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Tag: Gesicht

Sind Sie der Typ, dem Frauen vertrauen? Das ist schön, reicht aber nicht!

Letzte Woche traf ich in einem Café diese Frau, Typ Bademoden-Model im Business-Kostüm. Sie wartete in der Schlange vor mir, dann klingelte ihr Smartphone und sie musste vor die Tür. Sie schaute mir kurz und glutvoll in die Augen und sagte: “Sie lassen mich doch gleich wieder vor, oder? Sie sehen vertrauenswürdig aus.” Ich brabbelte irgendetwas mit “Ja, klar”, machte mir Hoffnungen auf einen gemeinsamen Kaffee und fühlte mich wahnsinnig geschmeichelt. Jetzt weiß ich: Dafür gibt es überhaupt keinen Grund. Nicht nur weil aus dem Kaffee nichts wurde.

Forscher der Karls-Universität in Prag haben gerade in einer Studie festgestellt, dass Frauen besonders solche Männer als vertrauenswürdig einschätzen, deren Gesichter am meisten an das eines Säuglings erinnern. Große Augen, großer Mund, dicke Nase – all solche Baby-Features im Gesicht eines Mannes sorgen dafür, dass eine Frau ihm vertraut. Verstehen Sie? Die Frau hatte gerade “Babyface” zu mir gesagt. Oder “Milchbubi”. Oder “Schnullerbacke”. Was für ein Kompliment, danke. Und was ist mit meinen Ecken und Kanten?!

Na, warte! Wenn ich sie wiedersehe, erzähle ich ihr, ich handle mit undurchsichtigen Optionsscheinen, verticke umlackierte Gebrauchtwagen und habe Affären mit sechs verheirateten Frauen aus meiner Nachbarschaft. Und dann erst lade ich sie zu einem Kaffee ein. ;-)

Frauen glotzen Frauenkörper an, Männer aber nur Frauengesichter

Das Lob des Tages geht heute an 26 britische Männer, die es in einem Versuch an der Universität von Bristol geschafft haben, Frauen permanent ins Gesicht zu schauen und nicht auf die Brüste. Das Ergebnis der Studie lautet somit: Männer und Frauen starren gleichermaßen am liebsten Frauen an. Aber der Blick der Männer ruht fortwährend auf den Gesichtern der Frauen, während Frauen den gesamten Körper anderer Frauen abchecken. Das ist gute PR für uns Männer. Danke, Boys!

Wir alle, die wir in jahrzehntelangem schweißtreibendem Training gelernt haben, unser wahres Blickmuster zu unterdrücken (Po-Busen-Po-Busen-Augen-Po-Schritt-Busen-Busen-Busen), wissen, wie schwer das gewesen sein muss. Denn natürlich gucken Männer Frauen vor allem deswegen in die Augen, um zu gucken, ob sie gerade gucken, und wenn nicht, dann gucken die Männer woanders hin. Die Frau kann von Glück reden, wenn der Mann immerhin auf ihren Po guckt und nicht auf den einer anderen. Umso größer mein Respekt vor den Boys in Bristol! Nur mit Hilfe von Konzentrationstechniken, Selbsthypnose und unter Einsatz von gemurmelten Anti-Glotzer-Mantras konnten die Burschen das bewerkstelligen. Hut ab!

Mit diesem Ergebnis sind wir unserem Ziel, in einer Welt zu leben, in der sämtliche Geschlechterklischees widerlegt sind, wieder ein Stückchen näher. Wir müssen nur noch ein paar Studien fälschen, dann haben wir es geschafft! Dann stehen wir nicht mehr unter Generalverdacht. In diesem Sinne suche ich weiterhin Probanden für eine Studie, die beweist, dass Männer sich ÜBERHAUPT nicht für Sex interessieren, sondern eher fürs Kuscheln. Dafür müssen Sie nur ein Jahr lang nackt mit fünf ebenfalls nackten Porno-Darstellerinnen in einer WG zusammenwohnen und sich permanent von Ihnen waschen, einölen, massieren und sonstwie angrabbeln lassen. Nur: Ihrer Lust nachgeben dürfen Sie leider nicht. In diesem Jahr ist überhaupt kein Sex erlaubt, nur kuscheln. Zuwiderhandlungen werden streng mit Ausschluss bestraft. Nach dem Motto: Wer kommt, geht. Aber was ist schon ein Jahr? Ein Klacks, wenn Sie die richtigen Mantras kennen! Das schaffen Sie! Also, los: Freiwillige vor!

Hallo?

HALLO?

