Diese Welt verändert sich. Immer mehr. Denken Sie nur, was die letzten 25 Jahre gebracht haben: Der Fall der Mauer, Griechenland wird Europameister, Cindy aus Marzahn moderiert Wetten dass…? Frauen stimmen gegen die Frauenquote, und bald kommt die Weihnachts-WM in Katar. Da kann auch diese Meldung kaum mehr verwundern: Männer, die regelmäßig Röcke tragen, sind fruchtbarer als die konsequenten Hosen-Träger. Ein luftiges Röckchen hält angeblich die Spermien schön kühl, was sie stärkt. Ja, nun. Renne ich gleich mal zum Schrank, schaue nach, wühle durch, hmm – keine Röcke drin. Und jetzt? Renne ich gleich in die nächste Boutique und schaue, ob ich etwas Passendes finde? Nix da!
Ich habe ja nicht grundsätzlich etwas gegen Veränderungen. Ich will die Mauer nicht zurück, ich mag Cindy von Marzahn und ich gönne auch Griechenland von Herzen, dass es bald mal wieder in einer anderen Disziplin ganz oben mitspielt als beim Umschulden. Aber ich muss nicht jeden Mist mitmachen. Röcke, pffft – und als nächstes dann Ballerinas, oder wie? Und überhaupt: Was nützt es dem Manne, dass Röcke tragen die Potenz steigert – wenn ihn die Frauen dann nur auslachen?
Oh. Meine überaus charmante Kollegin meinte gerade, ein Rock könnte mir ganz gut stehen. “Ganz ehrlich”, sagte sie wörtlich und sehr glaubhaft, “das kann ich mir bei dir voll gut vorstellen.” So etwas hat sie mir über Jeans noch nie gesagt. Oder über Lederhosen. Hm. Vielleicht muss ich da mal umdenken. Ein paar urmännliche Begrifflichkeiten umbewerten. Sind wir nicht alle irgendwie Rocker? Was ist mit Rocky Balboa? Oder dieser Muskelkante aus Hollywood, The Rock? Rockabilly? Let there be ROCK!
Andererseits… Nee. Sean Connery hin, Fruchtbarkeit her. Ich will untenrum gar nicht frösteln. Mit Rock kann man sich auch gar nicht mehr anständig breitbeinig hinsetzen. Oder Fahrrad fahren. Außerdem: Ich fände es total lästig, wenn mir ständig alle diese notgeilen Mädels unter den Rock schauen würden…
Auf diesen Seiten bloggt Jens Clasen, Textchef von Men's Health, über Männer-