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Tag: wohnen

Vernunft oder Verrat? Viele Frauen wollen trotz Beziehung lieber alleine wohnen

Über diese Schlagzeile sollten wir reden: “Frauen wollen immer häufiger allein wohnen”. Das Alleine-wohnen-Wollen der Frauen hat interessante Gründe. Die befragten Single-Frauen wollen nämlich sehr wohl einen Partner, aber trotzdem ihre eigene Wohnung. Dieses “living apart together”, wie es neudeutsch heißt, bietet unabhängigen Frauen angeblich große Vorteile: Bessere Rückzugsmöglichkeiten, mehr Raum für Selbstverwirklichung, insgesamt größere Freiheit. Da drängen sich mir gleich schrillbunte Bilder auf, Bilder von männerlosen Wollsocken-Kuscheleien mit “Sex & the City”-DVDs, Jane-Austen-Romanen und landlüsternen Magazinen, von Wohn-Dekorationsorgien und hemmungslos Prosecco-feuchten Mädelsabenden. Nun denn, bitte. Sehr gerne.

Das Gleiche gilt dann schließlich auch für Männer. Rückzugsmöglichkeiten? Das heißt auf männlich doch schlicht: Einfach mal ein paar Tage nicht ans Telefon gehen, wenn die Freundin nervt. Mehr Raum für Selbstverwirklichung? Endlich mal wieder den Abwasch ein paar Tage stehen lassen – und die feuchten Sportsocken noch oben drauf werfen. Und über Freiheit und deren umfassende Nutzungsmöglichkeiten müssen die Mädels den Männern nun wirklich nichts erzählen. Mal abgesehen davon, dass jede Beziehung eine einzige Abfolge von “Zu-mir-oder-zu-dir”-Situationen sein wird, hat das Ganze unleugbare Vorteile: Weniger 0,1-%-Fett-Joghurt-Töpfe im Kühlschrank und darum mehr Platz für Bier, keine IKEA-Möbel mehr zusammenbauen, weniger Streit um die Fernbedienung, nie mehr Warten bis das Bad frei wird…

So sei es denn. Ich bin gespannt. Ich bin wahnsinnig gespannt. Ich bin so über-die-Maßen gespannt, wann eine dieser Frauen die Stirn hat, ihrem sie besuchenden Mann zu sagen, er solle sich nicht so anstellen und doch wenigstens mal ihren Müll mit nach unten nehmen, wenn er hier schon dauernd rumhänge… Da heißt es dann ganz schnell “living apart apart”.

Männer raus aus dem Hotel Mama, aber zack-zack!

Na, was hat Mama heute gekocht?

Wissen Sie nicht? Gut so.

Dann sind Sie ja nicht einer von denen.

Laut dem frisch erschienenen Datenreport 2011 des Statistischen Bundesamtes schaffen es viele junge Männer nicht zeitig, das Hotel Mama zu verlassen und wohnen viel länger bei den Eltern als ihre weiblichen Altersgenossinnen. Demnach leben 37 Prozent der männlichen 25-Jährigen noch bei den Eltern. Und sogar noch 13 Prozent der 30-Jährigen. Die Frauen ziehen viel früher aus: Nur 20 Prozent der 25-jährigen und bloß 5 Prozent der 30-jährigen Frauen machten sich noch im Hotel Mama breit.

Und nun kommen Sie mir nicht mit der Begründung, “diese jungen Dinger suchen sich ja alle fix einen Mann, der dann für sie sorgt.” Von wegen sorgen: Gerade weil Männer nicht putzen, waschen und kochen bleiben sie ja so lange in Muttis Bude.

Nicht dass ich Männern den Luxus und die Rundumversorgung nicht gönne. Aber stellen Sie sich mal vor, Sie begegnen als 27-jähriger Mann einer gleichaltrigen Frau , die längst alleine lebt, verabreden sich mit ihr auf ein heißes Date – und dann macht ihr bei Ihnen daheim Mutti die Türe auf. Wie wirkt denn das bitte?! Ich meine, gut, okay, Schimpansenmännchen nehmen ihre Mama sogar mit auf ein Date, weil das die Chancen auf Sex erhöht. Aber sind wir Affen?

Ich bleibe dabei: Männer müssen raus aus Mutters Haus. Wofür haben wir von Men’s Health denn sonst auch diese ganzen Tipps zu Ernährung, Gesundheit, Kochen, Kleiderwahl und -pflege sowie Wohnungseinrichtung im Heft? Damit sind Sie genau so gut versorgt wie bei Mama. Versprochen.