powered by

Tag: Väter

Was ein Mann in der Hose hat, entscheidet darüber, ob er als Vater taugt. So oder so

Sie wissen ja, worauf Frauen so schauen, wenn sie einen Mann suchen. Aufs Geld, auf den Job, allgemein den Status, aber natürlich auch auf das maskuline Äußere, seine Fitness und Gesundheit, außerdem auf seinen sozialen Umgang. All das dient aber letztlich zur Klärung nur einer einzigen Frage: Ist dieser Mann der Richtige, um erfolgreich Nachkommen zu produzieren? Zu deutsch: Taugt er als Vater?

Natürlich wollen Sie als Kavalier, der Sie sind, der Frau gern helfen, ihr die Suche erleichtern. Auch um das ganze lästige Theater ein wenig abzukürzen. Dafür beantworten Sie alle Fragen, die sie hat, treffen sich mit ihr und ihren Freunden und ihrer Familie und zeigen, was für ein lieber Kerl Sie sind, und Sie legen womöglich sogar entsprechende Papiere bezüglich Ihres Einkommens und Ihres Gen-Materials vor. Das finden Sie nervig? Sie wollen lieber den ganz kurzen Weg? Okay. Eine neue US-Studie hat jetzt einen bemerkenswerten Zusammenhang festgestellt: Männer mit kleineren Hoden erweisen sich in der Regel als bessere Väter. Sie kümmern sich mehr um den Nachwuchs, sind mehr für die Kleinen da. Zu deutsch: Kerle mit dicken Eiern versagen als Daddy.

Es ist noch nicht ganz klar, wie diese Korrelation zustande kommt, aber das kann Ihnen ja auch egal sein. Sie wollen jetzt nur von mir wissen, wie Sie das praktisch für sich nützen können. Sie wollen, dass ich Ihnen sage, wie Sie diese Information beim Flirt mit einer heißen Blondine einbringen können. Sie wollen, dass ich Ihnen rate, der Frau von dieser Studie zu erzählen, und ihr zu sagen, dass man sich ja das ganze Geplänkel sparen könne, wenn sie nur mal kurz selbst nachfühle, ob… Sie Schlawiner! Aber das können Sie vergessen. Ich sage dazu nur eines: Wenn Sie nicht die Eier haben, das Bewerbungsverfahren durchzustehen, sind Sie so oder so nicht der richtige Mann für den Job.

Die perfekte Mutter für Ihre Kinder denkt, sie wäre nicht perfekt genug

Sie glauben, Sie haben die perfekte Mutter für Ihre Kinder gefunden? Vorsicht, da könnten Sie sich täuschen. Heute las ich diesen Satz: “Berufstätige Frauen entscheiden sich aus Angst, keine gute Mutter zu sein, im Zweifel gegen ein Kind.” Da sind die Kinder sicherlich überaus dankbar, die deswegen nicht auf die Welt kommen, was? Denn es ist ja viel besser, gar nicht geboren zu sein, als eine Mutter zu haben, die mal länger als bis fünf Uhr arbeitet, oder?

Jaja, die “beste Mutti von der Welt”. Alle, die den Titel wollen, haben nach Fukushima jedes Kinder-Bio-Essen im Kindergarten noch selbsttätig mit dem Geigerzähler auf strahlende Pilze untersucht, feilschen um jede Stunde Kantonesisch-Unterricht für Dreijährige, fordern nach jedem Rumgeschubse unter 5-Jährigen ein Anti-Aggressions-Training mit “so Yoga-Elementen”. Und jetzt zweifeln viele, ob das alles so richtig ist. Den Stress will sich zusätzlich zu einem Vollzeitberuf niemand antun. Dann schon lieber keine Kinder.

Ich frage: Warum lassen sie statt der Babys nicht einfach den Ehrgeiz weg, perfekt sein zu wollen? Denn letztlich ist Elternsein ohnehin ein ewiges, unbefriedigendes Learning-by-doing. Da ist nix mit perfekt. Die “beste Mutti von der Welt” behält ihren Titel immer nur höchstens fünf Minuten, bis der erbettelte Keks aufgegessen ist – und der nächste Streit ansteht. Und selbst, wenn mal alles super läuft – Kinder machen auch Vorwürfe, wenn die Eltern nichts falsch machen. Egal, was wir tun, am Ende des Tages werden wir mindestens drei Mal “Blöder Papa” und “Blöde Mama” gewesen sein.