Hm, muss ich wohl mal wieder bei den Engländern anrufen…

Der Mann nur noch mit Maske? Eine Frau kann an Ihrem Gesicht ablesen, ob Sie fremdgegangen sind

Gerade erst haben wir erfahren, dass Frauen bei der Suche nach einem Mann nicht so sehr auf sehr maskuline Gesichtszüge achten wie angenommen. Heute lesen wir, dass laut einer australischen Studie Frauen am Gesicht eines Mannes ablesen können, ob er untreu ist. Ja, das können sie, und zwar viel besser als Männer im umgekehrten Falle. Nein, es gab keine Lippenstiftflecken im Gesicht der Männer, und sie hatten auch keinen fremden Slip zwischen den Zähnen. Es war schlicht ihr männliches Aussehen. Die Frauen beurteilten in erster Linie Männer als untreu, die ausgeprägt männliche Gesichter hatten – also breite Kiefer, markante Züge, eckige Gesichtsform. Und damit lagen sie oft richtig. Diese Männer waren tatsächlich häufiger untreu.

Nun hört sich das so an, als seien Männer größere Fremdgänger als Frauen – was die Studie aber gar nicht belegt. Sie sagt nur, dass männliche Fremdgänger von Frauen leichter enttarnt werden können – und das nur aus einer Mutmaßung, die sich aus deren Gesichtsform ableitet. Die Studie sagt also nur, dass Frauen ihre Untreue besser verbergen können.

Und warum gehen die Frauen davon aus, dass die Männer mit den breiten Kiefern untreu sind? Doch nicht weil sie markante Gesichtszüge sofort ganz wissenschaftlich mit einem hohen Testosteron-Gehalt korrelieren, der auf eine größere Triebhaftigkeit hinweisen könnte. Viel zu kompliziert. Nein, die Frauen nehmen das einfach an, weil sie wissen, dass maskuline Gesichtszüge auf Frauen eben doch attraktiv wirken, und weil sie daraus ableiten: “Der kann sie alle haben, also wird er sich hier und da mit einer eingelassen haben.” Da zum Fremdgehen immer zwei gehören, sagt diese Studie letztlich mehr über Frauen aus als über Männer.

Lust oder Schmerz? Die Mimik verrät unsere Gefühle – aber wir können Sie nicht lesen

Können Sie allein am Gesicht einer Frau ablesen, ob sie es vor Schmerz oder vor Lust verzieht?

Können Sie überhaupt im Gesicht anderer Menschen Gefühle ablesen? Man möchte meinen: Je extremer das Gefühl, desto einfacher. Stimmt aber nicht. US-Forscher haben jetzt nachgewiesen, dass es uns gerade bei Menschen in extremen Gefühlslagen schwerfällt, ihre Mimik zu deuten. Freude und Ärger, Lust und Verzweiflung, Wut und Glück – alle diese Extremgefühle können Gesichter auf eine Weise verzerren, die – ohne weitere Informationen – schwer zu deuten sind. Diese Mehr-Informationen, so die Forscher, liefert meist die Körpersprache. Eine gekrümmte Haltung mit hängenden Schultern sorgt dafür, dass das Bild vom Verzweifelten komplett wird, genau so tun es die empor gerissenen Arme des vor Freude gesichtsgelähmten Siegers.

Super-Infos. Kehren wir also zurück zum verzerrten Gesicht der Frau. Lust oder Schmerz? Achten Sie auf deren Körpersprache. Liegt die Frau auf dem Rücken, ist nackt und hat den Kopf des “Sexiest Man alive” zwischen den Schenkeln? Oder steht sie vor einer Tür und hält sich den Arm, während die dazugehörige Hand in einer zugeschlagenen Tür klemmt? Ziehen Sie Ihre Schlüsse! Die Wissenschaftler trauen Ihnen zu, dass Sie das hinbekommen – und ich erst recht! ;-)

Macht es eine Frau heiß, wenn Sie ihr ins Gesicht fassen?

Eine Studie an der University of St. Andrews behauptet, dass die Körpertemperatur einer Frau ansteigt, wenn Sie sie im Gesicht berühren. Oder am Brustkorb. Die Forscher vermuten, dass das eine leichte Röte des Gesichts bewirkt, wodurch sich die Attraktivität der Frauen erhöht. Schau an, das geht ganz unbewusst.

Das klingt jetzt allerdings so, als würde jede Frau sofort ein wenig heißer werden, wenn Sie ihr nur ins Gesicht fassen. Oder an die Brust.  Unsere Datenbank mit über 6 Milliarden Gigabyte gesammelten männlichen Erfahrungswerten sagt: Unplausibel. Versuchen Sie das also nicht einfach mal so im nächsten Café bei der Kellnerin oder in der Bahn bei der Zugbegleiterin. Sonst fasst die Ihnen auch mal ganz kurz ins Gesicht, dass es heiß und rot wird. Und knallt.

