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Tag: Sex

Vorspielen als Vorspiel: Wenn er denkt, dass sie kommt, dann kommt sie, weil er’s denkt

Welches sind die Fragen, die den Mann nachts wach liegen lassen? Ich meine, neben der aktuellen weltpolitischen Lage, dem Masterplan für den kommenden harten Arbeitstag und der Frage, ob er doch noch einmal kurz aufs Klo gehen soll. Es sind natürlich die ganz großen Themen, die da im Kopfe des Mannes aufploppen: Wie setzen wir eine Frauenquote auch im mittleren Management durch? Wie verbessern wir das Angebot an flexiblen Teilzeit-Jobs und die Kinderbetreuung auch und gerade in ländlichen Gegenden? Ist noch genug Bier im Kühlschrank? Und natürlich die Frage: War der Orgasmus der Frau, die nach dem Sex nun neben ihm schnarcht, wirklich echt?

Ganz ohne die alte und längst überholte “Einem-echten-Mann-ist-sowas-total-egal”-Nummer aus dem Hut zaubern zu wollen, möchte ich behaupten: Letztere Frage muss den Mann nicht mehr beschäftigen. Denn zum einen sollte das im 21. Jahrhundert einzig und allein Sache der emanzipierten und aufgeklärten Frau sein, ob sie ihrem Mann aus welchen Gründen auch immer etwas vorspielt – oder ob sie lieber mit ihm darüber redet, was er anders machen könnte. Zum anderen zeigt jetzt eine Studie, dass Frauen unter anderem deswegen falsche Orgasmen fabrizieren, um sich in Richtung eines echten zu manövrieren. Sie haben richtig gelesen: Einige Frauen täuschen Orgasmen vor, weil es ihnen anschließend leichter fällt, wirklich zu kommen. Das Vorspielen als Vorspiel, sozusagen. Wahrscheinlich erregt es die Frauen unbändig, dass es den Mann erregt, sie so erregt zu sehen. Wie auch immer: Kein Grund für den Mann, sich als Versager zu fühlen, sondern eine legitime Technik. Solange es der Wahrheitsfindung dient, bitte.

Damit ist es dann aber auch genug mit dem Thema. Es reicht jetzt. Immer diese Diskurs-Blähungen über Körperfunktionen – zumal auch noch vorgetäuschte. Jaja, die Liebe ist ein Kommen und Gehen. Na und? Ich bin doch nicht Carrie Bradshaw, und das hier ist nicht “Sex & the City”! Ich fände es zur Abwechslung ganz erfrischend, wenn da mal etwas Neues käme. Wenn zum Beispiel mal jemand einen Orgasmus verschweigt. Kein “Oh-Gott-jaaah!”, nichts stöhnen oder herausschreien, ob nun echt oder gespielt, sondern einfach mal die Klappe halten. Heimlich einstecken und mitnehmen. Ganz nach dem alten Männer-Motto: Der Gentleman genießt und schweigt.

 

Frauen finden Fremdgehen ihres Mannes gar nicht so schlimm, außer die andere will nur reden

Wobei erwischen Sie Ihre Angebetete lieber: a) im innigen Gespräch mit Brad Pitt über intimste Dinge oder b) sprachlos bei intimsten Dingen mit Pit im Bett? Ist schon klar: Das Sex-Ding ist schlimmer. Für uns Männer jedenfalls. Bei Frauen soll ja angeblich die emotionale Kiste mehr wehtun: Einer Studie der University of Kansas zufolge sind Männer grundsätzlich eifersüchtiger, wenn ihre Partnerin mit einem anderen Mann Sex hat, während Frauen viel empfindlicher darauf reagieren, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr Mann sich emotional zu sehr auf eine andere einlässt. Die Forscher erklären das mit dem alten Kindchen-Muster: Männer müssen mehr fürchten, das Kind eines anderen untergejubelt zu bekommen und sind deswegen da sehr wachsam – und die größte Sorge der Frauen ist es, dass der Vater ihrer Kinder sie wegen einer anderen verlässt, und sie mit den Kleinen allein da sitzen.

