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Tag: übergewichtig

Dicke Männer leben länger als schlanke, aber nur wenn alle zu viel Stress haben

Tja.

Eigentlich können wir den Laden hier jetzt dichtmachen. Hefte verbrennen, Hanteln einschmelzen, Bretter vor die Fenster nageln – und tschüs. Denn die Wissenschaft hat ihr vernichtendes Urteil gefällt: Dicke Menschen sind gesünder und sie leben länger. Naja, jedenfalls ein paar Wissenschaftler sagen das.

Der entscheidende Punkt: Dicke kommen wohl besser mit Stress klar. Dabei hilft ihnen angeblich genau das, was als so ungesund gilt: Viel futtern. Wie das? Nun, der Energieverbrauch Ihres Gehirns steigt, wenn Sie unter Stress stehen. Unter Dauerstress ist in Ihrem Blut darum der Cortisolpegel dauerhaft erhöht, denn der Körper nutzt dieses Stresshormon, um den gesteigerten Energiebedarf des Gehirns aus Ihren Fettdepots zu decken. Das viele Cortisol macht Sie aber krank und senkt Ihre Lebenserwartung. Sie sterben schlank – aber früh.

Bei dickeren Menschen hat das Gehirn angeblich keinen Zugriff auf die Fettdepots. Also müssen sie mehr essen, um die Ansprüche des Hirns zu befriedigen. Nicht alle neuen Kalorien werden vom Gehirn verbrannt – der Rest sorgt dafür, dass die Dicken dick bleiben oder noch dicker werden. So lange sie aber nicht eine große Menge Körperfett um die Taille aufbauen – der Kugelbauch gilt nach wie vor als sehr ungesund – fahren sie damit gut, denn sie produzieren weniger Cortisol. Als gesündesten BMI nennen die Forscher 27. Soso, hmhm.

Stopp! Bevor wir uns alle fortan ungehemmt dem “All-you-can-eat”-Parcours hingeben, möchte ich das Ganze kurz etwas einschränken: Letztlich sagt die – im übrigen sehr kleine – Studie nicht, dass Fettleibigkeit gesund ist. Sie sagt, dass ein etwas höherer BMI Sie nicht umbringt. Und sie sagt vor allem, dass Stress ungesund ist. Darum mein Rat: Meiden Sie Stress. Stressen Sie sich vor allem nicht beim Training. Sie wissen ja jetzt, dass es dabei nicht um Ihr Leben geht. Pumpen Sie also ganz entspannt weiter. Dann wird das schon.

Bye-bye, “Big Boss”! Heute werden nur noch schlanke Männer Chef

Kennen Sie noch das Klischee vom dicken Boss? Dicker Bauch, dicke Zigarre, dicker Benz? Machen Sie ein Foto, wenn Sie noch einmal einen sehen. Denn die Spezies ist nicht nur unglücklich mit ihrem Sex-Leben – sie findet auch keine Arbeit mehr. Eine Studie zeigte jetzt, dass übergewichtige Männer nicht nur größere Schwierigkeiten haben, einen Job zu finden – sondern auch seltener für Beförderungen auf Führungspositionen vorgesehen werden. Die Personaler trauen ihnen schlicht weniger zu. Bye-bye, Big Boss!

Ich weise hier ausdrücklich darauf hin, dass niemand aufgrund seines Äußeren diskriminiert werden darf, und lege eine Protest-Schweigezeile für unsere beleibten Brüder ein.

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Nun möchte ich aber auch betonen, dass es nicht wirklich gesund ist, Übergewicht mit sich herumzutragen, und dass eine korpulente Statur tatsächlich nicht gerade Disziplin und eisernen Willen ausstrahlt. So viel Verständnis habe ich dann doch für die Personalentscheider, gerade wenn es um Führungsposten geht.

