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Tag: Gehirn

Eine süße Maus ist treuer, wenn sie betrunken ist, ihr Mann geht eher fremd, wenn er einen im Tee hat

Männer, die Alkohol getrunken haben, starren oder rennen eher anderen Frauen als der eigenen nach. Frauen hingegen neigen im angetrunkenen Zustand mehr dazu, sich an ihre vorhandenen Partner zu kuscheln. Was klingt wie ein Klischee, ist das Ergebnis einer Studie an der Oregon Health and Science University. Die Forscher experimentierten mit  Wühlmäusen, was aber in Studien zur Partnerschaft gängige Praxis ist, weil die kleinen Nager wie wir lebenslange Beziehungen eingehen können und in Bezug auf Treue menschenähnliche Verhaltensmuster aufweisen. In diesem Falle waren dann mal angeschickerte Wühlmäuse am Start, was die Tiere aber auch nicht umgebracht hat. Und es diente schließlich der Wissenschaft.

Die Forscher konnten feststellen, dass der Alkohol im Gehirn das Angstverhalten beeinflusst, allerdings im männlichen Hirn ganz anders als im weiblichen. Während die Weibchen ängstlicher und zurückhaltender werden, sorgt der Alkohol beim Mann für eine Reduktion des Angstverhaltens und für einen Schuss Übermut. Während blaue Frauen vor dem Neuen zurückschrecken und sich ans Altbewährte kuscheln, entsteht beim blauen Mann Appetit auf neue Erfahrungen. So weit, so aus Bar und Karneval bekannt. Nun aber das Interessante: Bei nüchternen Gehirnen verhält es sich genau anders herum. Da schauen die Frauen eher auf andere Männchen – und die Männer sind eher ängstlich und klammern sich ans Bestehende.

Auch wenn sich solche Experimente aus dem Tierreich nie eins zu eins auf die Menschen übertragen lassen, gehen die Forscher von gewissen gravierenden Parallelen aus. Wir können also sagen: Während Männer sich erst einmal Mut antrinken müssen, um übers Fremdgehen nachzudenken, müssen Frauen dafür einfach nur morgens aufstehen. Ich könnte jetzt sagen: Wenn Sie verhindern wollen, dass Ihre Liebste auf dumme Gedanken kommt, sorgen Sie einfach dafür, dass sie konstant einen im Tee hat. So weit kommt’s noch! Wenn Sie allerdings mit ihr abends unter Leute gehen, beklagen Sie sich nie wieder, dass Ihre Angebetete Sie immer lautstark zum Prosecco-Holen an die Bar scheucht. Liefern Sie einfach. Es dient einem guten Zweck.

Gedankenlesen beim ersten Date – so geht’s!

Sie wollen wissen, was eine Frau beim ersten Date über Sie denkt? Kein Problem. Verrate ich Ihnen. Aber ich kann nur etwas über die ersten Sekunden Ihrer Begegnung sagen, und ich weiß auch nur, wie sie denkt – nicht, zu welchen Schlussfolgerungen sie dabei kommt. Okay?

Also: Gehirnforscher vom Trinity College in Dublin haben festgestellt, dass Frauen beim Betrachten eines Mannes immer zuerst seine allgemeine Attraktivität bewerten, und dann in einem zweiten Schritt seine soziale Kompatibilität. Sprich: Erst überlegt sie, ob Sie gut aussehen – und gleich danach, ob Sie zu ihr, in ihren Freundeskreis und auf ihre Familienfeste passen.

Welche Bewertung letztlich den Ausschlag gibt, blieb unklar – aber beide Faktoren spielen eine Rolle. Darum ist es sicherlich kein Fehler, zunächst einmal auf ein angenehmes Äußeres zu achten. Wenn es ans soziale Eingemachte geht, sind ein offenes Lächeln, ein freundliches “Hallo!” und eine angedeutete Umarmung zur Begrüßung bestimmt nicht verkehrt. Ganz entscheidend aber ist, dass Sie nicht gleich mit Ihrem neu erworbenen Wissen hausieren gehen und zu ihr sagen: “Hey, hallo, ich weiß, was du gerade denkst!” Denn all das ist ihr selbst gar nicht bewusst. Sie wird Sie für einen Psycho halten und aussortieren. Keine Ahnung, welche Hirnregion sie dafür nutzt.

Dicke Männer leben länger als schlanke, aber nur wenn alle zu viel Stress haben

Tja.

Eigentlich können wir den Laden hier jetzt dichtmachen. Hefte verbrennen, Hanteln einschmelzen, Bretter vor die Fenster nageln – und tschüs. Denn die Wissenschaft hat ihr vernichtendes Urteil gefällt: Dicke Menschen sind gesünder und sie leben länger. Naja, jedenfalls ein paar Wissenschaftler sagen das.

