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Tag: Elter(n)

Die perfekte Mutter für Ihre Kinder denkt, sie wäre nicht perfekt genug

Sie glauben, Sie haben die perfekte Mutter für Ihre Kinder gefunden? Vorsicht, da könnten Sie sich täuschen. Heute las ich diesen Satz: “Berufstätige Frauen entscheiden sich aus Angst, keine gute Mutter zu sein, im Zweifel gegen ein Kind.” Da sind die Kinder sicherlich überaus dankbar, die deswegen nicht auf die Welt kommen, was? Denn es ist ja viel besser, gar nicht geboren zu sein, als eine Mutter zu haben, die mal länger als bis fünf Uhr arbeitet, oder?

Jaja, die “beste Mutti von der Welt”. Alle, die den Titel wollen, haben nach Fukushima jedes Kinder-Bio-Essen im Kindergarten noch selbsttätig mit dem Geigerzähler auf strahlende Pilze untersucht, feilschen um jede Stunde Kantonesisch-Unterricht für Dreijährige, fordern nach jedem Rumgeschubse unter 5-Jährigen ein Anti-Aggressions-Training mit “so Yoga-Elementen”. Und jetzt zweifeln viele, ob das alles so richtig ist. Den Stress will sich zusätzlich zu einem Vollzeitberuf niemand antun. Dann schon lieber keine Kinder.

Ich frage: Warum lassen sie statt der Babys nicht einfach den Ehrgeiz weg, perfekt sein zu wollen? Denn letztlich ist Elternsein ohnehin ein ewiges, unbefriedigendes Learning-by-doing. Da ist nix mit perfekt. Die “beste Mutti von der Welt” behält ihren Titel immer nur höchstens fünf Minuten, bis der erbettelte Keks aufgegessen ist – und der nächste Streit ansteht. Und selbst, wenn mal alles super läuft – Kinder machen auch Vorwürfe, wenn die Eltern nichts falsch machen. Egal, was wir tun, am Ende des Tages werden wir mindestens drei Mal “Blöder Papa” und “Blöde Mama” gewesen sein.

Aber das ist natürlich rhetorisches Anrennen gegen seelische Windmühlen. Keine Angst ist so groß wie die der jungen Mutter vor dem Versagen. Nichts wäre so schlimm wie der Vorwurf, als Eltern etwas falsch gemacht zu haben. Dann schon lieber keine Kinder. Was aber im Endeffekt heißt: Lieber als Art aussterben als sich der eigenen Fehlbarkeit stellen müssen.

Klar, ich als Vater mit Vollzeitjob habe gut reden – aber 2-mal 7 Monate Elternzeit geben mir wohl ein gewisses Mitspracherecht. Vielleicht haben wir “jungen Väter” es da auch leichter, weil wir uns vom bösen Ende der Eltern-Bewertungsskala wieder in Richtung Familie bewegen, also quasi vom späten Feierabend zum frühen zurückkämpfen. Weil wir uns den Vorwurf, schlechte Väter zu sein, viel öfter anhören mussten. Wir halten das vielleicht besser aus, nicht-perfekte Väter zu sein. Ich tue trotzdem alles mir Mögliche, um meiner Frau Karriere plus Kinder zu ermöglichen, indem ich etwa jeden Morgen die Kleinen versorge und zum Kindergarten bringe. Und ich bin fast jeden Tag der “blöde Papa”. Das sollten wir alle aushalten können.

Tag 17: Horrorszenarien mit Bart

Unglaubliche Metamorphose: der Text- wird zum Bartchef

Unglaubliche Metamorphose: der Text- wird zum Bartchef

Wie ein Bart einen Menschen doch verändern kann. Gestern zum Beispiel hat mich mein Physiotherapeut nicht mehr erkannt. Er hielt mich für einen neuen Patienten. So etwas könnte mir bald öfter passieren, und nicht immer muss es so glimpflich ausgehen wie auf der Behandlungsliege – 3 Horrorszenarien:
Horrorszenario Nummer 1: Ich komme abends nach Hause, schließe die Haustür auf und erblicke meine Frau, die sich ängstlich in die hinterste Ecke des Flures gedrängt hat und mit zitternder Stimme ins Telefon spricht: „Ist dort die Polizei? Hier ist gerade ein Fremder in unsere Wohnung eingedrungen. Ja, er hat den Haustürschlüssel meines Mannes benutzt – und er trägt sogar seine Klamotten.”
Horrorszenario Nummer 2: Ich komme morgens in die Redaktion, gehe in mein Büro. Ein Kollege geht vorbei, sieht mich und sagt: „Ah, Sie sind wohl der neue Textchef. Wurde aber auch Zeit. Der alte war ja auch unerträglich – und in letzter Zeit so schrecklich ungepflegt.“
Horrorszenario Nummer 3: Meine Eltern kommen zu Besuch. Mama siezt mich, Papa drückt mir Hut und Mantel in die Hand und gibt mir ein Trinkgeld. Letzteres könnte tatsächlich bald passieren: Die beiden haben nämlich ihren Besuch für übernächste Woche angekündigt. Drei Punkte könnten das Wiedersehen trüben: Sie haben mich seit mindestens 17 Tagen nicht mehr gesehen,  Sie haben kein Internet und meine Mutter hat ein Foto von mir in ihrem Portemonnaie, auf dem ich 17 bin. Vorsichtshalber werde ich meinen Personalausweis um den Hals tragen.
Damit Ihr mich weiterhin auf den ersten Blick erkennt, am besten jeden Tag meinen Blog lesen – und das dazugehörige Foto angucken. Ich freue mich, bis morgen,