Aber das ist natürlich rhetorisches Anrennen gegen seelische Windmühlen. Keine Angst ist so groß wie die der jungen Mutter vor dem Versagen. Nichts wäre so schlimm wie der Vorwurf, als Eltern etwas falsch gemacht zu haben. Dann schon lieber keine Kinder. Was aber im Endeffekt heißt: Lieber als Art aussterben als sich der eigenen Fehlbarkeit stellen müssen.

Klar, ich als Vater mit Vollzeitjob habe gut reden – aber 2-mal 7 Monate Elternzeit geben mir wohl ein gewisses Mitspracherecht. Vielleicht haben wir “jungen Väter” es da auch leichter, weil wir uns vom bösen Ende der Eltern-Bewertungsskala wieder in Richtung Familie bewegen, also quasi vom späten Feierabend zum frühen zurückkämpfen. Weil wir uns den Vorwurf, schlechte Väter zu sein, viel öfter anhören mussten. Wir halten das vielleicht besser aus, nicht-perfekte Väter zu sein. Ich tue trotzdem alles mir Mögliche, um meiner Frau Karriere plus Kinder zu ermöglichen, indem ich etwa jeden Morgen die Kleinen versorge und zum Kindergarten bringe. Und ich bin fast jeden Tag der “blöde Papa”. Das sollten wir alle aushalten können.

Wir brauchen eine väterfreundlichere Republik – wo bleibt das Gratis-WLAN auf Spielplätzen?!

Laut einer neuen Familienstudie wollen 65 Prozent der berufstätigen Väter nicht-erwachsener Kinder gerne mehr Zeit mit der Familie verbringen. Leider schaut die Familie eher selten in der Firma vorbei. Ein Dilemma.

Wann endlich erkennt die Politik die Zeichen der Zeit und wird aktiv? Wann werden endlich – professionell und flächendeckend – begleitete Familienausflüge zu Papa ins Büro organisiert, wahlweise auf den Sportplatz oder in die Kneipe? Wann werden endlich die innerbetrieblichen Betreuungsangebote verbessert, so dass ein Familienvater seine Kinder auch mal im Büro abgeben kann, wenn er zum Sport geht? Und überhaupt: Warum stehen auf dem Spielplatz weder Billard noch Kicker noch Flipper? Der Name ist doch irreführend! Und warum gibt es da eigentlich kein Gratis-WLAN? Da muss endlich ordentlich nachgebessert werden, Frau Familienväterministerin Schröder!

Soviel zur spaßigen Seite des Ganzen. Jetzt aber ernsthaft, liebe 65 Prozent Väter:  Solche wohlfeilen Wunschäußerungen in irgendwelchen Umfragen bringen niemanden weiter. Wer mehr Zeit mit der Familie verbringen will, muss da schon hingehen, zur Familie! Eine Stunde weniger pro Woche arbeiten wäre doch ein Anfang. Zum Beispiel die Stunde, die so eine Umfrage in der Regel dauert…

Tag 29: The Art of Bart

Bald geht's dem Bart an den Kragen: Der Termin beim Barbier ist schon gemacht

Bald geht’s dem Bart an den Kragen: Der Termin beim Barbier ist schon gemacht

Die Tage meines Wildwuchses sind gezählt! Für Donnerstag habe ich endlich einen Termin beim Barbier vereinbart. Herrenfriseur sagt man wohl heutzutage. Vom Urteil des Fachmanns wird mein künftiges Aussehen abhängen: Prophezeit er mir einen Zottelbart oder wird er sein Rasiermesser wetzen und meinen Selbstversuch vorzeitig für beendet erklären – aufgrund eines defizitären Haarwuchses? Vielleicht liegt die Wahrheit ja auch irgendwo dazwischen, irgendwo zwischen Pornobalken und Ziegenbärtchen. Ich habe mich jedenfalls schon mal schlau gemacht und mir eine Übersicht besorgt, welche Bartformen alle möglich sind, also so theoretisch (siehe unten). Muss nur noch die Frage geklärt werden: Welche Art von Bart steht mir eigentlich? Hat jemand von Euch einen Tipp? Freue mich auf Eure Vorschläge, bis morgen, Marco

PS: Ach ja, gestern stand ich ja zum ersten Mal nach 28 Tagen wieder meinem Vater (Schnauzbartträger) gegenüber. Und was sagte er zu meinem neuen Look? Nichts! Aber das sagt ja auch einiges.