Der entscheidende Punkt: Dicke kommen wohl besser mit Stress klar. Dabei hilft ihnen angeblich genau das, was als so ungesund gilt: Viel futtern. Wie das? Nun, der Energieverbrauch Ihres Gehirns steigt, wenn Sie unter Stress stehen. Unter Dauerstress ist in Ihrem Blut darum der Cortisolpegel dauerhaft erhöht, denn der Körper nutzt dieses Stresshormon, um den gesteigerten Energiebedarf des Gehirns aus Ihren Fettdepots zu decken. Das viele Cortisol macht Sie aber krank und senkt Ihre Lebenserwartung. Sie sterben schlank – aber früh.

Bei dickeren Menschen hat das Gehirn angeblich keinen Zugriff auf die Fettdepots. Also müssen sie mehr essen, um die Ansprüche des Hirns zu befriedigen. Nicht alle neuen Kalorien werden vom Gehirn verbrannt – der Rest sorgt dafür, dass die Dicken dick bleiben oder noch dicker werden. So lange sie aber nicht eine große Menge Körperfett um die Taille aufbauen – der Kugelbauch gilt nach wie vor als sehr ungesund – fahren sie damit gut, denn sie produzieren weniger Cortisol. Als gesündesten BMI nennen die Forscher 27. Soso, hmhm.

Stopp! Bevor wir uns alle fortan ungehemmt dem “All-you-can-eat”-Parcours hingeben, möchte ich das Ganze kurz etwas einschränken: Letztlich sagt die – im übrigen sehr kleine – Studie nicht, dass Fettleibigkeit gesund ist. Sie sagt, dass ein etwas höherer BMI Sie nicht umbringt. Und sie sagt vor allem, dass Stress ungesund ist. Darum mein Rat: Meiden Sie Stress. Stressen Sie sich vor allem nicht beim Training. Sie wissen ja jetzt, dass es dabei nicht um Ihr Leben geht. Pumpen Sie also ganz entspannt weiter. Dann wird das schon.

Frauen haben männliche DNA im Kopf – aber bei Männern ist alles okay

Forscher haben männliche DNA im Gehirn von toten Frauen gefunden. Neiiin, das war es nicht, woran sie gestorben sind. Die Frage, wie die DNA dorthin gelangte, war auch ziemlich schnell geklärt: Bei Frauen, die ein männliches Baby austragen, wandert fötale DNA des Kindes ins Gehirn und bleibt dann da. Nein, dazu ist keine Kopfschwangerschaft nötig, das passiert über den Blutkreislauf. Und jetzt? Die Forscher finden es interessant, dass es in so vielen Fällen – 63 Prozent der untersuchten Frauen – möglich war, dass die Zellen die Blut-Gehirn-Grenze überschreiten konnten.

Ich hingegen finde es interessant, dass es offenbar relativ normal ist, dass Frauen männliche DNA im Kopf haben – und dass sie uns Männer trotzdem nicht verstehen. Das ist ein bisschen wie bei einer Schulbibliothek in Berlin-Neukölln: Das Material ist da, es wird nur nicht genutzt.

Aber andererseits bin ich ganz froh, dass diese Gen-Schnipsel da einfach nur herumdümpeln und zu nichts nutze sind. Stellen Sie sich mal vor, jede Mutter eines Jungen würde plötzlich zu einer hellseherischen Männerversteherin – dann hätten wir ja gar keine Geheimnisse mehr! Es wäre wie im Film “Was Frauen wollen” mit Mel Gibson – nur umgekehrt und auf breiter Basis. Jungenmütter würden von Polizei und Behörden als Ehebrecher-Lügendetektoren eingesetzt, oder als Spürnasen, die geheime Spiel- und Striplokale aufstöbern. Sie könnten unsere Gedanken lesen – und wir umgekehrt wären in Bezug auf weibliches Denken genauso doof wie bisher.

Das soll aber nicht heißen, dass ich mir weibliche DNA in meinem Gehirn wünsche. Ich will mir auch gar nicht vorstellen, wie sie dahin gelangen sollte. Ich denke vor allem an die verheerenden Folgen. Ich meine jetzt nicht nur in Bezug auf Fußball-Wetten, rückwärts Einparken oder ein Maschinenbaustudium. Wenn ich weibliche DNA im Kopf hätte, könnte ich womöglich dieses Blog nicht mehr schreiben! Und das wollen wir doch alle nicht, oder?

Wollen Sie mal den Orgasmus einer Frau auf Video sehen? In 3D?

Okay, da habe ich die Messlatte jetzt hochgelegt, was?