Nun frage ich mich: Wer hat denn heutzutage noch in erster Linie Sex, um Nachwuchs zu zeugen? Welcher Mann denkt denn wirklich im allerersten Moment, nachdem er seine Frau mit dem Nachbarn auf dem Küchentisch erwischt hat: “Verdammt, die Schweine wollen mir ein Kind unterjubeln!” ? Zumal, wenn er sie beim Blow-Job erwischt? Oder umgekehrt: Welche eifersüchtige Frau gibt sich denn gelassen und verzeihend, wenn ihr Mann zu ihr sagt: “Ich treffe mich wieder mit Susanne – aber es ist wirklich nur Sex, versprochen! Wir reden auch kaum, sie stöhnt und ächzt ja die meiste Zeit eh nur.” Der Studie zufolge sagten vier Fünftel der Frauen, sie wäre eher eifersüchtig, wenn ihr Mann sich in eine andere Frau verliebt, als wenn er mit dieser Frau andere Sex-Positionen ausprobiert. Nee, klar. Genau das sagt sie dann auch, wenn sie ihn in flagranti mit der Babysitterin bei der Budapester Beinschere erwischt: “Ach! Na, so ein Glück! Ich dachte schon, du wärst verliebt.” Also ehrlich, wer soll das glauben?

Wenn es diesen Unterschied tatsächlich geben sollte, dann reagieren Männer doch wohl vor allem darum mehr aufs körperliche Fremdgehen, weil Sex für sie immer noch sehr viel wichtiger ist als für viele Frauen. Und weil sie nicht verstehen, warum die Frau einen anderen bereitwillig ranlässt, sie selbst aber höchstens einmal im Monat. Frauen dagegen reagieren auf den emotionalen Betrug viel mehr, weil ihnen Sex oft weniger wichtig ist. – und weil sie es vielleicht nicht fassen können, dass er mit der anderen stundenlang redet, während er zuhause nie den Mund aufkriegt. Ganz nebenbei: Ich kenne nicht eine einzige Frau, die mit Brad Pitt die ganze Nacht nur reden will.

Frauen reagieren nicht auf sexy Reklame? Aber nur, weil sie die Model-Typen nicht anfassen können

Kann das Bild einer spärlich bekleideten Frau Sie dazu verleiten, ein Produkt zu konsumieren? Kann es Sie zum Beispiel dazu bringen, im Internet auf den Link zu einem Artikel zu klicken? Natürlich kann es das, sonst wären Sie ja nicht hier! Ha! Es ist kein Geheimnis, dass Männer durch nackte Frauenhaut zum Konsum motiviert werden – sämtliche Bikini-Babes in jeder Bier-Reklame sind Zeuginnen! Kurz heißt es: Sex sells! Langversion: Die Bilder von den Nackerten aktivieren beim visuell gesteuerten Mann das Belohnungssystem im Gehirn. Diesen Reiz versucht er dann zu befriedigen, unter Umständen durch Konsum des beworbenen Produkts. Ebenso klar war bisher, dass das gleiche bei Frauen nicht funktioniert: Nackte Männerhaut verkauft keine Frauen-Produkte, Frauen werden durch erotische Kerle-Fotos eher nicht zum Konsum animiert.

Belgische Wissenschaftler haben nun gezeigt, dass das nicht an der mangelnden Verknüpfung vom weiblichen Belohnungssystem mit dem Thema Sex liegt. Die Sache funktioniert nur nicht visuell, also über Fotos und Filme. Frauen reagieren sexuell auf andere Dinge, etwa auf haptische Reize. Die Forscher bewiesen: Wenn ihre Probandinnen zuvor edle Männerunterwäsche wie etwa Boxer-Shorts betastet hatten, veränderte das sehr wohl ihre Konsum- und Finanzentscheidungen. Wenn Ihre Liebste sich also das nächste Mal über die Busen-Babes in der Bierwerbung lustig macht, reiben Sie ihr diese Ergebnisse unter die Nase und sagen: „Du bist selbst keinen Deut besser – es gibt halt nur noch kein Fühl-Fernsehen!“

