Abgründigkeit schon beeindruckende Waffe gegen die Frauenquote kommt aus den USA und wird gerade an einer Leine durch den deutschen Medienpark geführt. Es ist ein “Modell” des perfekt verbrachten Tages – für Frauen, wohlgemerkt. Darin ist – auf der Grundlage von Befragungen mit über 900 Frauen – minutengenau aufgeführt, wie viel Zeit die Frauen idealerweise für welche Tätigkeit aufwenden möchten: 106 Minuten Liebesbeziehung, 82 Minuten fürs Treffen mit Freunden, 78 Minuten entspannen, 75 Minuten essen, 68 Minuten Sport, 57 Minuten telefonieren, 56 Minuten Shopping, 55 Minuten fernsehen und 46 Minuten Mittagsschlaf. Das Gift dieser Waffe entfaltet sich auf dem vorletzten Platz. Dort steht: 36 Minuten Job.

Ich sage nicht, dass Männer gern 12 Stunden am Tag arbeiten. Wobei ich schon ziemlich gerne hier sitze, und das auch gerne ein Vielfaches von 36 Minuten. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es auch Männer gibt, die lieber shoppen und telefonieren als zu arbeiten – wobei Männer daraus vielleicht gleich wieder einen Job machen und sich dann “Trader” nennen.

Aber das ist nicht das Böse an dieser Studie. Das Böse ist, dass sie nur in Bezug auf Frauen erstellt wurde. Und dass hängen bleibt: Frauen wollen am Tag nur 36 Minuten arbeiten. Noch perfider ist es, dass die Hausarbeit in diesem Modell sogar mehr Zeit einnimmt als die Erwerbsarbeit, nämlich 47 Minuten. Das liest sich wie: Putzen ist geiler als Karriere machen. Dass dies vielleicht den langweiligen und unbefriedigenden Jobs der befragten Frauen geschuldet ist – geschenkt. Am Ende bleibt hängen: In 36 Minuten am Tag lässt sich nicht viel reißen – und schon gar kein Aufsichtsratsposten wuppen. Insofern empfehle ich allen Kolleginnen, die diese Studie gerade weiter verbreiten: Obacht! No study’s perfect!