Tja, also ehrlich gesagt: Es geht hier gar nicht um einen Porno, sondern tatsächlich um ein Video vom Orgasmus einer Frau selbst – wie er ihr das Gehirn durchwirbelt. Forscher der Rutgers University haben das Ereignis nun in einem bildgebenden Verfahren festgehalten – in 3D! (Zum Video dem Link folgen!)

Wenn ich mir diese Eruptionen so ansehe, ist es kein Wunder, dass manche Frau dabei so schreit. Und hinterher nicht mehr weiß, wo sie ist. Da muss ich stark an das Phänomen “gelber Bildschirm” in Actionfilmen denken, wenn wieder mal irgendwo ein Tanklaster explodiert.

Aber was ich besonders spannend finde: Nach dem Orgasmus einer Frau kehrt in deren Gehirn komplette Ruhe ein. Es sieht aus wie eine kleinstädtische Einkaufszone nach 20 Uhr. Totale Ödnis, nirgendwo Lichter oder Stimmen. Alles aus. Feierabend.

Warum fangen die danach immer nochmal an zu reden?

Und warum muss sich ein Mann immer wieder dafür rechtfertigen, dass er sich nach dem Orgasmus einfach in die weiche Tasche seiner Seele plumpsen lässt, um die verdiente Ruhe zu suchen? “Du bist einfach eingeschlafen!” heißt es dann morgens vorwurfsvoll. Warum tut die Frau nicht dasselbe?

Ein. Ewiges. Rätsel.

Sex-Ausrede: Geht nicht, ich habe Kopfschmerzen!

Ach ja, das Glutamat!

Ach ja, das Glutamat!

Sie können und wollen diesen Satz nicht mehr hören – oder lesen. Und doch muss ich ihn jetzt noch einmal wiederholen:

“Liebling, heute nicht, ich habe Migräne.”

Der Grund, aus dem ich Ihnen diese Sex-Ausrede Nr. 1 noch einmal zumute, ist einfach: Forscher haben jetzt herausgefunden, dass es zum einen höchstwahrscheinlich starke genetische Faktoren in der Entstehung von Migräne gibt. Zum anderen fanden die Wissenschaftler allerdings Hinweise darauf, dass es eine Verknüpfung zwischen der Zunahme von Glutamat im Gehirn und dem Volksleiden Migräne gibt.

Glutamat, verstehen Sie?

Wo ist das immer drin? Genau.

Also ist jetzt nix mehr mit: Vorher schön beim Asiaten essen gehen! Sie wollen die Sex-Ausrede doch nicht auch noch à la carte bestellen, oder? ;-)

Rosaline und Blaumann

Wieder einmal befasst sich ein Buch aus der Neurobiologie mit der Frage, wie groß der  Unterschied zwischen Männlein und Weiblein denn tatsächlich ist. Die Antwort dieses Mal: eher klein. Die Antwort vor 5 Jahren: groß und bedeutsam. Die Antwort vor 3 Jahren: auch groß.

Die US-Neurobiologin Lise Eliot ist Autorin des  neuen Unterscheidungs-Buches “Pink Brain – Blue Brain“. Eine ihrer Kernthesen: Es gibt Unterschiede zwischen den Gehirnen von männlichen und weiblichen Säuglingen, aber die sind eher klein. Erst wegen der Reaktionen und Prägungen durch ihre Umwelt werden daraus unüberbrückbare Gräben. Weil wir auf das Mädchen als Mädchen ragieren, es pink einkleiden und ihm Puppen zum Spielen geben, wird es  zum Mädchen, es erfüllt damit quasi eine Maßgabe der Umwelt. Es fügt sich in sein Geschlecht. Gleiches gilt für Jungs mit Fußbällen und Baggern. Diese Annahmen sind weder neu noch revolutionär, schon Simone de Beauvoir formulierte sie 1949: “Man kommt nicht als Frau zur Welt, sondern wird dazu gemacht.” Es war wohl einfach mal wieder Zeit, etwas Gewicht auf diese Seite des Geschlechterkahns zu packen, damit der nicht auf der Unterschiedsseite kentert. Und doch erstaunt mich ein Satz von Frau Eliot. Sie sagt:

„Sex-Unterschiede sind eben einfach sexy.“

Natürlich wollen wir uns unterscheiden und abgrenzen. Aber das tun wir doch in erster Linie, um unsere Zugehörigkeit zu etwas anderem zu signalisieren. In erster Linie will der Mensch sich nicht abspalten, sondern irgendwo dazu gehören. Und die Identifikation mit dem eigenen Geschlecht ist da eine perfekte Möglichkeit: wenig Aufwand, große Gruppe. Man muss sich nicht erst mit Fanartikeln eindecken oder eine Dauerkarte kaufen oder einen Aufnahme-Antrag stellen, man ist einfach dabei und gehört dazu. Und vielleicht, nein: sogar ganz sicher fühlen sich ein paar Milliärdchen Menschen damit nicht ganz schlecht. Was ist der Grund dafür, dass diesen Menschen klargemacht werden soll, dass sie nur einem Konstrukt anhängen? Dass sie in einer globalen Sex-Matrix gefangen sind? Aus welchem Traum sollen wir erwachen – und was ist die Realität, die wir dann sehen?