Tja, nun. Wahrscheinlich wollen Sie Ihrer Liebsten ja überhaupt nichts verkaufen, hätten aber trotzdem nichts dagegen, wenn sie mal wieder an ihrer Unterwäsche fühlt. Auch dann können Sie aus dieser Geschichte etwas lernen: Wenn Sie als Verführer auftreten wollen, tanzen Sie nicht nackig vor ihr herum und wackeln animierend mit dem Rüssel, sondern setzen eher auf Duftöl, Chill-out-CD, Kerzenschein und Massagetechnik. Das ist die beste Werbung, die Sie für sich und Ihre Boxer-Shorts machen können!

Warum Männer und Frauen nie gute Freunde sein können, sondern bestenfalls mittelmäßige Freunde

Was unterscheidet eine Männerfreundschaft von einer Frauenfreundschaft? Kurz gesagt: Die Anzahl der gesprochenen Worte. Die neue Jacobs-Studie zeigt mal wieder, dass Männer besser miteinander schweigen können als Frauen. Oder können Sie sich vorstellen, dass Männer über ihre Kumpels Dinge sagen wie: “Wir sprechen sehr offen über das, was uns bedrückt” oder “Wenn wir zusammen sind, wird viel und ausgiebig geredet”? Hehehe, nein, die treffen erwartungsgemäß laut Studie auch eher auf Frauenfreundschaften zu. Männer sagen eher: “Wir können auch lange zusammen sein, ohne dass viel geredet werden muss” oder “Wir machen schon mal einen drauf, schlagen über die Stränge”. Männer treiben der Befragung zufolge auch eher zusammen Sport oder haben ein gemeinsames Hobby.

Da sind wir schnell wieder bei der These von Harry aus “Harry & Sally”, dass ein Mann und eine Frau grundsätzlich nicht miteinander befreundet sein können. Der gute alte Harry bezog sich natürlich darauf, dass ein Mann bei einer Frau immer darüber nachdenkt, mit ihr Sex zu haben. Aber diese Zahlen zeigen, dass die These auch anders zu belegen ist. Denn wenn der Mann mit der Frau a) nicht um die Häuser ziehen kann, b) nicht mit ihr an seinem Motorrad herumschrauben kann und sie c) auch keinen Sport zusammen treiben können, ist die Frau als Kumpel komplett unbrauchbar – Sex hin oder her. Zumal wenn sie die ganze Zeit über ihre Gefühle quatschen muss. Wie soll bei dem Emo-Geschwätz einer in Ruhe ‘nen Motor aufschrauben? Oder die schwarze Acht im Eckloch platzieren?

Interessant ist auch, dass Frauen einen Satz über ihre Freundinnen zu 50 Prozent mehr unterschreiben können als Männer über ihre Kumpel, und zwar diesen: “Meine beste Freundin kann mich in manchen Dingen viel besser verstehen als mein Partner.” Frauen fühlen sich von ihren Freundinnen also häufig besser verstanden als von einem Mann. Wenn Männer Frauen nicht verstehen können, und wenn genau dieses Verstehen in einer Freundschaft für eine Frau von existenzieller Bedeutung ist – dann ist doch eine Freundschaft zwischen Mann und Frau per se Unfug. Das heißt für Sie: Wenn eine Frau Ihnen vorschlägt, man könne doch “einfach Freunde bleiben”, dann lügt sie nur, um irgendwie aus der Nummer herauszukommen. Und wenn Sie zu einer Frau sagen, Sie wären gerne mit ihr “befreundet”, dann weiß sie, dass Sie definitiv Hintergedanken haben!