Wenn Sie es überhaupt versuchen, dann nur bei zärtlichen, nicht-feindlichen Kontakten mit einer Nicht-Fremden. Aber auch da ist Vorsicht geboten. Schon beim Küssen gehen die Geschmäcker weit auseinander: Manche Frau liebt es, wenn Sie ihr dabei sanft die Wange streicheln oder gar ihr Gesicht in die Hände nehmen – andere finden so etwas total übergriffig und doof. Aber wenn Sie schon beim Küssen sind, berühren Sie ja bereits ihr Gesicht. Da wird das mit der Temperatur schon hinhauen.

Bei Gesten nichts Neues?

In einer Ausstellung präsentiert ab kommenden Samstag die Grafikerin Wiebke Hansen in Hamburg die Ergebnisse einer Spurensuche. Sie hat sich mit der medialen (Selbst-)Darstellung moderner Frauen befasst. Ihre Feststellung: Noch immer zeigen Frauen Gesten und Gesichter, die dem Weibchen-Schema der 50er und 60er Jahre zu entstammen scheinen, oder sogar noch älter sind. Da werden Zungen gezeigt und Lippen geleckt, Gegenstände angelutscht, Münder orgasmisch geöffnet und Verführerinnenblicke abgeschossen.

Natürlich wäre es sehr interessant  zu wissen, ob diese Frauen von selbst darauf gekommen sind, sich so männergelüstekonform zu verhalten, oder ob es Fotografen und Regisseure waren, die sie dazu brachten. Ob sie sich dadurch besser oder schlechter fühlten, schöner oder abstoßender, fraulicher oder entfraulicht.

Aber ich frage mich zuallererst, warum es einen derartigen Gestenkatalog nicht für Männer gibt. Man stelle sich einen Kerl bei den aufgezählten Verrichtungen vor – und schüttele sich einmal kräftig. Ein Mann (womöglich mit Schnauzbart), der sich langsam und lasziv die Lippen leckt, weckt bei Frauen wie Männern sicherlich andere Reaktionen als eine schöne Frau, die das tut. Was sind also nicht wegzudenkende eindeutig männliche Verführergesten und -posen? Gibt es die überhaupt? Und wenn ja: Ziehen sie in gleicher Weise? Angeblich geht das bei Frauen ja nicht so übers Optische wie bei Kerlen, auch waren Männer als Verführer immer mehr Zupacker als Anlocker.

Aber ich wünsche mir trotzdem eine solche Sammlung in Bezug auf den Mann.

Ein paar Ideen:

- Jubelnde Sportler: Durchtrainierte Körper, hochgerissene Arme, wölfisch entblößtes Siegerlachen, viel, viel Schweiß. Da ist Musik drin. Gerade erst empörte sich eine Kollegin darüber, wie Fußball guckende Frauen das Aussehen der Trainer und Spieler bewerten. Ist das nur Desinteresse am Sport – oder liegt aus Frauensicht ein großes Maß Erotik im Männersport?

- Hebende und tragende Männer: Es gibt doch dieses Foto, das in den 80ern in vielen Mädchenzimmern hing: Ein Typ in Jeans mit freiem Oberkörper, der zwei Autoreifen hält, in jeder Hand einen. Das scheint  zu knallen. (Randnotiz: Geht das auch mit zwei Bierkästen?) Überhaupt: Bauarbeiter-Style.

- Bizeps-Pose, Hände-in-die-Hüfte-Stemmen: Irgendwo müssen diese Bodybuilder-Standards doch herkommen.

- Breites Grinsen: So richtig zahnblinkendes, weiträumiges Abkiefern von einem Ohr zum anderen. Selbstsicherheit mit einem Anflug von Humor. Das muss es doch sein.

- Der Steinzeit-Look: dümmliches Vorschieben des Unterkiefers gepaart mit stechendem Blick und viel Körperhaar. Das hat uns schließlich irgendwie aus der Eiszeit hierher ins Jetzt gebracht.

- Armbaumeln: Warum sollten Männer das sonst tun? Beim Cabriofahren hängt der Arm aus der Tür, beim Sitzen im Armlehnstuhl hängt er seitlich an der Lehne herunter, beim Anlehnen an eine Bar baumelt er am Tresen. Die daran hängende Hand scheint stets zu signalisieren: Hallo, ich bin frei, ich könnte dir mit deiner Nackenverspannung helfen. Oder diesem klemmenden BH-Verschluss.

Was auch immer dabei ist: Die Ausstellung würde ich mir ansehen. Und alles mal ausprobieren. Vor Ort. Live.