Allerdings zeigen doch die BMI-Biographien vieler Bosse und Politiker, dass es vor allem nach Erreichen eines gewissen Status immer schwieriger wird, schlank zu bleiben. Die meisten Bosse werden erst big, nachdem sie Chefs geworden sind. Scheint also kein besonders gesunder Beruf zu sein. Und es sieht nicht so aus, als ob sich am Job-Profil der Machtmänner viel ändert. Darum sage ich: Egal ob Sie schlank sind oder nicht – bewerben Sie sich nur für einen Chefposten, der Ihnen erlaubt, so zu bleiben wie Sie sind.

Mit Hormonen auf Spatzen schießen – Testosteron-Spritzen zum Abnehmen?

Glauben Sie an ein Sixpack-Medikament? Vielleicht sind wir gar nicht so weit davon entfernt. Eine Abnehm-Injektion soll es ja jetzt angeblich geben.

Ein Forscherteam präsentierte nämlich gerade auf dem “European Congress on Obesity” in Lyon eine Studie, die belegen soll, dass Testosteron-Spritzen übergewichtigen Männern beim Abnehmen helfen. Als ich das hörte, hatte ich sofort die Idee zu einer Studie, der zufolge das Schlucken von Flüssigzement bei Durchfall hilft. Wenn da nur nicht diese dummen Nebenwirkungen wären…

Aber wir wollen ja sachlich bleiben.

Fakt ist, dass das Herumhantieren mit Hormonpräparaten kein Doktorspielchen ist. Fakt ist auch, dass die beste Methode, übergewichtige Männer zum Abnehmen zu kriegen eine gesunde, ausgewogene Ernährung plus Sport, Sport und nochmals Sport ist. Fakt ist, dass sich mit dieser Methode für die Pharma-Industrie kein Geld verdienen lässt. Fakt ist weiterhin, dass sich mit Hormonpräparaten und Hormonersatztherapien für die Pharma-Industrie sehr wohl Geld verdienen lässt, und zwar jede Menge. Und darum ist auch der Fakt nicht weiter verwunderlich, dass diese Studie von einem Pharma-Hersteller finanziert wurde, der genau solche Hormon-Produkte in seinem Portfolio hat.

Ich sage: Finger weg von dem Zeugs. Ehe Sie mit Hormonen auf Spatzen schießen, lieber die Laufschuhe anziehen und flitzen statt spritzen. Und nicht alles glauben, was auf Kongressen erzählt wird.

Nicht saufen für den Weltfrieden – aber trinken gegen die Wampe!

Trinken Sie manchmal ein Glas Rotwein auf die Gesundheit?

Das ist nicht nur ein Spruch!

Eine Studie der Universität Maastricht hat gerade bestätigt, dass das im roten Wein enthaltene Resveratrol den Stoffwechsel positiv beeinträchtigt. Bei den übergewichtigen Männern, die an der Untersuchung teilnahmen, verbesserten sich binnen 30 Tagen die Fettverbrennung, die Fettwerte in der Leber, die Blutzuckerwerte und der Blutdruck. Und das in einem Ausmaß, für das ansonsten eine strenge Diät und Sport nötig wären. Statt Diätkost aßen die Männer normal und nahmen jeden Tag 150 Milligram Resveratrol zu sich.

Au prima, denken Sie sich, dann fressen wir jetzt einfach wie bekloppt und trinken dazu ein Glas Rotwein, dann nehmen wir nicht zu.

Äh: Beinahe.

Um diese Menge Resveratrol einzunehmen, müssten Sie täglich etwa 10 Flaschen Wein in sich hinein schütten. Das hat dann wieder so viele negative Auswirkungen, dass das Resveratrol auch nichts mehr ausrichten kann. Fragen Sie mal Gerard Derpardieu. Der ist ja bekanntlich schon als Kind in den Kessel mit dem Zaubertrank gefallen…

Aber wie gesagt: Ein Glas Wein dann und wann kann nicht schaden. Prost!

Männer stehen auf dicke Frauen (die jetzt schlank sind)

Wen finden Sie attraktiver: Eine schlanke Frau – oder eine schlanke Frau, die früher einmal dick war?