Hunger vor Liebe: Frauen lassen sich auf mehr Diäten ein als auf Männer

Frauen machen zu viele Diäten. Das wissen wir, und das allein ist schon nervig genug. Vor allem, weil wir Männer diese Kalorienzählerei und Jeden-Tag-Kohlsuppe-Manie so oft mitmachen müssen. Aber jetzt stellen neue Zahlen dieses Phänomen in einen völlig anderen Zusammenhang. Der Umfrage eines britischen Nahrungsergänzungsmittel-Herstellers zufolge haben Frauen nur halb so viele Sexpartner wie sie Diäten hinter sich bringen. Im Durchschnitt, so die Ergebnisse, geht eine Frau in ihrem Leben mit 8 Männern ins Bett (nacheinander, Anm. d. Red.), kämpft sich aber durch 16 Diäten.

Wow. Das nenne ich mal einen neuen Weltrekord im Äpfel-mit-Birnen-Vergleichen. Ich meine, was kommt als nächstes? Frauen gehen öfter ins Bad als sie Schokolade essen? Ein Mann trinkt in seinem Leben mehr Liter Bier als er Blind Dates hat? Und wie messe ich ein Blind Date in Litern? Das hängt wahrscheinlich stark davon ab, wie viele Diäten meine Blind-Date-Partnerin schon hinter sich hat – bzw. wie erfolgreich diese waren.

Überhaupt: Was soll diese Umfrage den Frauen sagen? Hüpft mal lieber mit mehr Männern ins Bett, um eure Hunger-Hüpf-Ratio zu verbessern? Sex macht schlanker als Diät? Wer öfter hungert, ist weniger geil? Oder: isst weniger geil? Natürlich ließe sich auch eine andere Botschaft daraus lesen. Denn: Welche Frau macht öfter Diät? Genau: Eine, die öfter bei der vorherigen Diät gescheitert ist. Und welche Frau hat weniger Sex-Partner: eine, die erfolgreich Diät gehalten hat oder eine, die eher weniger erfolgreich …? Ich will das hier gar nicht weiter auswalzen. Ich will aber sagen, dass in dieser Statistik ein wichtiger Punkt fehlt: Der Kohlsuppen-K.O.-Quotient. Wenn es schon um Hungern und Partnerschaft geht, ist doch neben der Frage, wie viele Diäten eine Frau gemacht hat, vor allem eines interessant: Wie oft ist einer Frau wegen ihrer ganzen Diäten schon der genervte Mann weggerannt?  Ich sage immer: Lieber eine Frau mit 10 Pfund mehr als eine mit 10 Diäten im Jahr. Denn diese ganzen Essperimente machen Männer wahnsinnig. Da entpuppt sich die Trennkost schlussendlich ganz oft im Wortsinn als Trenn-Kost.

Ich darf das jetzt hier gar nicht so schreiben, aber Forscherinnen sagen: Sie will es doch auch!

Frauen haben mehr Lust auf Sex als Männer, sie zeigen das nur nicht so. Das ist, knapp zusammengefasst, die These eines neuen Buchs von US-Autor Daniel Bergner (“Die versteckte Lust der Frauen – Ein Forschungsbericht”, Knaus Verlag, 16,99 Euro, gestern erschienen). Angeblich sind nur Moralvorstellungen und gesellschaftliche Zwänge für die allgemeine Annahme verantwortlich, dass es Frauen beim Flirten und beim Sex vor allem um die Fortpflanzung geht. Bergner liefert dazu ein paar sehr einprägsame Sätze, etwa: “Das weibliche Verlangen – in seiner angeborenen Bandbreite und Stärke – ist eine unterschätzte und unterdrückte Kraft.” Noch besser finde ich aber seine Feststellung, dass “die weibliche Libido anscheinend ein Allesfresser ist.“ Soso. Mjamjam-Style, oder was?

