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Tag: Klischee

Sind die dicken Mädchen die bösen Mädchen?

Das ist mal wieder ein Schwergewicht von einer Studie, das da aus den USA kommt: Männer halten dicke Frauen eher für Straftäterinnen als schlanke Frauen. In dem Versuch sollten Probandinnen und Probanden anhand von Fotos darüber urteilen, ob die Abgebildeten des Scheckbetrugs schuldig oder unschuldig waren. Es wurden Bilder von vier Menschen gezeigt: Einem dicken Mann, einem schlanken Mann, einer dicken Frau und einer schlanken Frau. Frauen machten bei der Beurteilung gar keinen Unterschied zwischen dick und dünn, Männer bei Männern auch nicht. Bei wohlbeleibten Frauen hingegen zeigten die Männer eine klare Tendenz, sie für schuldig zu erachten. Sind jetzt also die dicken Mädchen die bösen Mädchen, die überall hinkommen (außer in eine Zara-Jeans)?

Das sind natürlich vor allem böse Vorurteile, die da zum Vorschein kommen. Den Forschern zufolge hängen sie mit der Wahrnehmung zusammen, dass stark übergewichtige Frauen in den USA eher in der Unterschicht zu finden sind, wo es auch eine stärkere Tendenz zu kriminellem Verhalten gibt. (Und wohl auch eine stärkere Tendenz, im 21. Jahrhundert noch mit Schecks zu bezahlen.) Aber natürlich sind diese Frauen darum nicht automatisch kriminell. Es hätte vielleicht für differenziertere Ergebnisse gesorgt, wenn nach verschiedenen Verbrechen gefragt worden wäre. Denn kein Mann hält wohl eine stark übergewichtige Frau für dringend verdächtig, auf Inline-Skates alten Damen die Handtaschen zu rauben. Oder einen Tunnel in den Schließfachraum einer Bank zu graben. Oder an Fassaden hochzuklettern und Tresore auszuräumen. Wobei… Wie cool wäre das denn?

Egal. Ich komme wohl um ein paar mahnende Worte nicht herum: Jungs, so geht das nicht. Reißt euch zusammen! Solche Pauschalverurteilungen nützen niemandem. Ihr müsst nun trotz allen Schmerzes der Wahrheit ins Auge blicken: Miss Piggy ist nur eine Puppe – und kein gutes Beispiel. Die bösen Mädchen sind nicht dick. Schaut doch einmal genau hin: Es sind meist schlanke Frauen, die euer Geld verprassen, euer Auto kaputt fahren und euer Herz brechen. Also, lasst die dicken Frauen in Ruhe!

Besser Auto fahren, besser kochen, besserer Sex – alles durch die magischen Worte einer Frau

Keine Ahnung, ob Männer nun im allgemeinen besser Auto fahren als Frauen. Aber interessant ist, was bei einer Studie der britischen Durham University herauskam: Ein Mann fährt schon dann besser Auto, wenn ihm jemand sagt, dass Männer im allgemeinen besser Auto fahren als Frauen. Die Erwähnung dieses Klischees genügte, um seine Performance am Steuer messbar zu verbessern. Wow.

Ich wünsche mir mehr solcher Sätze, und das Frauen sie zu uns sagen. Sätze wie: “Du bist der beste Liebhaber der Welt!” Oder: “Du bist echt ein toller Koch!” Oder: “Der ist ja wirklich unfassbar groß!” Das würde uns sicher auch besser machen, in dem, was wir tun.

Aber was sagen Frauen? “Bist du bald fertig?” Oder: “Ist das nicht ein bisschen zu viel Oregano?” Oder: “Bist du schon drin?” Wahlweise auch für alle Bereiche: “Du willst doch da jetzt keine Sahne reintun?” Es ist ernüchternd. Die Performance entsprechend.

Martin Heidegger sagte: “Die Sprache ist das Haus des Seins.” Durch das, was wir sagen, beschreiben wir nicht nur die Welt, wir formen sie auch. Wenn Frauen unbedingt den besseren Mann formen wollen – und das ist ja angeblich ein Hobby von ihnen – warum sagen sie dann solche Dinge? Männer sollen doch schließlich auch ständig Komplimente machen. Ich bin für mehr große und freundliche Worte, auch gegenüber Männern.

Das nächste Klischee geplatzt: Machos sind gar keine asozialen Einzelgänger

Lust auf ein bisschen Klischee-Klatschen? Fangen wir an. Hier kommen die Klischees: 1. Alle Männer sind Machos. 2. Männer mit breiten Kieferknochen und markanten Gesichtszügen sind besonders testosterongeladen, und darum ganz besondere Machos. 3. Machos sind unkooperativ, egozentrisch und verhalten sich wenig gruppendienlich.

Und nun kommt die Studie: Eine Untersuchung der britischen St Andrews University hat gezeigt, dass insbesondere breitkiefrige Macho-Typen sich überraschend kooperativ und gruppenförderlich verhalten können. Bye-bye Klischee.

Last but not least kommt die Pointe: Die Macho-Macker – allesamt Studenten - bestätigten im Wettstreit mit Angehörigen der eigenen Uni zwar zunächst das Vorurteil. Je breiter der Kiefer, desto machomäßiger verhielten sie sich. Befanden die St.-Andrews-Studenten sich allerdings im Wettstreit mit der rivalisierenden Uni aus Edinburgh, verhielten sie sich gegenüber den eigenen Kommilitonen plötzlich überaus kooperativ. Wenn sie also die anderen Probanden als ihr eigenes Team begriffen, zogen sie mit ihnen an einem Strang.

Männer sind nämlich sehr wohl Team-Player. Sie müssen einfach nur wissen, wozu sie gehören. Mein Freund Sid, das Faultier aus Ice Age, würde sagen: “Wir sind eine Herde, wir müssen zusammenhalten.” Wer nicht zur Herde gehört, muss mit dem schlimmsten rechnen. Denn nichts schweißt enger zusammen als ein gemeinsamer Feind – das gilt übrigens auch für Frauenfreundschaften. Was Ice Age damit zu tun hat? Hey, wann bitte hatten die Männer je breitere Kiefer als in der Eiszeit?

Mythos enttarnt: Männer schlafen nach dem Sex gleich ein – Frauen aber auch!

Und hier ist er wieder, der Klischee-Buster von Men’s Health. Gerade hat eine Studie der University of Michigan gezeigt, dass Männer nach dem Sex gar nicht früher einschlafen als Frauen. Jedenfalls fanden die Wissenschaftler dafür keine Anhaltspunkte. Klartext: Frauen pennen nach dem Sex oft genau so schnell weg wie Männer.

Interessant ist aber auch eine andere Entdeckung der Studie: Oft liegen beide Partner abends im Bett, es kommt nicht zum Sex – und in der Situation schlafen dann meist die Frauen schneller ein. Die Männer liegen wach und warten, ob vielleicht doch noch etwas passiert. Passiert aber nix.

Super: Ständig regen sich alle darüber auf, dass Männer angeblich nach dem Sex “immer sofort” einschlafen. Das zeige doch nur, wie wenig Männer bereit seien, sich emotional auf ihre Partnerin einzulassen. Aber keiner sagt etwas, wenn sich zeigt, dass Frauen oft sogar VOR dem Sex einschlafen. Wo ist denn da die emotionale Einlassung? ;-)