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Tag: schauen

Alle reden über Sexismus – hier passiert wenigstens etwas!

Aus aktuellem Anlass befasse ich mich heute mit dieser großen, gesellschaftsrelevanten Frage: Wie soll sich ein Mann verhalten, der in einer gut gefüllten Bar auf eine Frau in einem gut ausgefüllten Dirndl trifft? Wo soll er hingucken? Der Brüderle-Blick mit anschließendem Kommentar jenseits der Geschmacksgrenze hat es ja gerade an die Spitze der Sexismus-Charts geschafft. Welche anderen Möglichkeiten bleiben Ihnen?

Zunächst ist es wichtig, dass Sie zu keiner Zeit etwas zur Kleidung der Frau sagen – oder über darin befindliche Körperteile. Wenn sich zwischen Ihnen etwas Ernsthaftes entwickelt und sie sich eines Tages beschwert, dass Sie ihr nie Komplimente über ihre Kleidung oder ihre Figur machen, sagen Sie, ich bin schuld. Soweit sind wir aber noch lange nicht. Zuerst stehen Sie mit ihr und ihrem Dirndl an der Bar. Wohin schauen Sie? Drei Möglichkeiten.

a) Suchen Sie sich einen fixen Punkt, den Sie fortwährend anstarren. Vielleicht den Fernseher über der Bar oder Ihr Glas oder Ihre Schuhe. Auch hierbei müssen Sie vorsichtig sein: Ihr Verhalten lässt Raum für Interpretationen. Möglich dass sie hinterher erzählt: “Der hat während des ganzen Gesprächs auf den Fernseher gestarrt. Dieses zur Schau getragene Desinteresse an mir ist doch nichts anderes als Diskriminierung durch Ignoranz.”

b) Schauen Sie ihr die ganze Zeit konsequent geradewegs in die Augen. Bohren Sie Ihren Blick in ihre Pupillen, bis sie müde das Haupt senkt und sagt: “Was starrst du mich eigentlich die ganze Zeit so an? Willst du mich hier irgendwie ganz plump anmachen, oder wie?”

c) Wechseln Sie mit Ihrem Blick zwischen ihren Augen, dem Fernseher, Ihren Schuhen, anderen Menschen an der Bar  hin und her - aber NICHT in ihr Dekolleté. Schauen Sie überall hin, nur nicht DAHIN. Auf die Bilder an der Wand, auf die Flaschen im Regal, auf Ihre Fingernägel. Ganz natürlich. Vielleicht klappt das. Vielleicht erzählt sie aber auch bald ihren Freundinnen: “Es war offensichtlich! Der schaute überallhin, nur um nicht genau DAHIN zu sehen. Der ist nicht nur ein Sexist, sondern auch noch feige.”

Keine perfekte Lösung dabei? Alles nicht so einfach? Eben.

Schauen Sie, wohin Sie wollen, aber schauen Sie zuerst, ob sie dabei zuschaut!

Wo gucken Sie denn da gerade hin? Damit sollten Sie in diesen Zeiten vorsichtig sein! Denn zur Zeit untersucht offenbar alle Welt, wo Männer so hinschauen. Die Wissenschaft hat schon wieder den Eye-Tracker angeschmissen – dieses Mal an der britischen Lincoln University – und festgestellt, dass junge Männer sich beim Betrachten von Frauen besonders auf die Brust- und die Hüftregion konzentrieren. Sorry, Jungs. Dafür benötige ich keinen Tausende Euro teuren Eye-Tracker sondern nur den Besuch in einem gut gefüllten Club.

Egal, weiter. Diese beiden Körperregionen liefern dem Mann den Forschern zufolge entscheidende Informationen: Die Brüste zeigen angeblich das Stadium der sexuellen Reife, die Hüften sagen etwas über ihre Fähigkeit, ein Kind auszutragen. Da möchte ich behaupten, dass das nicht die ersten Gedanken sind, die sich Männer in einem Club so machen.

Egal, weiter. Die Forscher haben nun beim Eye-Tracken festgestellt, dass diejenigen Männer, die sich in einem Test zuvor als sexuell impulsiver und risikobereiter entpuppt hatten, eher die Brüste und Hüften von jungen Frauen um die 20 angeschaut haben als die von anderen Frauen. Sprich: Spitze Lumpis stehen eher auf jüngere Frauen. Aha. Für diese Erkenntnis hätte ich nun noch nicht einmal einen Club aufsuchen müssen. Aber die Forscher glauben  nun, sie könnten mit ihren Geräten die sexuellen Absichten von Männern vorhersagen. Wieder sorry, Jungs. Das ist in etwa das gleiche, als würde ich behaupten, ich könnte die geschmackliche Orientierung von Kindern vorhersagen, indem ich ihr Anspringen auf eine Schokoladen-Reklame analysiere.

Ich sage: Schauen Sie bei Frauen, wohin Sie wollen – aber am besten nur bei einer. Und wenn Sie bei anderen schauen, lassen Sie sich nicht von der einen dabei erwischen. Da hilft es schon ungemein, das Pfeifen und Johlen zu unterdrücken. Aber auch sonst empfiehlt sich eine gewisse Vorsicht – Frauen haben nämlich ihr ganz eigenes Eye-Tracking-System. Und wenn sie Ihren Blick an die falsche Stelle wandern sehen, werden sie oft auch ganz impulsiv – aber nicht sexuell…

Männer schauen Frauen beim Reden nicht in den Ausschnitt – es ist genau umgekehrt!

Sie treffen eine Frau. Sie sieht umwerfend aus. Sie trägt nur ein mickriges Top. Sie hat bloß einen engen Rock an. Und so schauen Sie ihr während des Gesprächs die ganze Zeit nur auf ihren schönen, großen, geschwungenen… Mund.

Ist doch so, oder?

Eine kleine, feine Studie der University of Southern California hat jetzt gezeigt, dass Männer und Frauen im Gespräch ihre Blicke auf unterschiedliche Dinge richten. Männer schauen Frauen auf den Mund, vielleicht, um besser verstehen zu können, was sie sagen. Frauen hingegen betrachten wechselweise die Augen und den Körper des Mannes. Das könnte daran liegen, so vermuten die Forscher, dass Frauen tendenziell besser dazu in der Lage sind, Körpersprache zu lesen und zu deuten.

Ja, klar.

Es kann aber auch daran liegen, so vermute ich, dass sie einfach so fasziniert sind von Ihrem Sixpack. Und von Ihrer restlichen durchtrainierten Figur. Darum glotzen die da immer hin. Und? Sollen sie. Be our guest!
Aber ich betone nochmals, das Ergebnis der Studie lautet NICHT: Männer starren Frauen beim Gespräch dauernd in den Ausschnitt. Es ist umgekehrt!