Normalerweise bin ich mit solchen “Die-will-es-doch-auch”-Theorien sehr, sehr vorsichtig. Aber dieser Bergner ist nicht irgendein notgeiler Sex-Guru, sondern ein anerkannter Journalist und Autor. Er schüttelt seine Theorie auch nicht aus der wackelnden Hüfte, sondern hat dafür mit vielen Wissenschaftlern und vor allem Wissenschaftlerinnen gesprochen. Und er hat durchaus interessante Anhaltspunkte zu vermelden, warum Frauen mehr Lust haben könnten, als sie zugeben. Etwa diese: Während Männer beim Porno-Konsum sehr spezifische Vorlieben haben, die ihrer sexuellen Orientierung entsprechen, sprechen Frauen auf viele Varianten an. In einem Versuch wurden Probandinnen erregt von Gruppensex, Masturbation, Heterosex, lesbischem Sex, schwulem Sex - und sogar von kopulierenden Affenpärchen. Letztere törnten die Frauen sogar mehr an als ein schöner, nackter Mann am Strand, so Bergner. Mjamjam.

Männer werden in diesem Buch also einige spannende Kapitel finden – aber all das ist wohl vor allem für Frauen interessant. Wie nun aber kommen Sie Ihrer Angebeteten damit? Nein, schenken Sie ihr jetzt kein frisch verliebtes Zwergschimpansen-Pärchen! Es geht um das Buch!  Wie jubeln Sie ihr dieses Mordsding von einem Sexologie-Schmöker unter, ohne dass es gleich berechnend wird? Nun, ich finde, erstens ist gegen ein wenig Berechnung gar nichts einzuwenden, wenn’s der Wahrheitsfindung dient. Und zweitens ist so ein dickes Buch doch ein tolles Geschenk. Ganz gegen meine Gewohnheit sage ich also: Am 14. Februar ist wieder Valentinstag, der Tag der Liebenden…!

Frauen stehen nicht auf billige sexistische Reklame, auf teure sexistische Reklame aber schon

Beschwert sich Ihre Angebetete auch oft darüber, dass so viel Werbung mit Sex und insbesondere nackten Frauen gemacht wird? Sie hat ja nicht ganz Unrecht – oder was hat Sie gerade hierher gelockt, hm? Um es mal mit den Fantastischen 4 zu sagen: “Titten nur Titten, ich seh’ so viele Titten. Wenn du denkst, das war schon immer so, dann hast du dich geschnitten!” (Individuell aber schnell, 1992) Allerdings hat jetzt eine kleine, aber feine Studie gezeigt, dass sich auch in dieser berechtigterweise zur Schau getragenen Empörung der Damen eine gewisse Verlogenheit breitmacht. Die Wissenschaftler von der University of Minnesota konnten nämlich nachweisen, dass Frauen sexualisierte Werbung sehr wohl gutheißen – wenn sie denn für hochpreisige Luxusartikel wirbt. Sprich: Wird mit einer nackten Frau für ein teures Parfum geworben oder für edle Uhren, findet Frau das meist okay. Soll die Nackte aber ein geringpreisiges Produkt verkaufen, lehnen Frauen das ab. Billig – steht sie nicht drauf.

Das hat, so mutmaßen die Forscher, damit zu tun, dass Frauen ein vitales Interesse daran haben, dass Sex ebenfalls ein kostbares, seltenes, extrem wertvolles Gut bleibt. Denn das soll die Wahrscheinlichkeit senken, dass ihre Männer im Billig-Sex-Wahn um die Häuser streunen. Anders gesagt: Die schnelle, billige und einfache Verfügbarkeit von Sex reduziert die Macht, die Frauen über das Gewähren oder Verweigern von Sex ausüben können. Und darum haben sie auch etwas gegen Werbung, die Sex mit billigen Produkten auf eine Stufe stellt. Interessante These, oder?