Welcher Bart soll's denn sein? Hier sind die 18 häufigsten Ausprägungen (Quelle: Gillette)

Welcher Bart soll’s denn sein? Hier sind die 18 häufigsten Ausprägungen (Quelle: Gillette)

Tag 28: Der Bart meines Lebens

Out: der Dreitagebart. In: der Vierwochenbart

Out: der Dreitagebart. In: der Vierwochenbart

Mein Bart wächst jetzt genau seit 28 Tagen. Vier volle Wochen! Eine lange Zeit für ein Babyface wie mich. Aber es gibt noch einen anderen Bart, der mir genauso wichtig ist und der mich schon etwas länger begleitet, nämlich genau 40 Jahre, 11 Monate und 1 Tag: der Bart meines Vaters (Modell voluminöser Schnauzer). Und morgen werden diese beiden Bärte zum ersten Mal aufeinandertreffen, denn meine Eltern haben nach längerer Zeit mal wieder ihren Besuch angekündigt. Traditions-Schnauzer meets 28-Tage-Bart – kann das gutgehen? Ich bin jedenfalls gespannt auf den Kommentar meines Vaters, wenn er mich sieht, denn er gehört zu der Gruppe Menschen, deren Meinung mir sehr wichtig ist. So wichtig wie zum Beispiel die Meinung meiner Frau („Ein Bart kann eine Waffe sein“), meines Sohnes („Papa, du bist wie eine Biene mit 1000 Stacheln“), meines Chefs („Wollen wir morgen zusammen Mittag essen? Vorausgesetzt, du findest deinen Mund“), meiner Friseurin („Ohne Scheiß, Bart steht dir“), der Kindergärtnerin meiner Tochter („Dein Papa ist jetzt ein Kaktus“) – oder die Meinung der Leser dieses Blogs.
Bis morgen, Marco

Der Beweis: Papas haben ein großes, starkes Herz!

Die Gründe, Kinder zu bekommen werden anscheinend nicht weniger. Nun belegt eine Studie der Stanford University, dass kinderlose Männer ein 17 Prozent höheres Risiko haben, ein Herzleiden zu entwickeln.

Halt! Stopp! Bevor Sie nun Ihre Partnerin bestürmen, “los ab ins Bett, ich will lieber Kinder als ‘nen Herzkasper”, sollten Sie bis zum Ende lesen. Nein, ich sage nicht, dass ich diese Ergebnisse anzweifele, so oft wie Väter durch die Eskapaden ihrer Kinder an den Rand des Infarkts gebracht werden. (“Vinzent, den Drahtbügel aus der Steckdose, SOFORT!”) Ich sage nur, dass man die Ergebnisse genau anschauen muss.

Wenn Zeitungen jetzt schreiben, dass Väter ein fast 20 Prozent niedrigeres Risiko für Herzkrankheiten haben, ist das irreführend. Denn die Macher der Untersuchung betonen ausdrücklich, dass sie nicht glauben, dass die Kinderlosigkeit ursächlich für die Herzprobleme ist. Sie sagen viel mehr, dass beiden Phänomenen – der Kinderlosigkeit und den Herzleiden – vielleicht die gleiche gesundheitliche Schädigung zugrunde liegt.

Somit sind Kinder womöglich ein Zeichen dafür, dass ihr Papa nicht so schnell an einem Herzinfarkt stirbt – aber nicht vice versa.

So, jetzt können Sie immer noch mit Ihrer Liebsten in die Kissen hüpfen.

Vätermonate bestätigt: Das ist doch zum Kinderkriegen!

Es ist – im positiven Sinne - zum Kinderkriegen!

Das Karlsruher Verfassungsgericht hat gerade die Regelung zu den so genannten Vätermonaten der Elternzeit für rechtens erklärt. Damit bekommen weiterhin nur die Paare die vollen 14 Monate Elterngeld, bei denen auch der Vater mindestens 2 Monate zuhause bleibt.

Zu einer Zeit, in der 4 von 5 Vätern gar nicht daran denken, für die Kinder eine Auszeit zu nehmen, ist das ein wichtiges Signal.

Es ist leicht, ein Kind in die Welt zu setzen - viel schwerer ist es, sich den ganzen Tag darum zu kümmern. Also ums Kind, nicht um die Welt. Und wenn es nur ein paar Monate Babydienst am Stück sind. Jeder schafft es, nach der Geburt des eigenen Nachwuchses die Korken knallen zu lassen und einen auf stolzen Familienvater zu machen. Aber bei Windeln, Wiegenliedern und Wäh-Wäh werden die meisten Kerle zu Phantomvätern. Das sollte sich ändern. Denken Sie nur daran, wie oft Ihnen Ihr Papa gefehlt hat, als Sie klein waren!