Die Wissenschaft sagt: Letztere.

Eine Studie der University of Liverpool hat gezeigt, dass Männer sich tendenziell zu Frauen hingezogen fühlen, die jetzt schlank sind, von denen sie aber wissen (oder zu wissen glauben), dass sie früher einmal übergewichtig waren. Mögliche angeführte Gründe: 1. Eine Frau, die einst zu füllig war, erscheint nicht mehr ganz so perfekt und unnahbar wie eine ewige Schlankheitsprinzessin. 2. Männer, die selbst zu Übergewicht neigen, hoffen auf mehr Verständnis seitens der Frau. Da kann ich nur sagen: Nicht hoffen, sondern selbst abspecken – hier steht wie.

Für mich stellen sich weiterhin diese Fragen:

- Was ist eigentlich mit Frauen, die früher einmal (zu) schlank waren und es heute nicht mehr sind? Kann Mann die nicht auch attraktiv finden?

- Sollen jetzt Frauen, die schon immer schlank waren, von sich behaupten, sie hätten mächtig abgespeckt, wenn sie sich für einen Mann interessieren? Sollen sie womöglich Bilder von früher mit Photoshop bearbeiten, damit sie darauf dicker aussehen? Sich eine Historie von XXL-Altkleidern besorgen? Würden Sie das wollen?

- Und überhaupt: Wie sollen diese Studienergebnisse in der Wirklichkeit Anwendung finden? Wie soll ein Mann von einer Frau, die er zum ersten Mal sieht, denn wissen, was sie früher einmal gewogen hat? Kommen jetzt “Vorher/Nachher”-T-Shirts in Mode, mit Fotos? Oder Leibchen, auf denen einfach nur steht: “– 20 kg”? Und sollten die dann in Fettschrift bedruckt sein?

Können dicke Freunde Sie dick machen?

Ab heute fragen wir nicht mehr nur: Sind Sie zu dick? Wir fragen:

Sind Ihre Freunde zu dick?

Denn eine neue Studie aus den USA belegt: Viele Menschen werden dick, weil sie mit anderen dicken Menschen zusammen sind. Sie übernehmen nicht unbedingt deren Vorstellungen über Körpermaße und Figur – aber sie übernehmen oft ihr Verhalten, beim Essen wie beim (nicht) Bewegen. Wer in seiner Familie oder im Freundeskreis viele Menschen erlebt, die Chips futternd vor der Glotze sitzen und Übergewicht ansetzen, braucht schon einen sehr starken eigenen Willen, um sich nicht ebenso futternd dazu zu setzen und das völlig normal zu finden.

Wenn das stimmt, stellen sich allerdings folgende Fragen:

- Wie konnte Terence Hill neben Bud Spencer all die Jahre sein Gewicht halten?

- Was ist das Gewichtsgeheimnis von Asterix dem Gallier, der all die Jahre mit Obelix abhing? Ein Diätzaubertrank?

- Wie schaffen es die Elefantenwärter im Zoo, nicht wie ihre Klienten jeden Tag 150 bis 200 Kilo Stroh, Gras und Brot zu futtern?

Vielleicht spielen ja doch noch ein paar andere Faktoren eine Rolle. Aber wenn Sie das nächste Mal Ihren übergewichtigen Kumpel beim Snacken vor der Glotze erwischen, fordern Sie ihn zu einem Wrestling-Match um die Chipstüte. Eine halbe Stunde Ringkampf verbraucht immerhin über 300 Kalorien pro Kopf. Andere Abnehm-Tipps für Ihren Buddy finden Sie hier.

Übrigens: Mein Kollege Björn Krause ist für eine Reportage (zu lesen in Men’s Health 6/2011, ab nächste Woche am Kiosk) in einen Übergewichtsanzug geschlüpft und quälte sich mit satten 30 Kilo zuviel durchs Leben. Wenn Sie wissen wollen, wohin das mit den Chips und der Glotze führt – da können Sie es eindrucksvoll nachlesen.