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Tag: Evolution

Die Evolution geht weiter – der Mann wird attraktiver!

Ein internationales Forscher-Team will jetzt Beweise dafür gefunden haben, dass die Evolution nicht mit dem Aufkommen der Moderne aufgehört hat. Warum auch, fragen Sie? Nun, wir Menschen sind ja in den meisten Bereichen längst dazu übergegangen, die Umwelt an unsere Bedürfnisse anzupassen – und nicht uns an die Umwelt. Aber auch in Zeiten von industrieller Agrarproduktion und pharmazeutischer Forschung gibt es den Forschern zufolge Anzeichen, dass das Darwin’sche Prinzip der natürlichen Selektion beim Menschen weiterwirkt, und zwar insbesondere beim Manne.

Allerdings muss man sich die Studie schon genau anschauen. Die Wissenschaftler legten als Beweis für eine vorhandene Selektion zugrunde, dass es manchen Menschen gelang, mehr Nachkommen zu produzieren als andere, am besten noch mit unterschiedlichen Partnern. Darin erwiesen sich – irgendwer überrascht? – besonders einige Männer als erfolgreich. Wozu der Zeugungszirkus? Nun, mehr Nachkommen bei möglichst starker Neuvermischung der Gen-Pools bedeuten eine größere Chance auf Anpassung, und das bedeutet eine größere Chance auf Überleben der Spezies. Das ist schließlich das Ziel jedes Lebewesens: die Arterhaltung. Zumindest bei Darwin.

Hmm. Mehr Nachkommen, möglichst mit verschiedenen Partnern. In Zeiten der allgemeinen Monogamie wären somit vor allem Playboys und notorische Fremdgänger die Gewinner der natürlichen Auswahl-Casting-Show.

Nicht nur deswegen finde ich, dieser Studienansatz passt nicht so recht zu unserer Zeit. Da braucht es eine modernere Auslegung des Begriffes Evolution. Es ist doch längst nicht mehr der am besten fürs Überleben gerüstet, der die meisten Kinder bekommt. Nicht zuletzt wegen der sich stapelnden Unterhaltsbescheide. Es geht doch heute viel eher um Bildung, Talent, Ideenreichtum, Kreativität, soziale Kontakte, Anzahl der Facebook-Freunde, das coolere Handy, die heißeren Turnschuhe…

Spaß beiseite. Immerhin hält die Studie zwei wichtige Informationen für Sie bereit: 1. Offenbar wirkte die natürliche Selektion bei armen wie wohlhabenden Männern gleich. Es kommt also den Frauen nie bloß auf das Geld an! 2. Ein entscheidender Faktor für die Durchsetzung im Selektionsprozess war und ist die körperliche Fitness. Wer sich also fit hält, erhöht auch seine evolutionstechnische Attraktivität. Na, sehen Sie. Wieder alles richtig gemacht.

Viva la Evolution! Die Männer werden doch nicht aussterben!

Heute ist ein Festtag.

Denn eine neue Studie am Whitehead Institute in Cambridge (Massachusetts) hat nun bewiesen:

Die Männer werden nicht aussterben!

Es gab schon länger die Theorie, dass das nur bei Männern vorhandene Y-Chromosom dem Untergang geweiht ist – denn seit Beginn der Evolution hat es einen Großteil seiner Gene verloren.

Zum Vergleich: Das männliche Y-Chromosom  trägt zirka 80 Gene, das weibliche X-Chromosom über 1000. Die Forscher zeigten nun, dass dem Y-Chromosom im Verlauf der letzten 6 Millionen Jahre keine weiteren Gene verloren gegangen sind. Es erweist sich also als stabiler als angenommen und wird wohl nicht innerhalb der nächsten 125.000 Jahre verschwinden, wie es etwa der Autor Bryan Sykes in seinem Buch “Keine Zukunft für Adam” behauptet.

Schön also, dass Sie uns also auch die kommenden 125.000 Jahre als Leser erhalten bleiben! Mindestens.

P. S. Ein Gedanke noch: Gene sind Träger von Erbgut-Information, richtig? Gesprochene Sätze sind auch Träger von Information. In beiden Fällen gibt es mal mehr, mal weniger wichtige Information. Eine mögliche Parallele: Frauen reden viel, Männer wenig. Hmm. Sind manche Gene vielleicht einfach das Geschwätz der Evolution? ;-)