Die Natur hilft Ihnen beim Daddy-Dasein: Gerade hat eine Studie gezeigt, dass bei jungen Vätern der Testosteronpegel sinkt. Folge: Väter werden nach der Geburt Ihres Kindes häufig  fürsorglicher, häuslicher, gehen weniger aus und noch weniger fremd. Hey, super: Sie sehen also vielleicht unmännlich aus mit der Baby-Pulle, dem Pixi-Büchlein und dem Tragetuch – aber es stört Sie gar nicht mehr so sehr!

Sie haben keinen Bock auf die Vollzeit-Papa-Nummer? Ach, überlassen Sie das mal den Hormonen. Überlegen Sie doch nur einmal, von wie vielen Dingen Sie sich nicht vorstellen konnten, sie jemals zu tun – bis Sie in die entsprechende Lebensphase kamen. Zungenküsse mit Mädchen waren für Sie als Grundschüler total eklig. Bier schmeckte für Sie als Jugendlichen wie blubberndes Brackwasser. Nichts war langweiliger, als eine Stunde durch den Wald zu laufen. Sie sehen: In manche Dinge müssen wir erst hineinwachsen.

Im übrigen hat der Testosteronschwund auch einen großen Vorteil: Das Prostatakrebs-Risiko sinkt rapide.

Untreue Väter, untreue Söhne: Ist Fremdgehen vererbbar?

Eine tschechische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein Mann eher fremdgeht, wenn schon sein Vater untreu war. Das habe nicht in erster Linie genetische Ursachen, so die Forscher der Prager Karls-Universität, sondern sei durch Beobachtung des väterlichen Verhaltens bedingt. Wenn ein Junge sehe, dass sein Vater die Mutter betrüge und damit durchkomme, mache er das halt nach.

Ach so.

Interessante Theorie.

Nun waren viele Eltern der heute 20- bis 40-Jährigen in einer Zeit sexuell am aktivsten, in der es geradezu en vogue war, einander fremdzugehen, nämlich in den 70er und 80er Jahren. Ich sage nur: Sexuelle Revolution. Dann müssten der tschechischen Theorie zufolge wir alle notorische Fremdgänger sein. Weil wir das alle bei unseren Vätern so beobachten konnten.

Und außerdem müssten wir dann alle…

- …furchtbare Bärte tragen und sehr schlecht frisiert sein

- …stinkende Rostlauben fahren

- …Jeanshosen mit Schlag, Fransen und/oder Lederapplikationen tragen

- …Herrenhandtaschen, Orgelrock und Halskettchen geil finden

Denn damit sind unsere Daddys ja auch lange Zeit durchgekommen.

Bezeichnend finde ich in diesem Zusammenhang, dass der Studienleiter seine eigene Untersuchung mit der These kommentiert, dass Männer fremdgingen, weil sie nach mehr Sex suchten, als sie in ihrer Beziehung bekommen. Das klingt nicht danach, dass das Vorbild des Vaters dabei eine große Rolle spielt.

Stehen Frauen unter besonderem Schutz? Und Männer nicht?

Liebe Leute, heute möchte ich mich mal mit einem kernigen Satz ein Stück weit aus dem Fenster lehnen, und zwar mit diesem:

“Für mich sind Frauen keine schützenswerten Wesen.”

Zack.

Damit ist einiges gesagt, aber nocht nicht alles. Denn wie kaum anders zu erwarten, stammt dieser Satz nicht von mir, sondern von einer Frau. Und zwar nicht von irgendeiner Frau, sondern von Liz Mohn, einer der erfolgreichsten Unternehmerinnen in Deutschland. Sie sagte diese Worte bezogen auf die Diskussion um die Frauenquote – und ich bin ziemlich sicher, dass sie dafür sehr bald einen dieser berühmten geharnischten offenen Briefe von Alice Schwarzer über den Schädel gezogen bekommt.

Ist das nun das plötzliche Ende des World Wildwife Fund? Ladies first, Frauen und Kinder zuerst – alles aus und vorbei?

Nein. Natürlich gibt es Frauen die Schutz brauchen, und sei es, dass man ihnen mal die Tür aufhält. Natürlich lässt sich die Situation einer alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern nicht mit der einer aufstrebenden Jungmanagerin vergleichen. Letztere benötigt tatsächlich keinen speziellen Schutz, für erstere kann es einen ganzen Tag retten, wenn ihr jemand die Tür aufhält, weil sie es mit zwei Kindern und drei Einkaufstaschen kaum schafft, die Klinke zu erreichen.