Marco

Männer raus aus dem Hotel Mama, aber zack-zack!

Na, was hat Mama heute gekocht?

Wissen Sie nicht? Gut so.

Dann sind Sie ja nicht einer von denen.

Laut dem frisch erschienenen Datenreport 2011 des Statistischen Bundesamtes schaffen es viele junge Männer nicht zeitig, das Hotel Mama zu verlassen und wohnen viel länger bei den Eltern als ihre weiblichen Altersgenossinnen. Demnach leben 37 Prozent der männlichen 25-Jährigen noch bei den Eltern. Und sogar noch 13 Prozent der 30-Jährigen. Die Frauen ziehen viel früher aus: Nur 20 Prozent der 25-jährigen und bloß 5 Prozent der 30-jährigen Frauen machten sich noch im Hotel Mama breit.

Und nun kommen Sie mir nicht mit der Begründung, “diese jungen Dinger suchen sich ja alle fix einen Mann, der dann für sie sorgt.” Von wegen sorgen: Gerade weil Männer nicht putzen, waschen und kochen bleiben sie ja so lange in Muttis Bude.

Nicht dass ich Männern den Luxus und die Rundumversorgung nicht gönne. Aber stellen Sie sich mal vor, Sie begegnen als 27-jähriger Mann einer gleichaltrigen Frau , die längst alleine lebt, verabreden sich mit ihr auf ein heißes Date – und dann macht ihr bei Ihnen daheim Mutti die Türe auf. Wie wirkt denn das bitte?! Ich meine, gut, okay, Schimpansenmännchen nehmen ihre Mama sogar mit auf ein Date, weil das die Chancen auf Sex erhöht. Aber sind wir Affen?

Ich bleibe dabei: Männer müssen raus aus Mutters Haus. Wofür haben wir von Men’s Health denn sonst auch diese ganzen Tipps zu Ernährung, Gesundheit, Kochen, Kleiderwahl und -pflege sowie Wohnungseinrichtung im Heft? Damit sind Sie genau so gut versorgt wie bei Mama. Versprochen.

Europarat will geschlechtsneutrale Sprache

Der Europarat wünscht sich, ermuntert durch eine Initiative aus der Schweiz, dass seine 47 Mitgliedsstaaten in ihren Behörden keine “sexistische Sprache” mehr gebrauchen.

So weit, so gut.

Was da aber wirklich auf uns zukommen könnte, zeigt ein Beispiel aus der Schweiz: Statt “Vater” oder “Mutter” soll dort nur noch “Elternteil” verwendet werden – oder noch besser einfach: “Elter”. Man stelle sich das auf Geburtstagskarten vor: “Alles Gute, liebe Elter”. Okay, kann man die zwei Mal verwenden. Und wenn beide Elter(n) zugleich auftreten, etwa bei einer Sorgerechtsvereinbarung? Dann sind sie wahrscheinlich “Elter1″ und “Elter 2″.  Was kommt noch?

- Mr. und Mrs. Bundeskanzlei statt Kanzler oder Kanzlerin?

- Bürgerinnenmeisterin statt Bürgermeister? Deutsche Fußball-Meisterinnenschaft?

- Statt “Freund” und “Freundin” demnächst also “Paar-Einheit 1″ und “Paar-Einheit 2″? Und hat da die Nummerierung nicht schon wieder Diskriminierungspotenzial? Wer erhält die 1, wer die 2? Wie heißt es bei Alleinstehenden: “Unpaar-Einheit”? Oder “Single-Unit”?

- Von Noten-Ständer und Hundeschwanz wage ich gar nicht zu schreiben.

Nee, lieber Europarat: Das war wohl nix.

Oder muss ich jetzt Europarätin sagen?

Oder Euroratte?