Was heißt das nun für Sie? Nun, zunächst einmal heißt es, dass Sie ihr gern die teure Uhr zu Weihnachten schenken dürfen, für die eine nackte Schönheit wirbt – aber nicht das billige Deo. Heißt es aber auch, dass sie verlangen dürfen, dass sie die Uhr jetzt sofort genau so trägt wie in der Werbung – also nackt? Nein, das heißt es nicht. Zumal das unterm Tannenbaum nicht so gut kommt, wenn Omas, Opas, Onkel, Tanten, und Kinder zugegen sind. Aber es heißt schon, dass Sie ihr später heimlich zuraunen dürfen: “Damit siehst du bestimmt besser aus als die Frau in der Reklame. Können wir ja nachher gerne mal ausprobieren…” Den Seltenheitswert tasten Sie damit nicht an – ist ja schließlich nur einmal im Jahr Weihnachten.

Murphys Liebes-Gesetz: Frauen, die öfter mal im Bett lügen, betrügen auch öfter mal im Bett

Wie schon Ed Murphy sagte: Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen. In Bezug auf Bettgeschichten heißt das zum Beispiel: Frauen, die Ihnen öfter mal einen Höhepunkt vortäuschen, gehen auch eher fremd. Und genau das zeigte gerade eine Studie der Harvard University. Na, bravo. Dazu fallen uns natürlich sofort einige Dinge ein:

- Nicht weiter erstaunlich, weil: Wer im Bett betrügt, tut es auch außerhalb bzw. mit anderen in anderen Betten.

- Nicht weiter erstaunlich, weil: Wer im Bett gezwungen ist, Orgasmen vorzutäuschen, hat vielleicht mal Bock auf besseren Sex.

- Nicht weiter bedrohlich, weil: Es gehen immer noch mehr Männer fremd als Frauen (einer von vier, aber nur eine von sechs).

Das alles ist auch gar nicht weiter schlimm, weil: Männer merken ja angeblich sowieso nie, wenn sie einen Orgasmus vorgetäuscht bekommen. Machen Sie sich jetzt bloß keine Gedanken! Und auch wenn Sie mal das Gefühl haben, dass Ihre Liebste jetzt einmal zu oft und zu laut “Oh, du großer, allmächtiger Donnergott!” gekreischt hat: Konfrontieren Sie die Arme nicht gleich mit dem kombinierten Falschstöhn-Fremdgeh-Verdacht. Sie kann und wird alles abstreiten. Alles was Sie tun können, ist sicherzustellen, dass eine hohe Qualität der sexuellen Versorgung im heimischen Bett gewährleistet ist. Sprich: Mehr reinhängen!

Einen kleinen Nutzwert hat diese Studie aber doch für Sie. Denn ein Mann kann vielleicht nicht feststellen, ob der Höhepunkt einer Frau echt ist, er kann aber sehr wohl merken, dass seine Frau ihn betrügt. Wenn Sie Ihre Liebste also in flagranti mit einem anderen erwischen, würdigen Sie die Frau keines Blickes. Sehen Sie stattdessen dem anderen Mann tief in die Augen und sagen: “Alter, ich weiß, es ist hart. Aber du bringst es nicht. Sie hat dir jeden Orgasmus vorgetäuscht. Ich weiß, wovon ich rede.”

Frauen bereuen unüberlegte, wilde Bettgeschichten. Männer bereuen, dass sie genau die verpasst haben

Männer und Frauen empfinden Bedauern, wenn sie auf ihre vergangenen Bettgeschichten zurückblicken. Das war es auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Denn die Gründe für die Reue sind komplett verschieden. Einer US-Studie mit rund 25.000 Befragten zufolge tut es Frauen am meisten Leid, dass sie sich zu früh den falschen Partnern hingegeben haben – oder dass sie fremdgegangen sind. Männer hingegen bedauern, dass sie in ihren jüngeren Jahren gegenüber Frauen nicht forscher aufgetreten und nicht abenteuerlustiger gewesen sind – und dass sie nicht mit allen Frauen im Bett waren, die sie vielleicht hätten haben können. Kurz: Frauen bedauern, dass sie zu oft Sex mit den Falschen hatten, Männer bereuen, dass sie nicht öfter Sex hatten.