Aber viel entscheidender ist für mich der Punkt, dass auch erstere den Schutz nicht per se benötigt, weil sie eine Frau ist – sondern weil sie als sogenannte Familienarbeiterin in unserer Gesellschaft einen minderwertigen Status genießt. Ihre Tätigkeit erbringt keinen sofort messbaren Profit, also fällt sie durchs Raster. Diese Rolle ist mehrheitlich Frauen vorbehalten, was sich aber hoffentlich in Zukunft ändert. Väter an die Wickelfront! Was sich umso dringender ändern muss, ist die Wahrnehmung für die Schutzbedürftigen unter uns.

(Dramatische Pause. Rührungsschniefen. Taschentuch raus. Weiter.)

Ich weiß wovon ich rede. (Schnäuzen.) Ich bin jetzt über ein halbes Jahr Vater in Elternzeit. Mir hält auch keiner der Tür auf, wenn ich mit meinem Kinder-Einkaufstaschen-Planwagen ankomme. (Schniefen.) Wenn es doch mal jemand tut, dann ist es meist ein Mann. (Räuspern.) Dafür bin ich dankbar. Und ich schleudere Frau Mohn meine freie Interpretation ihres Satzes entgegen:

Nicht nur Frauen sind schützenswerte Wesen. Auch Männer brauchen mal Hilfe.”

(Enthemmtes Schluchzen. Vorhang.)

Revolution? Mehr Männer als Frauen wünschen sich Kinder!

Liebe Leute, ein bisher urweibliches Phänomen wird männlich.

Nein, nicht die Menstruation. Aber fast.

Es ist (Tusch): Der “unerfüllte Kinderwunsch”.

Eine neue Umfrage unter kinderlosen Männern und Frauen zeigt: Mehr kinderlose Männer wünschen sich Nachwuchs als kinderlose Frauen. 70 Prozent der männlichen Befragten wollen Kinder, aber nur 61 Prozent der Frauen. Insgesamt wollen zwei Drittel der Kinderlosen zwischen 25 und 45 eine Familie gründen. Neben Wirtschaftskrisen – persönlichen wie globalen – nennen viele als Grund dafür, dass sie noch keine Kinder haben, die Auslastung durch den Beruf oder einen fehlenden Partner.

Warum mehr Männer sich Kinder wünschen als Frauen – dafür habe ich allerdings eine plausible Erklärung: Die meisten Jungs gehen immer noch davon aus, dass die Familienarbeit an den Frauen hängen bleibt. Als Vater in Elternzeit bin ich derzeit ein Exot – und diese Zahlen scheinen mir dafür zu sprechen, dass das womöglich so bleibt.

Ich sage nicht, dass ich mir keine Kinder mehr wünsche, nun, da ich zum zweiten Mal ein halbes Jahr füttere, wickele, nachts in den Schlaf schaukele, Kinderwagen schiebe und Kind samt Einkaufstaschen durchs Leben wuchte. Keineswegs. Ich vermute aber: Wenn es normal wäre, dass jeder Mann pro Kind mindestens ein halbes Jahr am Stück füttert, wickelt, nachts in den Schlaf schaukelt, Kinderwagen schiebt und Kind samt Einkaufstaschen durchs Leben wuchtet, lägen wahrscheinlich die Mädels bei der Befragung wieder vorn.

Klingt pessimistisch? Mag sein. Aber die Zahlen sprechen für sich: Nur ein knappes Viertel aller deutschen Väter nimmt überhaupt Elternzeit, und von diesen beziehen 75% das Elterngeld nur für maximal zwei Monate. Also nimmt sich nur ein Viertel von einem Viertel aller Väter länger als 2 Monate Zeit für den Nachwuchs. Traurig.

Dabei müssen Sie sich doch vor nichts fürchten! Wir sind doch bei Ihnen. In unserem Vaterguide finden Sie Antworten auf alle quälenden Daddy-Fragen. Was das Wickeln, Füttern und Versorgen angeht, sage ich Ihnen aus den unergründlichen Tiefen meines Erfahrungsschatzes: Mann gewöhnt sich an alles. Und apropos kinderlose Frauen: Nichts lässt die Augen junger, schöner Möchtegern-Mütter so erstrahlen wie der Anblick eines selbstbewussten Vaters mit Kinderwagen…