Ich finde es immer ein wenig befremdlich, wenn auf Teufel komm raus nach Belegen dafür gesucht wird, dass Männer und Frauen doch irgendwie gleich sind. Ich frage mich: Was soll am Ende für eine Erkenntnis stehen? Angeblich ist das Genom der Kuh zu 80 Prozent mit dem des Menschen identisch. Bin ich jetzt fast eine Kuh? Könnte ich durch Einflüsse meiner Umgebung komplett zur Kuh werden? Oder ein Schimpanse (98,7 Prozent Gleichheit)? Dürfte ich als Schimpanse eine Kuh heiraten? Alles sehr schwierige Fragen.

Nun sind Mann und Frau beide Menschen und somit in diesem Sinne mutmaßlich genetisch zu 100 Prozent identisch – aber eben doch nicht gleich. Was nützt mir also die Information, dass ihre Gehirne nach der Geburt kaum Unterschiede aufweisen und erst durch die Umwelt in eine bestimmte Richtung gelenkt werden? Wird ein Mädchen, das mit Baggern spielt, ein Junge? Oder ein Mann? Müssen alle Babys mit Baggern und Puppen spielen? Heißt das, dass Babys in keinem Falle in die klischeemäßig korrekte Richtung gelenkt werden wollen? Und darum auch nicht sollten? Vielleicht würden sie es ja wollen, wenn sie schon etwas wollen könnten. Wer sagt, dass Babymädchen pinkfarbene Mützchen nicht ausstehen können? Und womit spielen eigentlich Kuhbabys? Werden sie Schimpansen, wenn sie mit Bananen gefüttert werden? Wird eine Kuh auf unzulässige Weise in eine Nicht-Schimpansen-Richtung gedrängt, wenn man sie mit Gras füttert? Müssten nicht alle Kühe zugleich mit Bananen und Gras versorgt werden?

Eine Forschung folgt, so glaube ich, in vielen Fällen einer Vision. Wenn die Forschung in gesellschaftlich so relevante Bereiche vordringt, frage ich mich, wie wohl die Vision dahinter aussieht. Wie soll ich mir  eine Welt vorstellen, in der alle Babys ohne jegliche geschlechtliche Prägung heranwachsen? Werden sie von Maschinen erzogen? Oder von maskierten Männern und Frauen mit Sprachverzerrer-Stimmen? Gehen die Jungs und Mädels mit 18 zum ersten Mal wählen und machen ihr Kreuzchen bei “Mann” oder “Frau”? Was ziehen sie am Wahltag an – Hose oder Rock? Und was verrät das über ihr Wahlverhalten? Müsste man sich an dieser Stelle nicht für das Wahlrecht mit 16 stark machen? Müssten die Babys nicht bereits mit 12 wählen dürfen, oder mit 11 oder 13, oder wann auch immer Schimpansen heute in die Kuhbertät kommen? Was sagt uns an dieser Stelle das wachsende Phänomen der Nicht-Wähler?

Natürlich spricht aus all diesen Es-gibt-keinen-Unterschied Forschungen eine Sehnsucht nach Gleichheit, auf politischer und gesellschaftlicher Ebene absolut richtig und erstrebenswert – nur darf biologische Gleichmacherei die Folge sein? Warum darf es Multi-Kulti geben, aber nicht Multi-Sexi? Es geht doch, wie gesagt, nicht einfach darum, sich vom anderen Geschlecht abzugrenzen, sondern in erster Linie darum, sich im eigenen wohl  fühlen zu können. Und warum, liebe NeurobiologInnen, entscheidet sich die Geschlechtlichkeit eigentlich ausgerechnet im Gehirn?

Selbstverständlich spricht auch aus den Es-gibt-sehr-wohl-Unterschiede-Forschungen etwas: Das Bedürfnis, die Welt einzuteilen, in Schubladen einzuordnen, Kategorien zu schaffen und sich und die Welt zu sortieren. Beide Bedürfnisse sind zutiefst menschlich. Also bitte, machen Sie weiter mit Ihrer Bedürfnisbefriedigung, liebe Forscher. Beide Modelle verkaufen sich schließlich bei verwirrten Menschen auch extrem gut.

Genau so wie die Bibel.