Die Forscher begründen diese Gefühle mit uralten zugrunde liegenden Mechanismen. Für einen Mann bedeutet jede verpasste Gelegenheit zum Sex eine verpasste Chance, für mehr Nachkommen zu sorgen. Und für eine Frau ist jede übereilte oder unbedachte Liaison ein Risiko, falls nämlich der Mann sie mit dem Kind sitzen ließe. Wie es den triebgesteuerten Männern ergeht, ist vielleicht theoretisch nachvollziehbar. Aber warum sich ein Fehltritt aus den genannten Gründen für die Frauen noch Jahre später schlecht anfühlt, auch wenn gar keine entsprechende Schwangerschaft eingetreten ist, erklären die Forscher nicht. Vielleicht gibt es ja sowas wie eine nachträgliche Phantom-Schwangerschaft. Oder einen “Was-wäre-wenn”-Schock. Ist ja auch egal. Mich interessiert etwas ganz anderes.

Ein weiteres Ergebnis dieser Studie lautet nämlich: Frauen bedauern es viel mehr als Männer, wenn sie mit einem sehr unattraktiven Partner sexuell aktiv gewesen sind. Keine Ahnung, ob das nun heißt, dass Männer sich besonders gern an die Techtelmechtel mit haarigen Hobbitfrauen erinnern. Oder ob sie schlicht keine haben. Aber es zeigt eines: Die laute Klage der Frauen, Männer würden bei Frauen immer nur aufs Äußere achten, ist der blanke Hohn. Es ist glatt gelogen, dass Frauen das Äußere nicht so wichtig ist. Denn eine Frau, die im Nachhinein bitter bereut, mit einem hässlichen Kneipen-Troll im Bett gewesen zu sein, nur weil dieser hässlich ist, wünscht sich doch nichts anderes: Dass sie bei dem Typen mehr aufs Äußere geachtet hätte.

Anfassen ist wie Aspirin, ein paar Zärtlichkeiten sind wie Paracetamol

Wissen Sie, was ein Killer-Argument ist? Das ist nicht das gleiche wie ein Totschlag-Argument, das eine Diskussion beendet, indem es, von einer anderen Ebene kommend, alles bisher Gesagte plattmacht oder vom Tisch fegt. So etwas wie: “Aber der Chef will es so.” Ein Killer-Argument hingegen greift ein Argument der Gegenseite auf, hängt sich quasi darin ein, wirbelt es hoch – und schmettert es in einem Judo-Schulterwurf zu Boden. Wenn also jemand sagt, er könne keinen Sport machen, weil er diabeteskrank ist, lautet das Killer-Argument, dass Ausdauersport die Symptome von Diabetes sogar lindert. Verstanden?

Okay. Dann liefere ich Ihnen jetzt das Killer-Argument der Woche, des Monats, vielleicht des Jahres. Achtung, festhalten:
Sex hilft gegen Kopfschmerzen.
Kapiert? Noch einmal: Sex. Hilft. Gegen. Kopfschmerzen. Und das sage nicht ich, das sagt die Wissenschaft.

Finnische Forscher von der Aalto Universität haben in einer Studie festgestellt, dass zärtliche Berührungen unter vertrauten Paaren das Opioid-Level veränderten, also die Menge an ausgestoßenen körpereigenen Schmerzmitteln. Bei Berührungen sinken die Menge der Opioide erkennbar. Das interpretieren die Wissenschaftler so, dass durch diesen intimen Kontakt Schmerzen und Missempfindungen des Berührten gelindert und darum weniger Opioide gebraucht werden. Anfassen ist also wie Aspirin, ein paar Zärtlichkeiten sind wie Paracetamol. Vielleicht könnte sich dieses Argument für Sie ja irgendwann mal als nützlich erweisen. Ach so, ich sollte erwähnen, dass in dem Versuch Männer von Frauen angefasst wurden, und zwar angeblich auf eine “nicht erregende Weise”. Aber welcher Mann ist nicht angeregt, wenn eine Frau ihn anfasst? Und auch Männer können schließlich mal Kopfschmerzen haben…